Mediziner: Labortests bei Borreliose oft unnötig

+
Borreliose ist hierzulande die häufigste von Zecken übertragene Krankheit. Foto: Patrick Pleul/Archiv

Garten, Stadtpark, Wald: Zecken können überall lauern. Manche von ihnen können Krankheiten übertragen - am häufigsten die Borreliose.

Erfurt (dpa) - Bei Verdacht auf Borreliose nach Zeckenstichen setzen Ärzte nach Ansicht der deutschen Borreliosegesellschaft zu oft unbegründet auf kostspielige Laboruntersuchungen.

Beim Großteil der Verdachtsfälle sei ein roter Ring auf der Haut als wichtigstes Anzeichen so offensichtlich, dass Labordiagnostik überflüssig sei, sagte der Frankfurter Mediziner Klaus-Peter Hunfeld bei einer Tagung der Gesellschaft. "Da reichen Blickdiagnostik und eine gründliche Befragung der Patienten."

Borreliose ist hierzulande die häufigste von Zecken übertragene Krankheit. Allein für Ostdeutschland wurden laut Berliner Robert Koch-Institut (RKI) im vergangenen Jahr rund 5000 Fälle erfasst, die meisten in Brandenburg und Sachsen. 2015 sind im Osten bislang rund 250 Erkrankungen gemeldet worden.

Eine flächendeckende Meldepflicht für Borreliose existiert nicht, Schätzungen gehen aber von Zehntausenden Fällen jährlich in Deutschland aus. Zum Vergleich: Von der ebenfalls von Zecken übertragenen Frühsommer-Enzephalitis (FSME) registrierte das RKI 2014 bundesweit 283 Fälle.

Bei Borreliose gelangen Bakterien (Borrelien) durch den Stich einer infizierten Zecke ins Blut. Neben der sogenannten Wanderröte, einem roten Ring oder Fleck um die Einstichstelle, sind Muskel- und Gelenkschmerzen häufige Symptome. Behandelt wird mit Antibiotika. Im Gegensatz zur Viruserkrankung FSME gibt es gegen Borreliose keine vorbeugende Impfung. Infizierte, die nicht oder nicht ausreichend behandelt wurden, können schwere und chronische Symptome entwickeln.

Programm

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.