Mythos 11. März: Fukushima, Amoklauf und Terror

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Das Erdbeben in Japan löste am 11. März 2011 auch den Atomunfall im Kraftwerk Fukushima aus.

München – Die Terroranschläge von Madrid, der Amoklauf in Winnenden und die Nuklearkatastrophe in Fukushima – diese Katastrophen passierten alle am 11. März. Für Verschwörungstheoretiker kein Zufall.

Die Zahl 11 ist schuld. Sie soll fast so gefährlich sein wie die 13. Schließlich ist die 11 die kleinste zweistellige Primzahl. Wem das noch nicht gefährlich genug ist, der sollte wissen, dass die 11 auch für Sündhaftigkeit steht. Sie zählt nämlich um eins mehr als die Zehn Gebote. Verschwörungstheoretiker bereitet deshalb ein Datum mit der Zahl 11 Unbehagen.

Erdbeben und Tsunami: Bilder der Verwüstung aus Japan

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Der 11. März ist so ein mystisches Datum, an dem über das Ende der Welt spekuliert wird. Beweise dafür liefert die Geschichte: Innerhalb von acht Jahren haben sich am 11. März gleich drei Katastrophen ereignet. 2004 zündeten marokkanische Terroristen in Madrider Zügen Bomben. Dabei starben 191 Menschen. 2009 lief ein 17-Jähriger im baden-württembergischen Winnenden Amok. Er erschoss 15 andere Menschen und zum Schluss sich selbst. 2011 löste ein Erdbeben in Japan eine gigantische Flutwelle aus. In der Folge geriet das Kernkraftwerk Fukushima außer Kontrolle. Es gab Explosionen, Radioaktivität wurde freigesetzt. Die Regierung rief den atomaren Notfall aus. Auch die Terroranschläge auf das World Trade Center im September 2001 haben an einem 11. stattgefunden.

Verschwörungstheoretiker haben auf Basis dieser Katastrophen bereits den Tag des Weltuntergangs berechnet: Addiert man den 11.09.01 mit dem 10.03.11, erhält man das Datum 21.12.2012. Dass die Katastrophe in Fukushima aber erst am 11.03.11 stattgefunden hat, stört bei solchen Theorien wenig. Lieber lässt man sich von der Gegenprobe überzeugen: Addiert man die einzelnen Ziffern des Weltuntergangs am 21.12.2012, erhält man in der Summe – die 11!

Amoklauf in Realschule bei Stuttgart

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Als weiterer Beleg für den Weltuntergang am 21. Dezember wird in einschlägigen Internetforen darauf hingewiesen, dass an diesem Tag der Maya-Kalender endet. Die Verschwörungstheoretiker interessiert es nicht, dass lediglich eine Periode endet und die Maya ab dem 22. Dezember die Tage weiterzählen. Die Verschwörungstheorien haben schließlich ihren Weg auch zu Filmemacher Roland Emmerich gefunden. Vor drei Jahren produzierte er den Katastrophenfilm "2012", der auf der Vermutung des Weltuntergangs basiert.

Bei der NASA häuften sich seit dem Kinohit besorgte Anfragen. Vor wenigen Wochen sah sich die US-Behörde für Luft- und Raumfahrt genötigt, der aufkommenden Panik Einhalt zu gebieten. Auf ihrer Internetseite versichert die NASA, dass der Erde am 21.12.2012 nichts Schlimmes passieren wird. Es stehe lediglich die alljährliche Wintersonnenwende bevor - die längste Nacht des Jahres.

lot

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