Öl-Propaganda im Kinderzimmer

Greenpeace: Lego-Clip als Protest gegen Lego

Lego-Figuren stecken bis zum Hals in Erdöl.
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Lego-Figur steckt bis zum Hals in Erdöl.

Billund - Ausgerechnet mit Lego-Figuren protestiert Greenpeace in einem aufwändigen Clip gegen den legendären Klötzchen-Hersteller. Hintergrund ist dessen zweifelhafte Kooperation mit Shell.

So sieht für Greenpeace ein hochrangiger Shell-Vertreter aus.

Das Video ist auf den ersten Blick nett anzusehen, vermittelt aber doch eine heftige Nachricht. Darin ist zunächst eine arktische Landschaft zu sehen mit unberührter Natur, glücklichen Menschen und Tieren. Bald jedoch rückt der Shell-Konzern an und errichtet mit schwerem Gerät und selbstgefällig dreinblickenden Bossen eine Ölbohrinsel. Da passiert ein Unfall und die Katastrophe nimmt ihren Lauf: Nach und nach versinken Flora, Fauna und Menschen in den immer höher steigenden Fluten des schwarzen Goldes. Am Schluss des Clips rufen die Umweltschützer auf, eine Petition zu unterschreiben, die Lego dazu bringen soll, seine Kooperation mit Shell zu beenden.

Hier geht's zum Greenpeace-Video

Diese besteht laut der Märkischen Online-Zeitung seit 2011 zwischen dem Ölkonzern, den Spielzeug-Machern sowie Ferrari und hatte zur Folge, dass man heute im Legoland eine Shell-Tankstelle aus Legobausteinen besichtigen kann. Im Gegenzug verkauft Shell kleine Ferraris aus Lego.

Lego: Kein Kommentar

Zum einen kritisiert Greenpeace die Tätigkeiten des Energielieferanten an sich. Die Zusammenarbeit mit dem dänischen Kult-Spielzeug-Macher diene aber auch der Imagepolitur. Wie das Greenpeace-Magazin berichtet, versuche der Ölkonzern so, seine umstrittenen Ölbohrpläne in der Arktis besser aussehen zu lassen: "Shell hat eine Invasion der Kinderzimmer gestartet, um sein Image aufzupolieren, während die Arktis von tödlichen Öllecks bedroht wird." Die Propaganda habe in Kinderzimmern Einzug gehalten, empört sich Greenpeace: "Shell is polluting our kids' imaginations" ("Shell verschmutzt die Fantasie unserer Kinder"), heißt es am Ende des Videoclips, der in zwei Wochen bereits knapp fünf Millionen Mal geklickt wurde. Zudem stünde die Zusammenarbeit Legos mit Shell im Widerspruch zur Klimapolitik des Spielzeug-Unternehmens.

Bislang hält sich Lego zur großangelegten Kampagne von Greenpeace bedeckt - kein Kommentar, heißt es.

maz/hn

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