Löwen erkennen sich am Gebrüll

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Ein brüllendes Löwenmännchen in einem Zoo. Foto: Roland Weihrauch

Wie identifizieren Löwen ihre Artgenossen aus dem Rudel? Das haben Experten bei Experimenten im Okavango-Delta in Afrika erforscht.

London (dpa) - Löwen erkennen sich in der Wildnis gegenseitig am Gebrüll. Das hat die Studie eines internationalen Forscherteams bestätigt. Demnach können die Raubkatzen das Brüllen eines Artgenossen einem Tier aus ihrem Rudel zuordnen, ohne das entsprechende Tier zu sehen.

Die Fähigkeit, einzelne Individuen aus der eigenen Gruppe zu identifizieren gilt als grundlegende Fähigkeit, um komplexe soziale Strukturen zu entwickeln.

Für die Studie beschallten die Wissenschaftler monatelang 20 Löwen im Okavango-Delta in Botsuana mit den Aufnahmen ihrer Artgenossen. Ein Fahrzeug mit Lautsprecher versperrte dabei den Löwen die Sicht aufeinander, wie das Team im Fachjournal "Biology Letters" berichtet.

Von der Reaktion der Raubkatzen schlossen die Wissenschaftler darauf, dass die Tiere das Gebrüll aus dem Lautsprecher einzelnen Tieren ihres Rudels zuordnen können. Hörten die Tiere zum Beispiel das Brüllen eines Löwen, den sie nicht kurz vorher gesehen hatten, schauten sie sich länger suchend um. Löwen leben in Rudeln. Ihr Gebrüll ist über mehrere Kilometer weit zu hören.

Obwohl weithin davon ausgegangen wird, dass sich Tiere gegenseitig mithilfe verschiedener Sinnesorgane erkennen können, fehlten dafür bislang wissenschaftliche Belege in freier Wildbahn.

An den Tests waren Experten der britischen Universitäten Nottingham und Sussex sowie einer Stiftung zum Schutz von großen Raubtieren in Botsuana (Botswana Predator Conservation Trust) beteiligt.

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