Standsicherheit angezweifelt

Kometen-Landung: "Philae" schickt erstes Foto

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Das erste Foto vom Kometen hat die Erde erreicht.

Darmstadt - Am Mittwoch soll erstmals in der Geschichte der Raumfahrt eine Sonde auf einem Kometen landen. Wir berichten im Live-Ticker über die spektakuläre Mission der Raumsonde "Rosetta".

AKTUALISIEREN

21.41 Uhr +++ Erst der Donnerstag wird Aufklärung darüber bringen, was bei der Landung der Forschungssonde nun wirklich passiert ist. Bis dahin verabschieden wir uns aus diesem Ticker. Vielen Dank!

21.01 Uhr +++ Mittlerweile ist klar: Die Landung der Forschungssonde auf dem Kometen ist nicht so planmäßig verlaufen wie zunächst vermutet. Die beiden Harpunen des "Philae"-Forschungsroboters bohrten sich offenbar nicht wie geplant in die Kometenoberfläche. Dies bedeutet, dass der Lander im Kometenboden nicht verankert ist. Genaueren Aufschluss über die Vorgänge bei der Landung können erst weitere Daten bringen, die am Donnerstag die Erde erreichen sollen.

20.10 Uhr +++ Kurz vor der Landung auf dem Kometen ist dieses Foto entstanden:

19.44 Uhr +++ Noch immer ist nicht klar, ob "Philae" sicher auf dem Kometen verankert ist oder nicht. Gewissheit können nur die einlaufenden Daten bringen, doch die Funkverbindung schwankt.

18.36 Uhr +++ Im Moment ist noch unklar, ob "Philae" wie geplant mit Harpunen im Kometenboden verankert werden konnte.

18.33 Uhr +++ Mit der Übertragung der Daten scheint es aber wohl ein Problem zu geben. Noch immer sind keine Bilder angekommen.

18.05 Uhr +++ Jetzt warten alle darauf, die ersten Bilder vom Kometen zu sehen.

17.19 Uhr +++ Das Europaparlament gratuliert dem ESA-Team via Twitter.

17.04 Uhr +++ "Philae" ist angekommen. Das erste Mal in der Geschichte der Weltraumfahrt setzt eine Sonde auf einem Kometen auf. Die Landeeinheit twittert ihre neue Adresse: den Kometen „67P/Tschurjumow-Gerassimenko".

16.30 Uhr+++ Im Kontrollzentrum der ESA wird die Landung mit Spannung erwartet

16.48 Uhr  +++ Das Zeitfenster für die Landung hat begonnen. In etwa 8 Minuten könnte die Landeeinheit "Philae" schon auf dem Kometen "Tschuri" aufsetzen. "Philae" twittert seiner Muttersonde "Rosetta": "Fast angekommen".

15.54 Uhr +++ Das zweite Foto aus dem All ist angekommen. Diesmal gesendet von Weltraumsonde "Rosetta" - es zeigt die Landeeinheit "Philae" auf seiner Reise zu dem Kometen "Tschuri", kurz nach der Abkopplung.

15.52 Uhr +++ Astronaut Alexander Gerst wünscht "Philae" viel Glück bei der Landung: "Ich und die Welt sind an deiner Seite!"

15.49 Uhr +++ "Ich mag die Form des Kometen - er erinnert mich an einen Stiefel" - sagt Svetlana Gerasimenko, Mitentdeckerin des „67P/Tschurjumow-Gerassimenko“ in ihrem Interview im ESA-Livestream (siehe unten)

Die erste Aufnahme von "Philae" - sie zeigt die Raumsonde "Rosetta" kurz nach der Abkopplung.

15.18 Uhr  +++ Das erste Foto der Weltraummission ist angekommen. Es wurde von der Kamera CIVA an Board von der Landeeinheit "Philae" gemacht und zeigt die Weltraumsonde "Rosetta" von unten - kurz nach der Abkopplung um 9.35 Uhr am Mittwoch Morgen.

Wie groß ist der Komet "Tschuri" eigentlich?

In dieser Computersimulation schwebt der vier Kilometer große Komet über Darmstadt.

+++ Der Komet „67P/Tschurjumow-Gerassimenko“ ist vier Kilometer groß. Um sich das besser vorstellen zu können, hat ESA auf ihrem Blog den Kometen mal virtuell über die Großstädte Europas fliegen lassen.

14.40 Uhr  +++ Die ersten Daten von "Philae" wurden empfangen. Sie zeigen: bei der riskanten Weltraummission verläuft alles nach Plan. Bald werden die ersten Bilder der Abspaltung, die heute morgen stattfand, erwartet.

+++ Auch die amerikanischen Kollegen der NASA verfolgen die "Rosetta"-Mission der ESA und beginnen ihre Berichterstattung auf NASA-TV ab 9 Uhr morgens Ortszeit in New York.

