Ihm droht die Todesstrafe

Ließ Vater Sohn (1) absichtlich im Auto sterben?

Atlanta - Weil er seinen einjährigen Sohn sieben Stunden lang alleine im Auto sitzen ließ und so dessen Hitzetod herbeiführte, droht einem Vater in den USA die Hinrichtung.

Weil sein 22 Monate alter Sohn in glühender Hitze im Auto starb, droht einem Amerikaner die Todesstrafe. Eine Anhörung vor einem Gericht in Atlanta brachte Schockierendes an den Tag: Während sein Sohn Cooper bei Temperaturen von fast 32 Grad qualvoll litt, tauschte der 33-jährige Vater mit mehreren Frauen schlüpfrige Textmeldungen aus - Zeugen vor Gericht sprachen von „Sexting.

Außerdem soll der Mann im Internet über den Hitzetod von Kindern im Auto recherchiert haben. Die Staatsanwaltschaft sagte bei der Anhörung am Donnerstag (Ortszeit): Der Vater „wollte wieder ein Leben ohne Kind führen“. Ihm werden Mord und Kindesmisshandlung vorgeworfen. Wann das Hauptverfahren beginnt, ist noch unklar.

„Dies ist ein potenzielles Verfahren mit Todesstrafe“, sagte der Vorsitzende Richter Frank Cox nach der dreistündigen Anhörung. Er verweigerte es, den Angeklagten nach Zahlung einer Kaution vorläufig auf freien Fuß zu setzen, wie die Zeitung „Atlanta Journal-Constitution“ weiter berichtete.

Der Vater, der das Verfahren über weite Strecken ohne sichtbare Gefühlsregung verfolgte, erklärte dagegen, er habe den kleinen Cooper schlichtweg im Auto vergessen. Der Tod seines Sohnes sei ein tragischer Unfall.

Der Tod des Jungen, der am 18. Juni starb, bewegt Millionen Amerikaner. Fernsehsender berichteten über Stunden live aus dem Gerichtssaal. US-Medien warnen immer wieder davor, Tiere und Kinder bei Hitze nicht allein im Auto zu lassen.

Ein Polizeibeamter sagte aus, der Angeklagte habe die ersten der schlüpfrigen Textbotschaften abgeschickt, als er noch im Auto saß. Er habe Bilder seines Penis gesendet und als Antwort Bilder entblößter Frauenbrüste erhalten. „Sexting ist der gebräuchlichste Ausdruck dafür“, sagte der Zeuge. Der Angeklagte habe ein „Doppelleben“ geführt.

Der Vater habe sich später zum Lunch mit Freunden getroffen, sagte der Polizeibeamte weiter. Zudem sollen die Eltern eine Lebensversicherung auf ihren 22 Monate alten Sohn abgeschlossen haben, fügte er hinzu. Andere Zeugen beschrieben den Angeklagten dagegen als guten Vater.

Den Ermittlungen zufolge hatte der Mann zunächst mit seinem Sohn in einem Restaurant gefrühstückt. Er hätte Cooper in einem Hort abgeben sollen - dort kam das Kind niemals an.

Laut Medienberichten sollen sowohl der Mann als auch seine Ehefrau nach Erkenntnissen der Polizei im Internet recherchiert haben, wie Kinder bei hohen Temperaturen im Auto sterben. Der Vater soll laut Polizei nachgeforscht haben, wie lange es dauert, bis ein Tier in einem heißen Wagen verendet. Bei Befragungen der Polizei soll er sich in Widersprüche verstrickt haben. Die Mutter ist auf freiem Fuß, sie verfolgte die Anhörung ihres Mannes regungslos.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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