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MH17: Airline veröffentlicht Namen der Passagiere

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Menschen legen an der malaysischen Botschaft in Kiew Blumen nieder.

Kiew - Die meisten der 298 Toten bei dem Flugzeugabsturz der malaysischen MH17 stammten aus den Niederlanden. Das geht aus der von Malaysia Airlines veröffentlichten Passagierliste des Unglücksflugs hervor.

Alle aktuellen Informationen und Erkenntnisse vom Montag, lesen Sie hier in unserem neuen News-Ticker zum MH17-Absturz.

Update, 17. September: Ein Unbekannter bietet offenbar 30 Millionen Dollar für Hinweise auf die Drahtzieher des Flugzeugabschusses über der Ukraine.

Die wichtigsten Fakten und Erkenntnisse in Kürze

+++ Das Passagierflugzeug MH17 von Malaysia Airlines war am Donnerstag mit 298 Menschen an Bord im umkämpften Osten der Ukraine abgestürzt. Unter ihnen waren 193 Niederländer, dutzende Malaysier sowie vier Deutsche.

+++ Die Boeing 777-200 kann nach Ansicht von US-Experten nur von einer hoch komplexen Waffe getroffen worden sein.

+++ Wer hinter dem Absturz steckt, ist noch immer unklar. Laut US-Präsident Barack Obama sind dafür aber sehr wahrscheinlich moskautreue Kräfte verantwortlich. Die Boden-Luft-Rakete, die das Flugzeug abgeschossen habe, sei aus einem von prorussischen Separatisten kontrollierten Gebiet abgefeuert worden, sagte Obama. Kiew macht daher die Separatisten verantwortlich, diese geben hingegen den ukrainischen Streitkräften die Schuld.

MH17: Die News vom Samstag zum Nachlesen

  • Die Fluggesellschaft Malaysia Airlines hat die Namen der Passagiere seines über der Ostukraine abgestürzten Fluges MH17 veröffentlicht.

  • Die niederländischen Medien sind erbost über das Unglück, bei dem 193 Landsleute starben: „Mörder“ prangt in schwarzen Großbuchstaben auf der Titelseite des „Telegraaf“. Dazu stellt das rechtsgerichtete Boulevardblatt Fotos von den Führern der prorussischen Rebellen in der Ostukraine. Eine Seite weiter: 63 Fotos von niederländischen Opfern. „Sie wurden ermordet“, schreibt die Zeitung.

    Der niederländische Außenminister Frans Timmermans traf unterdessen mit zahlreichen Passagieren aus seinem Heimatland in der Ukraine ein. „Meine erste Priorität ist, unsere Leute nach Hause zu holen. Die Familien möchten ihre Verwandten begraben“, sagte er am Samstag bei einem Treffen mit Präsident Petro Poroschenko in Kiew.

  • Die Rebellen der selbsternannten "Volksrepublik Donezk", in derem angeblichen Territorium sich die Absturzstelle befindet, wollen nicht für die Sicherheit der internationalen Experten garantieren. Man sei bereit, alles dafür zu tun, doch die Stelle befinde sich in umkämpftem Gebiet, wo sich die Lage schnell ändern könne, so der Chef der Rebellen Alexander Borodai.

  • Hinterbliebene der Insassen des malaysischen Passagierflugzeugs, das im Osten der Ukraine abgestürzt ist, haben sich am Flughafen Amsterdam-Schiphol versammelt, um zum Absturzort zu reisen. Es sei aber "unklar", wann die Reise der Hinterbliebenen in das Konfliktgebiet starten könne, sagte eine Sprecherin der Fluggesellschaft Malaysia Airlines am Samstag. Eine Maschine stehe zum Abflug bereit, aber der Zugang zum Absturzort sei nicht geklärt.

  • Beobachtern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ist erneut der vollständige Zugang zur Absturzstelle des malaysischen Passagierflugzeugs verwehrt worden. Bewaffnete Separatisten behinderten die Arbeit der etwa 20 OSZE-Vertreter, wie ein Sprecher am Samstag mitteilte. Die Gruppe habe jedoch zumindest mehr Bewegungsfreiheit als am Vortag bekommen.

  • Schauspieler Jason Biggs hat sich für einen nach später Selbsteinschätzung „taktlosen Witz“ entschuldigt. Er hatte nach dem Absturz des malaysischen Flugzeugs getwittert: „Möchte jemand meine Bonusmeilen von Malaysia Airlines kaufen?“ Nach ein paar Stunden löschte er den Tweet und entschuldigte sich gleich viermal für seinen „taktlosen und unpassenden Kommentar“ nach einer Tragödie, „die jeden traurig und wütend macht, auch mich“. Er habe die Hinterbliebenen nicht kränken wollen.

