Friedensnobelpreis verliehen

Starke Rede von Malala: "Ich kämpfe weiter"

Malala.
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Friedensnobelpreisträgerin Malala bei der Verleihung in Oslo.

Oslo - Das pakistanische Mädchen Malala Yousafzai hat bei seiner Dankesrede für die Verleihung des Friedensnobelpreises angekündigt, weiter das Recht auf Bildung durchzusetzen.

"Ich kämpfe weiter, bis ich alle Kinder zur Schule gehen sehe", sagte die bislang jüngste Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai am Mittwoch in Oslo. Auch der Inder Kailash Satyarthi erhielt den Friedensnobelpreis für sein Engagement für Kinder.

"Warum ist es so einfach, uns Waffen zu bringen aber so schwierig, uns Bücher zu geben?", fragte die 17-Jährige. Sie verstehe nicht, warum sogenannte "mächtige" Länder so gut darin seien, Kriege zu beginnen aber beim Erreichen von Frieden versagten. "Die sogenannte 'Erwachsenenwelt' mag das verstehen, aber wir Kinder tun es nicht."

Satyarthi, der mit der von ihm gegründeten Organisation Bachpan Bachao Andolan nach eigenen Angaben schon rund 80.000 Kinder aus der Zwangsarbeit befreit hat, hielt ebenso wie seine Co-Preisträgerin ein Plädoyer für Kinderrechte. Er weigere sich zu akzeptieren, dass die Welt nicht genug Geld für Schulbildung haben solle, während die Militärausgaben einer einzigen Woche ausreichten, um allen Kindern Unterricht zu ermöglichen. "Ich weigere mich zu akzeptieren, dass die Ketten der Sklaverei stärker sein sollen als das Streben nach Freiheit", sagte der 60-Jährige.

"Ein junges Mädchen und ein etwas älterer Mann, die eine aus Pakistan, der andere aus Indien, die eine Muslima und der andere Hindu," sagte der Vorsitzende des Nobel-Komitees, Thorbjörn Jagland. Beide seien Symbole dessen, was die Welt brauche: "Mehr Einigkeit, Brüderlichkeit zwischen den Nationen!" Die Zeremonie im Rathaus der norwegischen Hauptstadt wurde durch den plötzlichen Auftritt eines Mannes gestört, der vor Malala eine mexikanische Flagge ausrollte, bevor das Sicherheitspersonal ihn fortbrachte. Laut der Polizei wurde er anschließend festgenommen.

Malala und Satyarthi wurden vor der Preisverleihung in Oslo von tausenden Schulkindern mit Jubel empfangen. Um die 7000 Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren fanden sich vor dem Nobel-Zentrum ein, um die Preisträger zu feiern. Dabei gaben sie den Kindern auch Interviews, in denen sie über den Ursprung ihres Engagements, ihre anhaltende Motivation sowie ihre jetzige Bekanntheit erzählten.

Das Nobel-Komitee hatte die diesjährigen Preisträger am 10. Oktober bekannt gegeben. Die prestigeträchtige Auszeichnung besteht aus einer Goldmedaille, einer Urkunde und einem Scheck über acht Millionen schwedische Kronen (rund 860.000 Euro), den sie sich nun teilen.

Für Malala stellt die Verleihung in Oslo den vorläufigen Höhepunkt einer ganzen Reihe von Anerkennungen dar, die ihr seit einem fehlgeschlagenen Mordversuch durch die Taliban im Oktober 2012 zuteil wurden. So wurde das Mädchen, das heute mit ihrer Familie in Großbritannien lebt, bereits im Weißen Haus in Washington, im britischen Buckingham Palace und als Rednerin auf der Haupttribüne der Vereinten Nationen in New York empfangen und veröffentlichte trotz ihres jugendlichen Alters bereits eine Biografie.

Vor der Verleihung sagte Malala dem britischen Rundfunk BBC, ihre Aufgabe sei mit der Preisverleihung keinesfalls erfüllt. Nach Angaben der UNO erhalten nach wie vor knapp 58 Millionen Kinder im schulpflichtigen Alter keine schulische Ausbildung. Um dagegen weiter vorzugehen, könne sich das Mädchen auch vorstellen, Regierungschefin Pakistans zu werden. "Wenn ich meinem Land damit dienen kann, indem ich Politikerin und Premierministerin werden kann, dann würde ich mich sicher dafür entscheiden", sagte sie der BBC.

AFP

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