Greenpeace: Japan gefährdet eigene Bevölkerung

Berlin - Greenpeace wirft der japanischen Regierung vor, die eigenen Bevölkerung massiv zu gefährden. Entscheidende Informationen zu dem schweren Atomunfall würden verschwiegen.

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Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat der japanischen Regierung vorgeworfen, entscheidende Informationen zu dem schweren Atomunfall zu verschweigen und so die Menschen massiv zu gefährden. “Es ist unverantwortlich, wie die japanische Regierung und die Betreibergesellschaft dort ihre Informationspolitik betreiben“, sagte Christoph von Lieven, Energie-Experte bei Greenpeace, der dpa. Die Atomkraftwerke seien abgesperrt, es gebe keine unabhängigen Messungen der ausgetretenen Radioaktivität und “keine Berichte der Regierung und der Betreibergesellschaft, denen man trauen kann“. Von Lieven betonte: “Es muss den Menschen die Möglichkeit gegeben werden, geordnet aus der Gefahrenzone zu kommen. Wenn sie diese Möglichkeit nicht haben, sind die japanische Regierung und die Betreiber direkt dafür verantwortlich, dass mehr Menschen von den tödlichen Strahlen betroffen werden.“

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Bisher gehe Greenpeace davon aus, dass es zumindest eine partielle Kernschmelze des überhitzten radioaktiven Brennmaterials gegeben habe. Ob der innere Reaktorbehälter durchschmilzt, könne aber nur durch Messungen der Radioaktivität festgestellt werden, sagte von Lieven. “Es kann aber niemand dort messen.“

Besonders problematisch sei die Situation bei dem dritten Reaktor des Atomkraftwerkes Fukushima Eins. Der Reaktor werde mit sogenannten Mox-Brennelementen (Mischoxid-Brennelemente) betrieben, die Plutonium enthalten, erklärte der Experte. Plutonium sei aber nicht nur hochgradig radioaktiv, sondern auch hochgiftig.

Der katastrophale Reaktorunfall in Tschernobyl im Jahr 1986 sei anders abgelaufen als die jetzige Situation, sagte von Lieven. Damals sei der Atomreaktor explodiert und unmittelbar eine sehr große Menge Radioaktivität freigesetzt worden. “Wir hoffen ,dass es so weit in Fukushima nicht kommen wird.“

dpa

Rubriklistenbild: © ap

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