  • Malaysias Transportminister hat Medienberichte zurückgewiesen, das über der Ukraine abgestürzte Flugzeug sei womöglich vom Kurs abgewichen. „Die Flugroute war so etwas wie eine Autobahn am Himmel“, sagte Liow Toing Lai in Kuala Lumpur. „Es war eine Route, die die internationalen Luftfahrtbehörden festgelegt haben. ... Die Maschine ist nie in gesperrtem Luftraum geflogen“, versicherte er. Alle Beteiligten hätten alle Regeln eingehalten. „Aber am Boden sind die Gepflogenheiten der Kriegsführung gebrochen worden. Es sieht so aus, als sei MH17 abgeschossen worden, ein inakzeptabler Akt der Aggression.“

  • Bundeskanzlerin Angela Merkel  (CDU) und der russische Präsident Wladimir Putin hätten bei einem Telefonat am Samstag darin übereingestimmt, dass eine Kommission unter Leitung der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) "rasch Zugang zur Absturzstelle" der Maschine der Malaysia Airlines (MH 17) erhalten müsse, "um die Umstände des Absturzes zu klären und die Opfer zu bergen", erklärte Vize-Regierungssprecher Georg Streiter in Berlin.

  • Die ukrainische Regierung hat den prorussischen Separatisten die Vernichtung von Beweismaterial am Absturzort der malaysischen Passagiermaschine vorgeworfen. Die Aufständischen wollten mit Lastwagen Wrackteile über die russische Grenze bringen, hieß es in einer am Samstag in Kiew veröffentlichen Mitteilung. Zudem hätten die militanten Gruppen 38 Leichen von der Absturzstelle in die Großstadt Donezk gebracht. Eine unabhängige Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

  • Am Ort des Absturzes des malaysischen Passagierflugzeugs im Osten der Ukraine ist eine Sicherheitszone vereinbart worden. Wie der Chef der ukrainischen Sicherheitsbehörden, Valentin Naliwaitschenko, am Samstag in Kiew mitteilte, wurde die Vereinbarung über die weiträumige Sicherheitszone zwischen der Ukraine, Russland, der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und den prorussischen Separatisten getroffen, die das Gebiet kontrollieren.

    Die "wichtigste Aufgabe" bestehe zunächst darin, die Leichen der 298 Absturzopfer zu identifizieren und die Toten den Hinterbliebenen zu übergeben, sagte Naliwaitschenko.

  • Nach dem Absturz der malaysischen Passagiermaschine über der Ostukraine hat Russland die Führung in Kiew aufgefordert, alle Dokumente über ihre Luftabwehr im Konfliktgebiet offenzulegen. Die Ukraine müsse einer Untersuchungskommission detailliert Einblick gewähren, wie sie ihre Raketen verwende, sagte Vizeverteidigungsminister Anatoli Antonow am Samstag dem Fernsehsender Rossija-24. „Die internationale Gemeinschaft wartet darauf“, betonte er. Es stelle sich die Frage, auf welcher Grundlage die Führung in Kiew schon kurz nach dem Absturz der Maschine die Separatisten dafür verantwortlich gemacht habe, sagte Antonow. Das ukrainische Militär habe Flugabwehrsysteme in dem Konfliktgebiet stationiert, obwohl die Aufständischen keine Flugzeuge hätten, behauptete er. „Die Antworten auf diese Fragen werden den Experten auch in Europa und Asien zeigen, was am Himmel über der Ukraine geschehen ist“, sagte Antonow.

  • Nach dem mutmaßlichen Abschuss eines malaysischen Passagierflugzeugs im Osten der Ukraine wird am Samstag ein Ermittlerteam aus Malaysia in Kiew erwartet. Dies bestätigte der Regierungschef des südostasiatischen Landes, Najib Razak, nach einem Telefonat mit Russlands Staatschef Wladimir Putin am späten Freitag. In dem Gespräch habe er Putin aufgefordert, dafür zu sorgen, dass unabhängige Ermittlungen möglich seien, wurde der Ministerpräsident von der malaysischen Nachrichtenagentur Bernama zitiert. Nach Angaben der Fluglinie Malaysia Airlines sollen insgesamt 62 Ermittler anreisen.

Am Freitagnachmittag war bereits ein Team von Experten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) an der Absturzstelle eingetroffen. Der Schweizer OSZE-Vertreter Thomas Greminger gab später an, 17 Beobachter hätten für 75 Minuten begrenzten Zugang erhalten, seien dann aber von bewaffneten prorussischen Separatisten "zu ihrer eigenen Sicherheit" aufgehalten worden. Das Team habe sich daraufhin aus Sicherheitsgründen in die Stadt Donezk zurückgezogen.