14.10 Uhr +++ Professor Mark McCaughrean, Senior Science Berater der ESA erklärt in seinem BBC interview: "Im Moment sind wir uns nicht sicher ob die Gasstrahlruder, die "Philae" neben angebrachten Harpunen und Eisschrauben bei der sanften Landung auf "Tschuri" behilflich sein sollen voll funktionsfähig sind. Ein weiterer Risikofaktor einer ohnehin schon ambitionierten Mission. Ob alles gut geht, werden wir heute Nachmittag sehen."

+++ Landeeinheit "Philae" hat seinen eigenen Twitter-Account, auf dem sie seiner Muttersonde "Rosetta" verspricht, Hunderte von Postkarten zu schicken.

12.52 Uhr +++ Die ganze Welt fiebert bei der spektakulären "Rosetta"-Mission mit. Auf Twitter ist der Hashtag #CometLanding mit 717 Tweets pro Minute gerade das beherrschende Thema.

12.27 Uhr  +++ Hermann Böhnhardt vom Max-Planck-Institut (MPI) für Sonnensystemforschung in Göttingen ist der leitende Wissenschaftler der Landemission. Er hat gerade im Live-Stream der ESA mit zwei Kollegen den aktuellen Stand der Mission erklärt.

12.06 Uhr +++ Erleichterung im ESA Kontrollzentrum in Darmstadt: Weltraumsonde "Rosetta" ist in Kontakt mit Landeeinheit "Philae". Zunächst hatte man nur ein Signal von "Rosetta" und verlor den Kontakt zu "Philae". Dieser Kontaktverlust war zwar vorauszusehen, dennoch ist man froh, dass weiterhin alles nach Plan verläuft. Der nächste Meilenstein auf der Reise ist also geschafft. Als Nächstes erwartet man Bildaufnahmen von der Abkopplung der beiden Geräte.

+++ Der Wissenschaftler des "Rosetta"-Teams, Matt Taylor, ist zuversichtlich, dass heute alles gut geht. So sehr, dass er sich das Landeszenario auf sein Bein tätowieren lassen hat. Ein Video darüber stellte der ESA-Wissenschaftler auf YouTube.  

+++ Multi Purpose Sensor One (kurz MUPUS) ist eines der Instrumente an Board der Landeeinheit "Philae" und wird die Bodenbeschaffenheit des Kometen "Tschuri" auswerten. So sieht das Gerät aus:

+++ Ihnen ist die Erleichterung geradezu anzusehen - das "Rosetta"- Team der ESA twittert über eine erfolgreiche Abspaltung der "Philae" Landeeinheit.

So hört sich der Komet Tschuri an 

+++ "Rosetta" hat in seiner Umkreisung von "Tschuri" mysteriöse Töne in Form von magnetischen Schwingungen aufgenommen, die offenbar von dem Kometen ausgehen. Eigentlich sind diese Töne für das menschliche Ohr kaum wahrnehmbar - ESA hat sie allerdings bearbeitet, sodass wir sie hier anhören können.

+++ Die gesamte Reise der "Rosetta" der letzten 10 Jahre kann man dank einer Computeranimation der ESA nachvollziehen.

+++ Auch der heimgekehrte Astronaut Alexander Gerst verfolgt die Mission von "Rosetta" aus dem ESA Kontrollzentrum in Köln

10:03 Uhr  +++ Das Signal wurde empfangen: Die Abkopplung der Landeeinheit "Philae" ist erfolgreich verlaufen - nun beginnt die siebenstündige Reise von "Philae" auf den Kometen „67P/Tschurjumow-Gerassimenko“

+++ Die ESA berichtet auf ihrer Homepage im Livestream (siehe unten) über die Kometenlandung. Auf Twitter wird unter dem Hashtag "#CometLanding" berichtet.

9.35 Uhr +++ Die Landeeinheit "Philae" ist soeben von der Raumsonde "Rosetta" getrennt worden und macht sich nun auf den Weg zum Kometen „67P/Tschurjumow-Gerassimenko“ - Esa berichtet: Ob die Operation erfolgreich durchgeführt wurde erfahren wir in circa einer halben Stunde - solange brauchen Signale um die Entfernung von ca. einer halben Milliarde Kilometer zur Erde zurückzulegen

+++ Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) steht kurz vor der spektakulären Landung auf einem Kometen. Die Raumsonde „Rosetta“ sei etwa 30 Kilometer von „67P/Tschurjumow-Gerassimenko“ entfernt, sagte am Montag Paolo Ferri, Chef des Esa-Flugbetriebs im Satelliten-Kontrollzentrum Esoc in Darmstadt.

