Nicht der einzige Fall

Wiener hortet 200 Tauben in verwahrlostem Haus

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Rund 200 Tauben hat ein Mann in Wien in seinem Haus gehalten.

Wien/Calgary - Ein sogenannter Tierhorter hat bei Wien mit rund 200 Tauben in einem verwahrlosten Haus zusammengelebt. Ein ähnlicher Fall hat in Kanada Schlagzeilen gemacht. Dort lebte ein Mann mit mehr als tausend Mäusen zusammen.

Der Mann habe die inzwischen befreiten Vögel unter katastrophalen Bedingungen in seinem Haus in Wien gehalten, berichtete der Wiener Tierschutzverein (WTV) am Donnerstag. „Möbel, Wände und Böden waren von Exkrementen, Federn, Schmutz und Müll übersät“, sagte ein WTV-Sprecher nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA. „Die Fenster waren derart verschmutzt, dass im Hausinneren praktisch Dunkelheit herrschte.“

Der extreme Fall von Tiersammelsucht - auch bekannt als „Animal Hoarding“ - wurde erst bei einem Notarzteinsatz bekannt, nachdem der Taubenhalter erkrankt war. Die Tierschützer bargen mehr als 70 Vögel und übergaben sie dem Amtstierarzt, viele andere flogen ins Freie. Weitere Tauben seien im Hof des Hauses in Schwechat zusammengepfercht in kleinen Käfigen gefunden worden.

Zudem wurden etliche tote Zuchttauben „in sämtlichen Verwesungsstadien“ entdeckt. Die Tierretter mussten sich mit Atemmasken und Schutzanzügen ausrüsten. Trotz des Gestanks wollen Nachbarn nichts vom Schicksal der Tiere mitbekommen haben, sagte WTV-Präsidentin Madeleine Petrovic.

Mann lebt mit mehr als tausend Mäusen im Haus

Ein ähnlicher Fall sorgte im kanadischen Calgary für Schlagzeilen. Dort hat ein Mann mit mehr als tausend Mäusen, mehreren Hunden, Katzen und Dutzenden Fischen unter einem Dach gewohnt. Die Tiere waren in erbärmlichen Zustand.Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde in Calgary (Kanada) haben die Tiere in einem Haus entdeckt. Das Haus sei aus hygienischen Gründen unbewohnbar, erklärte die Tierschutzorganisation Humane Society am Mittwoch (Ortszeit), die von der "bedeutendsten Beschlagnahmung von Tieren in der Geschichte Calgarys" sprach.

Die Polizei hatte die Gesundheitsbehörden auf die unhaltbaren Zustände aufmerksam gemacht. Insgesamt wurden 1037 Mäuse, drei Katzen, drei Hunde und 80 Fische vorgefunden - die meisten in einem erbärmlichen Zustand. So hausten die Mäuse in Kartons, Wannen und Käfigen. 275 der Tiere hätten sofort getötet werden müssen. Es sei ihm völlig unklar, was der Besitzer mit all den Mäusen wollte, aber er werde sich verantworten müssen, erklärte der Chef der Humane Society, Brad Nichols.

AFP

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