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MH17: Niederlande begehen Tag der Trauer

Trauer Niederlande MH17
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Niederländer trauern auf dem Flughafen Schiphol, nahe Amsterdam, um die Opfer des abgestürzten Fluges MH17.

Donezk - Die pro-russischen Separatisten haben mit den Black Boxes wichtige Beweisstücke an Malaysia übergeben. Die Leichen sind in Charkow angekommen. Die Niederlande leitet die Untersuchung.

Über alle weiteren Ereignisse rund um das Unglück halten wir Sie in unserem MH17-News-Ticker vom Mittwoch auf dem Laufenden.

Update, 17. September: Ein Unbekannter bietet offenbar 30 Millionen Dollar für Hinweise auf die Drahtzieher des Flugzeugabschusses über der Ukraine.

Die MH17-News vom Dienstag zum Nachlesen

+++ Die niederländische Regierung hat den Mittwoch zum Tag der nationalen Trauer erklärt, um die Opfer der Flugzeugkatastrophe über der Ostukraine zu ehren. Ein Flugzeug mit den ersten Särgen der 298 Opfer von Flug MH17 wird am Nachmittag gegen 16 Uhr aus Charkow in Eindhoven erwartet. Dort werden sie von Angehörigen, dem niederländischen Königspaar und Ministerpräsident Mark Rutte erwartet, teilte ein Regierungssprecher am Dienstagabend in Den Haag mit. Nach der Landung der Maschine soll im Land eine Schweigeminute abgehalten werden. Alle Opfer sollen in Phasen aus Charkow in die Niederlande geflogen und identifiziert werden. Bei dem Absturz starben 193 Niederländer.

Briten geben Flugschreiber Daten von Flug MH17 weiter

+++ Die britischen Experten für Flugzeugunglücke werden die Flugschreiber-Daten der mutmaßlich abgeschossenen Boeing 777 an Analysten aus den Niederlanden und der Ukraine weitergeben. Die Informationen von Flug MH17 würden unter internationaler Aufsicht gesichert, sagte ein Sprecher von Premierminister David Cameron am Dienstag. Wann die Flugschreiber in Großbritannien einträfen, sei noch offen. Einem Sprecher des Verkehrsministerium zufolge sind die Spezialisten zuversichtlich, sämtliche Informationen innerhalb von 24 Stunden nach Erhalt der Flugschreiber sichern zu können.

+++ Australiens Ministerpräsident Tony Abbott hat nach dem mutmaßlichen Abschuss des Malaysia-Airlines-Fluges MH17 eine Manipulation von Beweisen kritisiert. „Nach dem Verbrechen kommt die Vertuschung. Was wir gesehen haben, ist die Manipulation von Beweisen in industriellem Ausmaß und das muss natürlich aufhören“, sagte Abbott am Dienstag vor der Presse. Die Entfernung von Beweisen komme einer Vertuschung gleich. Abbott macht pro-russische Separatisten für den Absturz mit 298 Opfern - darunter 37 Australier - verantwortlich.

+++ Nach dem Absturz von Flug MH17 durften die Journalisten sich frei auf dem Gelände bewegen. Manche gingen dabei zu weit und durchwühlten sie Sachen der Opfer. Ein Sky-Reporter entschuldigt sich sehr ausführlich für sein Verhalten und beschreibt, warum er so gehandelt hatte.

Erste Leichen von Flug MH17 sollen am Mittwoch überführt werden

+++ Die Niederlande haben die Leitung der internationalen Untersuchung zur Absturzursache von Flug MH17 in der Ostukraine übernommen. Dies sei auf Ersuchen der ukrainischen Regierung geschehen, teilte der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte am Dienstag in Den Haag mit. Ziel sei die „restlose Aufklärung“, sagte Rutte. Priorität habe zunächst, die noch nicht gefundenen Leichen und das persönliche Eigentum der Opfer zu bergen. Wie viele der 298 Opfer bisher nach Charkow gebracht wurden, sei unklar. Nach unbestätigten Berichten waren die Überreste von 282 Opfern in dem Zug, der am Dienstag aus dem Katastrophengebiet in Charkow eingetroffen war. Die ersten Opfer sollen bereits an diesem Mittwoch in die Niederlande ausgeflogen werden.

+++ Die ersten Opfer der Flugzeugkatastrophe in der Ostukraine sollen bereits an diesem Mittwoch in den Niederlanden eintreffen. Das kündigte der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte am Dienstag in Den Haag an. Ein Hercules-Transportflugzeug steht bereits am Flughafen von Charkow in der Ukraine, wo der Zug mit den Leichen angekommen war. Nach einer ersten Untersuchung in Charkow sollen alle Opfer in Phasen in die Niederlande gebracht und dort identifiziert werden. Die Leichen sollen nach Eindhoven unweit der deutschen Grenze ausgeflogen werden.

Zug mit MH17-Opfern in Charkow angekommen

+++ Die Gangart der Führung in Kiew gegen die Separatisten wird jetzt noch härter: Die Ukraine hat zur Lösung des blutigen Konflikts im Osten des Landes eine Teilmobilmachung der Bevölkerung beschlossen.

