Heißer Sommer ließ in der Schweiz etliche Felsen abstürzen

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Ein Felssturz bei Schlosslauenen oberhalb von Grindelwald in der Schweiz. Foto: Keystone Bruno Petroni/Archiv

Warme Luft erwärmt Gestein und Eis, in Risse dringendes Regenwasser verursacht zusätzlichen Druck. Der Hitzesommer ließ in den Schweizer Alpen besonders viele Felsen instabil werden - und die Gefahr ist noch immer nicht gebannt, warnen Forscher.

Davos (dpa) - Wegen der hohen Temperaturen sind in den Schweizer Alpen in diesem Sommer außergewöhnlich viele Felsen abgestürzt.

Zwischen Ende Juli und Anfang September habe es vor allem oberhalb von 2500 Metern eine ganze Reihe von Felsstürzen gegeben, teilte das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung am Dienstag in Davos mit. Die Dimensionen dieser Stürze habe zwischen einigen Hundert und mehreren Zehntausend Kubikmetern gelegen. Tausend Kubikmeter entsprächen ungefähr dem Volumen eines Einfamilienhauses.

Die Temperaturen sind mittlerweile zwar deutlich gesunken, die Gefahr von Felsstürzen sei aber auch im kommenden Winter nicht gebannt, erläuterten die Forscher. Große Felsmassen reagierten erst mit Verzögerung auf Temperaturänderungen.

Das meiste Gestein löste sich demnach in den Sommermonaten in der Auftauschicht nahe der Felsoberfläche. Grund dafür seien hohe Lufttemperaturen gepaart mit häufigen Regenfällen, hieß es. Im Sommer 2015 sei die Lufttemperatur 2,5 Grad Celsius wärmer als im Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010 gewesen. Im Gegensatz zum heißen und trockenen Sommer 2003 habe es jedoch häufiger gewittert. Die warme Luft habe somit das Gestein und Eis in Felsspalten erwärmt, das in Risse eingedrungene Wasser habe zusätzlichen Druck verursacht. Beides habe letztlich das Gestein destabilisiert.

Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung pflegt eine Datenbank, in der mittlerweile mehrere Hundert Steinschläge und Felsstürze in alpinen Regionen mit Dauerfrostböden erfasst sind.

Mitteilung Institut für Lawinenforschung

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