Jordanier Maas al-Kassasbeh

Islamischer Staat verbrennt Geisel bei lebendigem Leib

ISIS Islamischer Staat Kassabeh
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Ein vom Islamischen Staat ins Netz gestelltes Video, zeigt, wie die jordanische Geisel Maas al Kassabeh bei lebendigem Leib verbrannt wird.

Amman - Was für Bestien! Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat nach eigenen Angaben ihre jordanische Geisel Maas al-Kassasbeh bei lebendigem Leib verbrannt.

Neue Gräueltat der Extremistenorganisation Islamischer Staat: Nach eigenen Angaben hat die Miliz ihre jordanische Geisel bei lebendigem Leib verbrannt. Im Internet wurde am Dienstag ein Video veröffentlicht, in dem der Tod des Piloten gezeigt wird, wie das auf die Überwachung islamistischer Websites spezialisierte Unternehmen Site mitteilte. Laut dem jordanischen Fernsehen wurde der Pilot bereits vor einem Monat getötet.

Maas al-Kassasbeh war im Dezember nach dem Absturz seines F-16-Kampfflugzeugs über Syrien von den Dschihadisten des Islamischen Staats (IS) gefangen genommen worden. Das am Donnerstag veröffentlichte 22-minütige Video zeigt einen Mann, bei dem es sich laut Site um den 26-jährigen Leutnant der jordanischen Luftwaffe handelt.

Zunächst ist al-Kassasbeh in dem Film zu sehen, wie er an einem Tisch sitzend im Stil eines Nachrichtensprechers Einsätze der internationalen Anti-IS-Koalition kommentiert; im Hintergrund werden Flaggen der an den Einsätzen beteiligten Nationen eingeblendet. Dann ist der junge Mann in einem orangenen Overall umringt von IS-Kämpfern zu sehen.

Die darauffolgenden Einstellungen zeigen eine der bislang brutalsten Hinrichtungen eines IS-Gefangenen: Offenbar in Benzin getränkt wartet der Todgeweihte in einem Käfig, bis ein maskierter Dschihadist mit einer Fackel Feuer legt und eine Flammenspur auf den Käfig zurast, in dem das Opfer bei lebendigem Leib verbrennt.

Jordanisches TV: Geisel wurde bereits am 3. Januar hingerichtet

Nach Informationen des jordanischen Staatsfernsehens wurde al-Kassasbeh bereits am 3. Januar getötet. Erst danach habe der IS angeboten, den Offizier gegen die inhaftierte irakische Dschihadistin Sadschida al-Rischawi auszutauschen.

Der IS hatte mit der Tötung des Jordaniers sowie des Japaners Kenji Goto gedroht, sollte die Regierung in Amman al-Rischawi nicht freilassen. Amman hatte als Bedingung für die Freilassung der Irakerin ein Lebenszeichen al-Kassasbehs verlangt. Am Wochenende veröffentlichten die Dschihadisten dann ein Video, in dem die Ermordung Gotos zu sehen war. Über das Schicksal al-Kassasbehs war zu diesem Zeitpunkt nichts bekannt.

US-Präsident Barack Obama verurteilte die grausame Hinrichtung. "Sollte das Video tatsächlich echt sein, ist es nur ein weiteres Anzeichen für die Bösartigkeit (und) Barbarei dieser Organisation." Es werde die Anti-IS-Koalition dazu bringen, ihre "Wachsamkeit und Entschlossenheit zu verdoppeln", um den IS endgültig zu besiegen.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) verurteilte die "Ermordung" des jordanischen Piloten "durch die barbarischen Terrorhorden" des IS. "Sollte sich das Video seines abscheulichen Todes als authentisch erweisen, läge das jenseits jeder menschlichen Vorstellungskraft. Einmal mehr würde ISIS zeigen, dass sie außerhalb aller zivilisatorischen Normen agieren", erklärte Steinmeier unter Verwendung eines anderen Namens für den IS.

Auch das US-Zentralkommando (Centcom) verurteilte al-Kassasbehs "grausame Ermordung" und würdigte dessen "mutige" Einsätze im Zuge der Anti-IS-Koalition.

Die USA hatten am 8. August vergangenen Jahres mit Luftangriffen gegen den IS im Irak begonnen, am 23. September wurde der Einsatz auf Syrien ausgeweitet. An der "Operation Inherent Resolve" getauften Mission beteiligen sich in Syrien Kampfflugzeuge aus Bahrain, Jordanien, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Im Irak unterstützen Australien, Belgien, Großbritannien, Kanada, Dänemark, Frankreich und die Niederlande die Luftangriffe..

Sicherheitskreise: Jordanien will inhaftierte Dschihadistin hinrichten

Nach der Hinrichtung des jordanischen Piloten Maas al-Kassasbeh durch die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) will Jordanien nach Angaben aus Sicherheitskreisen die inhaftierte irakische Dschihadistin Sadschida al-Rischawi exekutieren. Al-Rischawi werde am Mittwoch hingerichtet, sagte ein Sicherheitsvertreter am Dienstagabend der Nachrichtenagentur AFP. Die jordanische Regierung hatte nach Bekanntwerden der Tötung al-Kassasbehs eine "fürchterliche" Antwort angekündigt.

"Die Todesstrafe gegen (...) die Irakerin Sadschida al-Rischawi wird morgen im Morgengrauen vollstreckt", sagte der Sicherheitsvertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte. Al-Rischawi war nach einer Anschlagsserie auf drei Hotels in Amman, bei der Ende 2005 sechzig Menschen getötet wurden, festgenommen und im April 2006 zum Tode verurteilt worden.

In ihren im jordanischen Staatsfernsehen übertragenen Geständnissen, erklärte sie, dass sie es im letzten Moment nicht geschafft habe, den Zünder ihres Sprengstoffgürtels zu betätigen. Gemeinsam mit ihrem Mann, der sich im Radisson-Hotel mitten in einer Hochzeitfeier in die Luft sprengte, und zwei weiteren Attentätern war sie zu den Parallel-Anschlägen aufgebrochen.

Die 44-jährige Irakerin, die seit neun Jahren in einer jordanischen Todeszelle sitzt, ist für den IS eine ausgesprochen wichtige Symbolfigur. Der IS hatte in Verhandlungen mit Amman zunächst einen Austausch al-Kassasbehs gegen al-Rischawi angeboten, allerdings war der Pilot laut dem jordanischen Staatsfernsehen zu diesem Zeitpunkt bereits tot.

AFP

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