1. Startseite
  2. Welt

Mehrere hundert Menschen hielten Mahnwache gegen Gewalt in Hameln

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Thomas Kopietz

Kommentare

Ratlosigkeit: Der Bruder des Opfers und seine Kinder stehen am bei einer öffentlichen Mahnwache in der Prinzenstraße in Hameln und halten ein Plakat mit Aufschrift „Warum??? hoch. Foto: dpa
Ratlosigkeit: Der Bruder des Opfers und seine Kinder stehen am bei einer öffentlichen Mahnwache in der Prinzenstraße in Hameln und halten ein Plakat mit Aufschrift „Warum??? hoch. Foto: dpa

Hameln. Sie setzten ein Zeichen: Mehrere hundert Menschen haben in Hameln mit einer Mahnwache gegen Gewalt protestiert, ihre Anteilnahme und ihr Entsetzen geäußert.

Die Menschen kamen am Mittwochabend friedlich an dem Ort zusammen, wo sich am Sonntagabend eine brutale Gewalttat an einer 28-jährigen Frau ereignet hatte.

Die Frau war am Sonntag von ihrem früheren, 38 Jahre alten Lebensgefährten, mit einem Seil um den Hals an ein Auto gebunden und 250 Meter mitgeschleift worden. Die Frau liegt mit lebensgefährlichen Verletzungen in einer Klinik, ihr Zustand ist kritisch.

Bei der Mahnwache hielten Teilnehmer auch Bilder des 28-jährigen Opfers hoch, ebenso Plakate mit Aufschriften wie „Unfassbar!“ und „Stoppt die Gewalt gegen Frauen“ hoch.

Der Hamelner Oberbürgermeister Claudio Griese (CDU) sagte, Gewaltverbrechen gehörten in Deutschland und auch in Hameln leider zur Gesellschaft dazu, aber dieses Vergehen habe die Vorstellungskraft überstiegen. „Keiner hätte sich vorstellen können, dass eine derart barbarische Tat, die an mittelalterliche Hinrichtungen erinnert, in einer Stadt wie Hameln möglich ist.“ Die Mahnwache sei ein deutliches Signal, dass Gewalt in der Stadt nichts verloren habe.

Landrat Tjark Bartels (SPD) zeigte sich berührt davon, dass die Familie des Opfers an der Mahnwache teilnahm. In den vergangenen Tagen sei versucht worden, das Geschehene zu deuten. Auch sei auf mögliche Zusammenhänge mit Religion und Großfamilien hingewiesen worden. „Das ist ein Ansatz, der uns nicht weiterführt“, mahnte der Politiker.

Auf den Schmerz und das Unvermögen, die Tat zu fassen, könne nur mit Offenheit und Toleranz geantwortet werden. „All das, was ausgrenzend ist, erzeugt Gewalt.“

Medienberichten zufolge hat der gemeinsame zweijährige Sohn während der Tat mit im Auto gesessen. Die Hintergründe seien noch unklar, die Polizei geht von einer Beziehungstat aus. (tko/dpa/epd)

Lesen Sie auch:

- Kriminologe Pfeiffer: Tat in Hameln war eine Hassorgie

- Frau hinter Auto hergeschleift: Junge saß mit im Wagen

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,
wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.
Die Redaktion