+++ Der Zug mit den sterblichen Überresten von 251 Passagieren und Crew-Mitgliedern der abgestürzten Linienmaschine MH17 ist in der ostukrainischen Stadt Charkow angekommen. In Kürze würden die von Sicherheitskräften bewachten Kühlwaggons an internationale Experten übergeben, sagte ein Behördensprecher am Dienstag. Niederländische Spezialisten richteten in Charkow ein Zentrum zur Identifizierung der Opfer ein. Bei dem Absturz der Boeing der Malaysia Airlines waren am Donnerstag 298 Menschen ums Leben gekommen, darunter 193 Niederländer. Der Zug war am Vortag von der etwa 300 Kilometer entfernten Stadt Tores losgefahren. Die Stadt bei Donezk wird von prorussischen Separatisten kontrolliert.

Steinmeier fordert "schärfere Maßnahmen" beim Konflikt mit Russland

+++ Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat im Konflikt mit Russland um die Ukraine "schärfere Maßnahmen" der Europäischen Union gefordert. Die EU habe sich stets um einen Dialog und eine Entschärfung der Lage bemüht, sagte Steinmeier am Dienstag in Brüssel vor einem Treffen der EU-Außenminister. "Gleichwohl hat Russland seine Verabredungen nicht in dem erforderlichen Maße erfüllt", kritisierte Steinmeier und fügte hinzu: "Daraus müssen wir und werden wir heute unsere Schlüsse ziehen."

+++ In großen Traueranzeigen hat die niederländische Regierung allen 298 Opfern des mutmaßlichen Flugzeugabschusses in der Ostukraine ihren Respekt bezeugt. In der Anzeige, die am Dienstag in allen überregionalen Zeitungen erschien, sind unter den Worten „Geschockt und Traurig“ die Namen aller Opfer aufgelistet. Ministerpräsident Mark Rutte unterzeichnete die Anzeige im Namen des Königreiches. Auch beide Kammern des Parlaments, Reiseveranstalter, der Amsterdamer Flughafen Schiphol und die Fluggesellschaft KLM platzierten große Anzeigen. Viele Organisationen gedachten des international renommierten Aids-Forschers Joep Lange und seiner Partnerin Jacqueline van Tongeren, die beide auf dem Weg zur Welt-Aids-Konferenz in Melbourne gewesen waren. „Fuck die Raketen!!!“ steht über der Traueranzeige des Amsterdamer Theaters Stadsschouwburg für einen umgekommenen Kollegen.

Nach MH17-Tragödie: Gibt es neue Sanktionen gegen Russland?

+++ Wie wirkt sich die Ukraine-Krise auf das Verhältnis der EU zu Russland aus? Stehen neue Sanktionen an? Die EU-Außenminister wollen die Beziehungen analysieren.

+++ Die Flugschreiber der abgestürzten Passagiermaschine MH17 sind in der Nacht zum Dienstag von pro-russischen Separatisten an eine malaysische Delegation in der Ukraine übergeben worden. Der ostukrainische Separatistenführer Alexander Borodaj sagte bei der Übergabe der Black Boxes, sie „werden die Wahrheit enthüllen“. Er bestritt Anschuldigungen, nach denen die Separatisten das Flugzeug abgeschossen hätten. „Wir haben nicht die technische Fähigkeit, dieses Flugzeug zu zerstören“, sagte Borodaj.

UN-Sicherheitsrat fordert Untersuchung zu MH17-Abschuss

+++ Kurz zuvor hatte der UN-Sicherheitsrat per Resolution eine unabhängige Untersuchung des mutmaßlichen Abschusses einer Passagiermaschine über der Ostukraine gefordert. Alle 15 Mitglieder des Gremiums stimmten dem Papier bei einer kurzfristig einberufenen Sitzung am Montag in New York zu. Dem ursprünglich von Australien eingebrachten Entwurf hatten sich schon vor der Abstimmung zahlreiche weitere Länder angeschlossen. Russland hatte zunächst einen eigenen Resolutionsentwurf eingebracht, dann aber einer gemeinsam überarbeiteten Version des australischen Entwurfs zugestimmt. Im Fall der Nichtbefolgung droht die Resolution allerdings keine Konsequenzen an.

Zug mit MH17-Toten verlässt Bahnhof

+++ Unterdessen verließ der Zug mit den Überresten von 251 Flugzeuginsassen des Fluges MH17 am Montagabend die Stadt Tores Richtung Charkow. Zuvor hatten Experten vier Kühlwaggons kontrolliert und versiegelt. Dazu kommt ein Wagen mit persönlicher Habe der Opfer und Begleitpersonal. Im 300 Kilometer entfernten Charkow richten niederländische Spezialisten ein Zentrum zur Identifizierung der Opfer ein. Die Niederlande wollen jedoch die Opfer so schnell wie möglich außer Landes bringen. Nach ukrainischen Angaben wurden an der Absturzstelle 282 Leichen und 87 Körperteile gefunden.

+++ Alle Ereignisse vom Montag finden Sie in unserem gestrigen Ticker zum MH17-Absturz.

MH17-Absturz: Die Fakten

Malaysia Airlines-Flug MH17 abgestürzt - Bilder

dpa

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