Pfusch am Bau

Haus-Einsturz bei Mumbai: Zahl der Toten steigt

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Neu Delhi - Der Pfusch am Bau des eingestürzten Hochhauses bei Mumbai hat mindestens 72 Menschen das Leben gekostet. Ein Lichtblick in dem Drama: Ein kleines Mädchen überlebte 29 Stunden unter den Trümmern.

Die Zahl der Toten beim Hochhaus-Einsturz nahe der indischen Metropole Mumbai ist am Samstag auf 72 gestiegen. Etliche Opfer wurden in der Nacht unter den Trümmern gefunden, und einige Schwerverletzte starben, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Unter den Toten seien 27 Kinder. 37 Menschen lägen noch in Krankenhäusern, der Zustand der meisten sei kritisch, sagte ein Polizeibeamter. Die Rettungskräfte stellten die Suche nach Überlebenden am Samstag ein.

Seit dem Zusammenbruch des illegal errichteten Hauses am Donnerstag wurden 62 Menschen gerettet. Zu ihnen zählt ein neun Monate altes Mädchen, das 29 Stunden lang unter den Trümmern überlebte. Bislang konnte die Kleine laut Polizei nicht identifiziert werden. Die Beamten vermuten, dass ihre Eltern tot sind.

Von dem ohne Genehmigung und ohne Beteiligung eines Architekten in nur sechs Wochen hochgezogenen Gebäude in dem Ort Thane war nur ein sechs Meter hoher Trümmerhaufen übrig geblieben. Darunter lagen Bewohner und Arbeiter mit ihren Familien begraben. Das siebenstöckige Bauwerk war teilweise schon bewohnt, obwohl es noch gar nicht fertiggestellt war.

Gebäude in Mumbai eingestürzt - viele Tote

Gebäude in Mumbai eingestürzt - viele Tote

Gegen zwei Verantwortliche des Bauprojekts wird inzwischen wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Ihr Aufenthaltsort sei derzeit noch unbekannt, teilte die Polizei weiter mit.

Die Regierung des indischen Bundesstaats Maharashtra, dessen Hauptstadt Mumbai ist, ordnete eine Untersuchung des Unglücks an. Wie die Nachrichtenagentur IANS berichtete, wurden bereits ein lokaler Beamter und ein Polizeiinspektor vom Dienst suspendiert.

In Indien stürzen immer wieder Gebäude ein, viele Menschen sterben dabei. Häuser werden oft ohne Baugenehmigung und mit schlechten Materialien errichtet.

dpa