Syrer retteten sie aus dem Mob

Studentin berichtet über Silvester in Köln: Anders als erwartet

Nach den Sex-Übergriffen von Köln: Demonstranten gehen vor dem Dom auf die Straße.
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Eine Demonstrantin hält während einer Demonstration nach den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht am 9. Januar in Köln vor dem Dom ein Schild mit der Aufschrift "Keine Gewalt gegen Frauen".

Köln - In der Silvesternacht ereigneten sich in der Rheinmetropole zahlreiche Übergriffe auf Frauen. Nun meldet sich eine junge Amerikanerin zu Wort - ihre Geschichte ist ganz anders als die bisher bekannten.

Die organisierten Sex-Übergriffe während der Silvesternacht in Köln sorgten weltweit für Schlagzeilen. Mehrere Gruppen, die sich aus einer Menge von rund 1000 Personen am Kölner Hauptbahnhof lösten, haben unzählige Frauen umzingelt, begrapscht und bestohlen. Die Zahl der Strafanzeigen stieg in den Tagen nach Neujahr stetig an. Am Montag wurde vermeldet, dass ein erster Verdächtiger in U-Haft genommen wurde.

"Ich befand mich in einer Art Kampfmodus"

Nun meldete sich eine junge Amerikanerin, die 27-jährige Caitlin Duncan, zu den Ereignissen zu Wort. Der New York Times schilderte sie ihre ganz eigene Geschichte von der Kölner Silvesternacht:

Duncan, die in Tübingen studiert, feierte gemeinsam mit ihrem Freund Silvester in Köln. Im Laufe des Abends verlor sie ihn jedoch - mit ihm ihr Handy, das er für sie aufbewahrte. Sie geriet in einen Mob von Angreifern, die versuchten, sie zu küssen und ihr ihre Mütze vom Kopf reißen. Der 27-Jährigen gelang es allerdings, ihre Angreifer in die Flucht zu schlagen und sich hilfesuchend an Polizeibeamte zu wenden. Die waren jedoch mit der Räumung des Platzes beschäftigt. Die junge Frau geriet wieder in eine Gruppe Männer, die sie anfassten. "Ich befand mich in einer Art Kampfmodus und trat und schubste und schlug um mich, bis ich davonkam", erzählt sie der New York Times.

"Ich war einfach so erleichtert"

Und dann passierte etwas, womit die Amerikanerin nicht gerechnet hatte: Ein junger Mann, wie sich herausstellte ein Syrer, ging auf sie zu und fragte, ob sie Hilfe benötigte. Hesham Ahmad Mohammad war 2014 von Aleppo nach Deutschland geflohen. An diesem Abend war er mit einer Gruppe syrischer Männer unterwegs - allesamt nahmen sich der orientierungslosen Studentin an. Sie hätten Caitlin mit ihren Handys ihren Freund anrufen lassen, doch wusste die junge Frau dessen Nummer nicht auswendig.

So machte sich die Gruppe von Männern auf, Duncans Freund zu suchen und fanden ihn schließlich im Bahnhofsgelände ausfindig. "Ich war einfach so erleichtert", gibt die Studentin die befreiende Situation wieder.Caitlin Duncan steht noch heute mit dem ehemaligen Grundschullehrer Hesham Ahmad Mohammad in Kontakt.

Bettina Pohl

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