Ein Hirntoter und mehrere Verletzte

Medikamentendrama: Frankreich nimmt Untersuchungen auf

Biotrial
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Experten suchen nach Hinweisen für die Ursache der verunglückten Medikamententests der Firma Biotrial.

Paris - Ein Hirntoter, Teilnehmer mit möglicherweise bleibenden Schäden - katastrophal endete ein Medikamententest in Frankreich. Experten suchen jetzt intensiv nach den Ursachen.

Nach dem Hirntod eines Teilnehmers bei einem Medikamententest haben die französischen Gesundheitsbehörden mit der genauen Ursachenforschung begonnen. Mitarbeiter der Aufsichtsbehörde IGAS hätten am Samstag das Labor der Firma Biotrial in der Stadt Rennes aufgesucht, berichtete der Sender BFM-TV. Biotrial hatte den nun abgebrochenen Test durchgeführt, bei dem etwa 90 Menschen den Wirkstoff des portugiesischen Herstellers Bial bekommen hatten.

Am Freitag war bekanntgeworden, dass sechs Versuchsteilnehmer ins Krankenhaus mussten und einer von ihnen für hirntot erklärt wurde. Vier weitere Probanden leiden unter neurologischen Beschwerden, die Ärzte fürchten bei einigen von ihnen bleibende Schäden.

Der Wirkstoff des Medikaments soll dem französischen Gesundheitsministerium zufolge auf Stimmungsschwankungen und Angstgefühle sowie auf motorische Störungen bei neurodegenerativen Erkrankungen abzielen. Neurodegenerative Erkrankungen sind meist langsam fortschreitende Erkrankungen des Nervensystems, bei denen immer mehr Nervenzellen verloren gehen - so etwa bei Parkinson.

Die Inspektoren wollen nun herausfinden, ob der Test gemäß der geltenden Regeln abgelaufen ist. Biotrial erklärte, der Versuch sei in „voller Übereinstimmung mit den internationalen Bestimmungen“ erfolgt, und man arbeite eng mit dem Ministerium zusammen. Das Unternehmen zahlt Test-Teilnehmern zwischen 100 und 4500 Euro.

Wirkstoffe werden bis zur Marktzulassung umfangreich in mehreren Phasen getestet. Das Mittel aus Frankreich befand sich nach Herstellerangaben in Phase 1 der klinischen Studie. Dabei wird ein Stoff erstmals an gesunden Freiwilligen auf Verträglichkeit getestet.

dpa

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