+++ Auch William Shatner, alias Captain Kirk (Raumschiff Enterprise) fiebert bei der Kometen-Landung mit

Die Sonde sollte an diesem Mittwochmorgen ihre Umlaufbahn um den Kometen verlassen und dann Kurs Richtung Landeplatz „Agilkia“ nehmen. Das Absetzen des Mini-Labors „Philae“ ist aus einer Höhe von 22 Kilometern geplant. Die Landung von „Philae“ am Nachmittag soll der Höhepunkt der vor zehn Jahren gestarteten Mission werden.

Mit „Philae“ wollen Wissenschaftler einen Blick in die Kinderstube des Sonnensystems werfen. Kometen - eine Mischung aus Stein, Eis und Staub - sollen wie ein Kühlschrank Urmaterie vom Beginn vor 4,6 Milliarden Jahre enthalten.

Vor allem das Aufsetzen von „Philae“ ist ein spannender Moment, da nicht bekannt ist, ob der Komet eine feste Oberfläche hat. Geplant ist, dass nach dem Aufsetzen des Landers zwei Harpunen in den Kometenboden gefeuert werden. „So dürfte sich „Philae“ auch bei einem weicheren Untergrund festkrallen können“, sagte Stephan Ulamec, der „Philae“-Projektleiter beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln.

"Rosetta"-Sonde: Kometenlandung im All

"Rosetta"-Sonde: Kometenlandung im All

Die wichtigsten Fakten über "Rosetta"

> Die Mission "Rosetta" wurde nach dem Rosetta-Stein aus der gleichnamigen ägyptischen Stadt getauft. Der Stein wurde 1799 von Archäologen ausgegraben und seine Beschriftungen dienten zur Entzifferung von ägyptischen Hieroglyphen.

> Die waschmaschinengroße Landeinheit "Philae" wiegt insgesamt 100 Kilogramm und funktioniert als Minicomputer. In dem Labor an Board werden die, durch Bohrungen von der Kometenoberfläche entnommenen Proben, ausgewertet.

> Der Komet 67P/Tschurjumov-Gerassimenko hat den Kosenamen "Tschuri" und ist der erste Komet der Besuch von der Erde bekommt. Entdeckt wurde er 1969 von dem ukrainischen Astronaut Klim Tschurjumow, der ihm auch seinen komplizierten Namen verlieh.

> Der Landeplatz von "Philae" wurde "Agilkia" genannt, wie die Insel im Niltal auf der die Tempelanlagen von Philae stehen, die wiederrum der Landeeinheit seinen Namen verliehen.

Die lange Reise der "Rosetta"

Weit über sechs Milliarden Kilometer in gut zehneinhalb Jahren - die europäische Kometensonde "Rosetta" hat eine lange Strecke hinter sich, wenn ihre Mission am Mittwoch mit der Landung eines Mini-Labors auf dem Zielkometen 67P/Tschurjumov-Gerassimenko ihren Höhepunkt findet. Um Schwung auf ihrer Reise aufzunehmen, passierte die "Rosetta"-Sonde im vergangenen Jahrzehnt dreimal die Erde und einmal den Mars.

2. März 2004: "Rosetta" startet an Bord einer Ariane-5G-Trägerrakete vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana.

4. März 2005: Erster Vorbeiflug an der Erde in 1955 Kilometern Entfernung.

25. Februar 2007: "Rosetta" passiert unseren Nachbarplaneten Mars in einer Distanz von nur 250 Kilometern.

13. November 2007: Zweiter Vorbeiflug an der Erde, diesmal in 5301 Kilometern Entfernung.

5. September 2008: "Rosetta" begegnet im All dem Asteroiden Steins, der zwischen Mars und Jupiter seine Bahn um die Sonne zieht. Die Sonde nähert sich dem kleinen Himmelskörper bis auf 802,6 Kilometer.

13. November 2009: Dritter Vorbeiflug an der Erde in 2480 Kilometern Distanz.

10. Juli 2010: "Rosetta" passiert den großen Asteroiden Lutetia und nähert sich ihm bis auf 3162 Kilometer.

8. Juni 2011: Aus Energiespargründen werden die Instrumente von "Rosetta" in eine zweieinhalbjährige "Tiefschlafphase" versetzt.

20. Januar 2014: "Rosetta" erwacht planmäßig aus dem "Winterschlaf", ihre Instrumente werden nach und nach reaktiviert.

6. August 2014: Ankunft am Kometen Tschurjumov-Gerassimenko. "Rosetta" schwenkt in den folgenden Tagen in eine Umlaufbahn um den Brocken aus Eis, gefrorenen Gasen und Staub ein.

12. November 2014: "Rosettas" Landeeinheit "Philae" soll sich von der Muttersonde lösen und auf die Oberfläche des Kometen hinabsinken. Dort soll sie sich mit Harpunen festzurren.

ESA Livestream zur Kometenlandung

joh/dpa/vh

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