Weltweite Gefahr 

Mehr als 400 US-Drohnen abgestürzt

Drohne
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Ein undatiertes Handout der US Air Force zeigt eine Drohne vom Typ MQ-1 Predator.

Washington - Offiziell gelten sie als sicher, doch tatsächlich stellen die Drohnen der US-Streitkräfte auch unbewaffnet eine ziemlich reale Gefahr dar.

Mehr als 400 große US-Drohnen sind weltweit nach einem Bericht der „Washington Post“ seit dem Jahr 2001 abgestürzt. Die Zeitung untersuchte für ihren Exklusivbericht mehr als 50.000 Seiten mit Unfallberichten. Demnach hätten die unbemannten Flugzeuge wegen technischer Defekte, menschlichem Versagen, schlechtem Wetter und aus anderen Gründen versagt. Die USA, die Drohnen seit Jahren für Angriffe im Anti-Terror-Kampf und zur Überwachung einsetzen, haben die Maschinen auch für Flüge über bewohnten Gebieten stets als sicher eingestuft. Nach Angaben der „Washington Post“ wurden tödliche Vorfälle bei den untersuchten Abstürzen teilweise nur knapp vermieden.

Dabei seien die Drohnen unter anderem in Häuser, Bauernhöfe oder auf Schnellstraßen gestürzt. In einem Fall habe es über Afghanistan gar einen Zusammenstoß in der Luft mit einem Transportflugzeug der US-Luftwaffe gegeben. Tote habe es dabei zwar nicht gegeben, doch zeigten die Unterlagen, dass in vielen Fällen nur sehr knapp eine Katastrophe abgewendet werden konnte oder die Beteiligten einfach schlicht Glück gehabt hätten.

Auch seien mehrere Drohnen der Streitkräfte bei ihren Flügen in großer Höhe verschwunden und wurden nie wieder gesehen. Zum Teil, weil die Piloten, die die Flugkörper aus der Ferne steuern, die Kontrolle über die Drohnen verloren hatten. Dies sei etwa im September 2009 der Fall bei einer bewaffneten Drohne vom Typ „Reaper“ gewesen. Das Kriegsgerät mit einer Spannweite von mehr als 20 Metern wurde dann von US-Kampfflugzeugen nahe Tadschikistan abgeschossen. Im April stürzte eine rund 170 Kilo schwere Drohne der US-Streitkräfte in unmittelbarere Nähe des Schulhofes einer Grundschule ab - nur wenige Minuten nachdem die Kinder nach Hause gegangen waren, berichtet die Zeitung weiter.

Besonders häufig von Abstürzen betroffen sei demnach die Drohne vom Typ „MQ-1 Predator“. Fast die Hälfte aller von der US-Luftwaffe gekauften „Predator“ seien in schwere Unfälle verwickelt gewesen. Ein Exemplar kostet weniger als vier Millionen Dollar (rund 2,9 Millionen Euro). Die US-Streitkräfte besitzen laut „Washington Post“ rund 10 000 Drohnen unterschiedlichen Typs.

In den USA haben sich die Drohnen auch jenseits des militärischen Einsatzes ausgebreitet. Bauern begutachten mittels Drohnen die Ernte auf ihren Feldern, Nachrichtensender machen damit TV-Bilder. Immobilienmakler nutzen Drohnen, um Luftaufnahmen von ihren Grundstücken zu machen.

Der Online-Handelsriese Amazon arbeitet nach eigenen Angaben daran, künftig mit unbemannten Fluggeräten Pakete ausliefern zu können. Google übernahm im April einen Hersteller von Drohnen. Der Konzern will mit Hilfe der Fluggeräte Internet in entlegene Gebiete bringen. Facebook hat ähnliche Pläne.

dpa

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