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Vor Ort in Bosseborn: Menschliche Abgründe und Spurensuche

Höxter. Nach dem Tod zweier Frauen, die im ostwestfälischen Höxter-Bosseborn misshandelt wurden, ist noch unklar, ob es vielleicht weitere Opfer gibt. Nun ist die Polizei auf Spurensuche, untersucht dabei das abgelegene Grundstück des beschuldigten Ex-Ehepaares.

Beide hätten sich nicht als Ehepaar, sondern als Bruder und Schwester ausgegeben. Im Ort habe man sich über "diese beiden Außenseiter gewundert", schreibt die "Welt". Niemand im Dorf wisse etwas über die beiden. "Eigentlich kennt hier jeder jeden", wird der ehemalige Ortsausschussvorsitzende zitiert.

Protokoll des Tages in Höxter

+++ Kastenwagen der Polizei und des Landeskriminalamtes weisen den Weg zu dem Gebäude, das seit Ende der vergangenen Woche als „Horrorhaus von Höxter“ bundesweit in den Schlagzeilen ist. Ein Ortsbesuch.

+++ Nun hat die Polizei über die Aussage einer Frau aus dem Großraum Berlin berichtet. Nach monatelangen Qualen kam sie mit dem Leben davon. Mehr dazu gibt es hier. +++

+++ Nach dem Bekanntwerden der tödlichen Misshandlungen fällt ein geplantes Fest aus. "Zutiefst betroffen über die aktuelle Entwicklung der Geschehnisse in unserer beschaulichen kleinen Ortschaft, hat sich der Vorstand des Heimatschützenvereins einstimmig dazu entschlossen, dass für das kommende Wochenende geplante Dorffest abzusagen", teilte der Verein via Facebook mit. Am Samstag und Sonntag wollten die Schützen im Bürgerhaus ein Dorffest feiern.

+++ Das jüngere der beiden bisher bekannten Opfer aus den Todes- und Misshandlungsfällen in Höxter lebte viele Jahre im Uslarer Land: Die 33-Jährige wuchs nach Informationen der HNA im Uslarer Ortsteil Dinkelhausen auf. Mehr hier. +++

Zuletzt aktualisiert um 19.50 Uhr. 

+++ Die Suche geht weiter - immer noch befinden sich Beamte vom Landeskriminalamt auf dem Grundstück des "Horrorhauses von Höxter". Hier sehen Sie einen Video-Schwenk über die Szenerie. Sie suchen nach möglichen weiteren Opfer der Beschuldigten.  Die Nachbarn, die mit der HNA sprachen, sind entsetzt und hoffen gleichzeitig darauf, dass bald wieder Ruhe im ostwestfälischen Bosseborn einzieht. +++

+++ Oberstaatsanwalt Ralf Meyer sprach am Dienstag davon, dass es dem Paar offenbar weniger um Sexualität als um blanke Machtausübung ging. So wurde das zweite Opfer, das im Sommer 2013 bei dem 46-Jährigen eingezogen war, wie eine Sklavin gehalten: Sie wurde an eine Heizung gekettet, erhielt Prügel. Im August 2014 starb sie.+++

In diesem abgelegenen Haus in Höxter wurde die Frau gefangen gehalten und misshandelt.

+++ "Mein Mann hat gestern geweint, weil er den Medienrummel nicht mehr aushält", sagt eine direkte Nachbarin des Horrorhauses. Sie fühlt sich derzeit angegriffen. "Uns wird vorgeworfen, dass wir nichts mitbekommen haben." Das findet sie unverschämt. Schließlich sei bei den Nachbarn alles verdunkelt und zugehängt gewesen - da hätte man nichts sehen und mitbekommen können. +++ Eine andere Nachbarin hat das Paar häufiger auf der Straße in dem 500 Einwohner zählendem Ort gesehen. "Die haben sich als Geschwister ausgegeben", sagt sie. Auch wenn der Mann ihr komisch vorgekommen sei - einen Mord hätte sie ihm nie zugetraut. "Das was da passiert ist, das ist mehr als Mord", sagt sie. Sie hofft, dass nun keine weiteren Opfer gefunden werden. +++

Spurensuche in Höxter: Ermittlungen zu weiteren Opfern

Kartenansicht: Höxter-Bosseborn

Video: HNA-Redakteur berichtet aus Höxter

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Rubriklistenbild: © Holscher

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