Kältewelle: Mehrere Menschen erfrieren

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Ein Passant räumt am Mittwoch (01.12.2010) bei Ahrensbök Schnee. Auch einen Tag nach dem Schneechaos in Teilen Schleswig-Holsteins hat das Winterwetter den Autofahrern am Mittwoch weiter Probleme bereitet.

Berlin - Eisiger Wind, Schnee und Glatteis, klirrende Kälte - so beginnt der Dezember in Mitteleuropa. Mehrere Menschen sind bereits erfroren. In Hessen ist ein Ladendach eingestürzt und immer wieder krachte es auf den Straßen.

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Unter der Last von Schnee und Eis ist das Flachdach eines Bekleidungsgeschäftes in Hessen am Mittwoch eingestürzt. Verletzt wurde niemand, teilte die Polizei Darmstadt mit. Die Gefahr sei noch rechtzeitig bemerkt worden. Ein benachbarter Lebensmittelmarkt im südhessischen Griesheim wurde in Mitleidenschaft gezogen.

Der Dezember hat so kalt wie schon lange nicht mehr begonnen. Zum meteorologischen Winterbeginn herrschte in weiten Teilen Europas eisige Kälte. Flughäfen waren lahmgelegt, in Polen starben mehrere Obdachlose. In Österreich erfror ein Mann, der gestürzt und ohnmächtig geworden war. Der Straßen- und Eisenbahnverkehr war vielerorts behindert. In Deutschland ließen zweistellige Minustemperaturen vor allem die Menschen im Osten bibbern. Weil Lastwagen nicht durchkamen, gab es im Großhandel erste Engpässe bei Obst und Gemüse.

Klirrende Kälte und jede Menge Schnee in Deutschland

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Entwarnung war nicht in Sicht: In der Nacht sollte es in vielen Regionen erneut heftig schneien. Und es bleibt eisig. Der 1. Dezember sei an vielen Orten Deutschlands der kälteste seit Messbeginn gewesen, sagte Meteomedia-Meteorologe Thomas Globig. Berlin-Dahlem meldete mit minus 10,9 Grad den kältesten 1.12. seit fast 80 Jahren. Mit dicken Mützen und Schals vorm Gesicht schützten sich die Menschen vor der beißenden Kälte. In Nordrhein-Westfalen sagte Ortrun Roll vom Deutschen Wetterdienst (DWD): “Kälter war es zuletzt 1973.“

Während am Adventskalender das erste Türchen zu öffnen war, bekam mancher am Morgen kaum die zugefrorene Autotür auf. Endlich losgekommen, landete so mancher Fahrer mit seinem Wagen kurz darauf in einer Schneewehe, rutsche in den Graben oder knallte gegen einen der Bäume, die unter ihrer Schneelast zusammenbrachen. In Thüringen wurde vor Waldspaziergängen gewarnt. Besonders tiefe Temperaturen wurden in Sachsen gemessen: Bis zu minus 17 Grad meldete DWD aus Kubschütz. Deutschlands größter Flughafen in Frankfurt/Main meldete nach dem Schneechaos der vergangenen Tage zunächst weitgehend normalen Betrieb, am Abend sollte es jedoch erneut schneien.

Viele Flüge fallen aus

Am Flughafen München fielen mehr als 250 Flüge aus. Am Frankfurter Großmarkt kamen weniger Waren an, weil Lastwagen im Schnee steckenblieben oder verspätet eintrafen. Betroffen seien zum Beispiel Tomaten, Auberginen und Paprika aus Spanien, hieß es am Mittwoch bei der Fruchtimport und Handelsgesellschaft Lindner am Großmarkt. Aus einem Kaufhaus in Düsseldorf hieß es: “Wir verkaufen gerade massig Mützen, Schals und Handschuhe.“ Wenn der Verkauf in diesem Tempo weitergehe, gebe es bald einen Engpass.

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In Polen erfroren allein am Dienstag acht Männer. Sie seien zwischen 33 und 72 Jahren alt und alle betrunken gewesen, sagte ein Polizeisprecher in Warschau. In der Nacht zum Mittwoch war es im Osten des Landes bis zu minus 26 Grad kalt. Bereits an den Tagen zuvor waren mehrere Menschen erfroren. Heftiger Schneefall legte den Genfer Airport am Dienstagabend komplett lahm. Alle Flüge wurden gestrichen. Die Flughäfen London Gatwick und Edinburgh sagten am Mittwoch zeitweise jegliche Starts und Landungen ab. In Schottland meldeten Wetterstationen bis zu minus 20 Grad. In Frankreich standen mehr als 10 000 Lastwagen wegen Schneefalls still. Besonders betroffen war Lyon, wo am Vormittag 20 Zentimeter Neuschnee lagen und kein einziger Bus fuhr.

dpa

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