Schwieriges Unterfangen

Höhlenforscher: Bergung hat begonnen

Bergung
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Die Bergung des verunglückten Höhlenforschers gestaltet sich als sehr schwierig.

Salzburg - Die Bergung des in einer Höhle im Salzburger Tennengebirge verunglückten polnischen Forscher hat begonnen. Doch das Unterfangen ist schwierig.

Nach Stunden des Bangens kommt am Freitagmorgen die erlösende Nachricht: „Der Patient ist stabilisiert und versorgt“, sagt Maria Riedler, die Sprecherin der österreichischen Bergrettung, zu Reportern der österreichischen Nachrichtenagentur APA. In der Nacht hatten Spezialisten in der Jack-Daniel's-Höhle im Salzburger Tennengebirge mit der Bergung des tags zuvor verunglückten polnischen Forschers Marek G. begonnen. Bis diesen Samstag hoffen sie, den 27-Jährigen aus rund 250 Meter Tiefe zurück an die Oberfläche gehievt zu haben.

Dass die rund 70 Rettungskräfte äußerst behutsam vorgehen müssen, ist jedem von ihnen klar. Sie kennen die Gefahren solcher Höhlen, sie wissen, dass jede hektische Bewegung die Aktion zunichtemachen könnte. Einige von ihnen waren im Juni an der weit komplizierteren Bergung des deutschen Höhlenforschers Johann Westhauser aus der Riesending-Schachthöhle in Bayern beteiligt.

Der 54-Jährige war nach mehr als elf Tagen aus rund 1000 Metern Tiefe gerettet worden, nachdem er bei einem Steinschlag schwere Verletzungen erlitten hatte. Die Nachrichten von dem verunglückten polnischen Kollegen erreichen auch Westhauser, der sich zunächst nicht öffentlich dazu äußert. Zu frisch ist wohl noch das traumatische Erlebnis seines eigenen Unglücks weit unter der Erdoberfläche.

Dass Marek G. heftige Schmerzen aushalten musste, lässt sich denken: Er habe Brüche an den Beinen und der Hüfte erlitten, zudem eine Gehirnerschütterung, heißt es bei der Bergrettung. Glücklicherweise waren fünf Landsleute bei ihm, die umgehend den Rettungsdienst alarmieren konnten. Am Donnerstagabend gegen 19.00 Uhr erreichte ein Höhlenrettungsarzt den Verunglückten. Inzwischen ist er von einem Kollegen abgelöst worden, ebenfalls ein Mediziner mit Höhlenerfahrung.

Eine Wetterberuhigung hat am Freitag die Rettungsbemühungen zunächst begünstigt. Dadurch konnte ein Hubschrauber weiteres Bergungsmaterial und Lebensmittel zur Laufener Hütte in 1726 Meter Höhe fliegen, wie die APA berichtete. Von dort wird das Material in einem rund eineinhalbstündigen Fußmarsch zum Eingang der Höhle getragen, der auf 2120 Meter Höhe nahe dem Bleikogel liegt, dem zweithöchsten Gipfel im Tennengebirge.

Zunächst waren Rettungskräfte auch noch intensiv damit beschäftigt, eine Engstelle in der Höhle mechanisch zu erweitern, hieß es beim Bergrettungsdienst. Sie sei eine Art Nadelöhr, das der Verletzte auf einer Bergtrage bei seinem Weg nach oben passieren müsse.

Die Rettungskräfte drückten die Daumen, dass das Wetter nicht umschlägt. Bei zu starkem Schneefall wäre der bisherige Zeitplan mit dem Ziel Samstag nicht mehr einzuhalten, hieß es. „Auch jetzt ist es nass und kalt da oben“, schilderte Maria Riedler. Ein Teil der Rettungsmannschaft sei angesichts der harten Bedingungen bereits ausgetauscht worden.

Der Einstiegsteil der Höhle verläuft schachtartig rund 300 Meter in die Tiefe, erläuterte der Salzburger Höhlenforscher Walter Klappacher im APA-Gespräch. Forscher aus Polen würden sich seit mehreren Jahren mir der Höhle beschäftigen. Dort unten gebe es ein großes System mit „beeindruckenden tropfsteinartigen Gebilden“.

Warum die Höhle wie eine bekannte amerikanische Whiskey-Marke heißt, konnte auch Klappacher nicht genau erklären. Durchaus möglich sei, dass „Forscher in der Anfangszeit der Entdeckung eine Flasche mit hochprozentigem Alkohol beim Eingang getrunken“ hätten. Wenn alles gut geht, sollte es noch an diesem Wochenende einen sehr guten Grund für einen ordentlichen Schluck beim Ausgang geben.

dpa 

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