Synode geht zu Ende

Homo-Ehe: Bischöfe einigen sich nicht

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Papst Franziskus (r.) begrüßt den emeritierten Papst Benedikt bei der Seligsprechung von Papst Paul VI.

Rom - Auf der Familiensynode im Vatikan haben sich die Bischöfe auf keinen breiten Konsens beim Umgang mit Homosexuellen und Geschiedenen einigen können.

Das ging aus dem am Samstagabend vorgestellten Abschlussdokument der Familiensynode hervor. Offiziell geht die Familiensynode am Sonntag mit der Seligsprechung von Papst Paul VI. zu Ende. Zu der Messe (10.30) mit Papst Franziskus auf dem Petersplatz wird auch dessen Vorgänger, der emeritierte Papst Benedikt XVI., erwartet.

Die Kirchenoberen hatten zwei Wochen lang teils kontrovers beraten. In dem am Samstag vorgestellten Dokument fanden drei strittige Punkte zum Umgang der Kirche mit Homosexuellen und Geschiedenen nur eine einfache, nicht die eigentlich angestrebte Zwei-Drittel-Mehrheit, um die Haltung der gesamten Synode widerzuspiegeln.

Vatikan-Sprecher Federico Lombardi betonte am Abend, das nun verabschiedete Abschlussdokument diene als Grundlage für weitere Diskussionen und sei kein lehramtliches Dokument. Definitive Entscheidungen waren im Vorfeld nicht erwartet worden. Das Treffen der Bischöfe - das waren zumeist Vorsitzende der Bischofskonferenzen, Kurienvertreter oder andere führende kirchliche Würdenträger - sollte eine Synode zum gleichen Thema im kommenden Jahr vorbereiten.

Beispielsweise fand eine Passage zum Umgang mit Homosexuellen keine solche Mehrheit: Darin ist zum einen die Rede davon, dass gleichgeschlechtliche Beziehungen nicht mit der Ehe von Mann und Frau gleichgesetzt werden dürften, homosexuellen Menschen aber mit „Respekt und Taktgefühl“ begegnet werden müsse.

Eine andere Passage betraf Überlegungen zu einer möglichen Wiederzulassung von Geschiedenen zur Kommunion. Auch diese erreichte nur eine einfache, nicht aber eine „qualifizierte“ Mehrheit, mit der die Haltung der gesamten Synode repräsentiert worden wäre.

Ein am Montag veröffentlichter Zwischenbericht hatte Aufsehen erregt. Darin war von der Notwendigkeit „mutiger Entscheidungen“ die Rede. Vor allem beim Umgang mit Homosexuellen sahen viele Beobachter eine neue Tonlage der Kirche. Von konservativer Seite wurde umgehend Kritik laut, das Papier gehe zu weit.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Marx, sieht den Abschlussbericht der Familiensynode im Vatikan als „Kompromisstext“, wie er am Samstagabend in Rom sagte. „Wir haben zum ersten Mal jetzt auf einer Synode, vielleicht sogar seit Jahrzehnten, solch eine offene, breite Diskussion erlebt über Themen, die wirklich schwierig sind“, so der Münchner Erzbischof. Das Glas sei „halb voll“, aber an einigen Stellen habe er sich mehr vorstellen können und etwas mehr Mut gewünscht.

Offiziell geht die Synode mit der Seligsprechung von Papst Paul VI. (1897-1978) am Sonntag zu Ende. Der wegen des Verbots der Pille auch umstrittene Papst hat in einer Zeit des Aufbruchs innerkirchliche Reformen weiter vorangetrieben.

dpa

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