Eine Sprecherin der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sagte, die Beobachter seien am Freitag zwar nahe an die Absturzstelle herangekommen und hätten auch Wrackteile gesehen. Frei bewegen können hätten sie sich aber nicht. Bewaffnete hielten sie demnach auf, ein den Beobachtern angekündigter Anführer sei nicht erschienen. Der OSZE-Forderung, nichts an der Absturzstelle zu verändern, wurde der Sprecherin zufolge nicht gänzlich nachgekommen. Gepäckstücke seien fein säuberlich aufgereiht worden.

  • An Bord von MH17 haben offenbar doch nur sehr wenige Teilnehmer der Welt-Aids-Konferenz in Melbourne gesessen. Die Präsidentin der Internationalen Aids-Stiftung, Françoise Barré-Sinoussi, erklärte am Samstag, nach Kontakten mit den Behörden in Australien, Malaysia und den Niederlanden seien bislang nur sechs Vertreter bestätigt. Die Zahl könne "ein wenig höher" sein, fügte sie hinzu, sie liege jedoch nicht in den berichteten Dimensionen.

Australische Medien hatten am Freitag berichtet, dass rund hundert Konferenzteilnehmer in der Maschine mit der Flugnummer MH17 saßen, die am Donnerstag in der Ostukraine abgestürzt war. Auch der Chef des UN-Aidsprogramms, Michel Sidibe, schrieb via Twitter, dass "viele Passagiere" auf dem Weg zu der Konferenz gewesen seien, die am Sonntag im australischen Melbourne beginnt.

Bestätigt ist indes der Tod des führenden niederländischen Aids-Forschers Joep Lange. Auch Glenn Thomas von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie die Direktorin von „Aids Action Europe“, Lucie van Mens, ihre Kollegin Maria Adriana de Schutter und Pim de Kuijer von der Organisation „Stop Aids Now“ starben bei dem Unglück. Sie alle waren auf dem Weg zu der Konferenz.

Malaysia Airlines erstattet Geld für stornierte Tickets

  • Nach dem Absturz der Malaysia-Airlines-Maschine in der Ostukraine erstattet die Fluggesellschaft stornierte Tickets. Das gelte auch für billige Tickets, die normalerweise nicht umgetauscht werden können, teilte die Airline am Samstag in Kuala Lumpur mit. Flüge könnten auch kostenlos umgebucht werden.

Das Unternehmen hat innerhalb von vier Monaten die zweite Tragödie erlebt: Am 8. März verschwand bereits eine Boeing mit 239 Menschen an Bord auf dem Weg nach Peking unter bislang ungeklärten Umständen. Von dem Wrack, das vermutlich im Indischen Ozean abstürzte, fehlt weiter jede Spur. Die Aktien des Unternehmens brachen am Freitag ein.

  • Der russische Handelsminister Denis Manturow hat nach Angaben seines australischen Kollegen Moskaus volle Unterstürzung für eine umfassende und unabhängige Untersuchung des Flugzeugabsturzes in der Ukraine zugesagt. Das sagte Handelsminister Andrew Robb am Samstag dem australischen Sender Sky News. Robb war am Samstag in Sydney Gastgeber einer Konferenz der G20-Handelsminister. „Er hat mir allerdings nicht zugesichert, dass Russland die Aktivitäten der (pro-russischen) Separatisten (in der Ostukraine) stoppen will oder kann“, sagte Robb.
  • Wegen des Absturzes von Flug MH17 über der Ostukraine hat US-Präsident Barack Obama mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) telefoniert. Obama sprach am Freitag auch mit dem britischen Premierminister David Cameron, Polens Premierminister Donald Tusk und Australiens Premierminister Tony Abbott, teilte das Weiße Haus mit. Alle fünf Politiker sprachen sich in den Telefonaten demnach für eine schnelle internationale Untersuchung aus, um die Hintergründe des Absturzes der malaysischen Maschine mit 298 Toten zu klären. Mit Merkel sprach Obama auch über die neuen Sanktionen der USA und der EU gegen Russland.
  • Nach dem wahrscheinlichen Abschuss eines malaysischen Passagierflugzeugs im Osten der Ukraine haben die Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Polens eine umgehende Waffenruhe gefordert, um den Vorfall aufklären zu können. Es müsse "eine gründliche Untersuchung der Ursachen und Umstände des Flugzeugabsturzes" geben, verlangten Frank-Walter Steinmeier (SPD), Laurent Fabius und Radoslaw Sikorski am Freitag in einer gemeinsamen Erklärung. Dazu seien "ein unmittelbares Ende der Kämpfe und ein uneingeschränkter Zugang zum Gelände für internationale Teams" nötig.

"Sollte bestätigt werden, dass das Flugzeug tatsächlich abgeschossen wurde, werden die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden", erklärten die Außenminister des sogenannten Weimarer Dreiecks weiter. Der Vorfall zeige, dass die Lage im Osten der Ukraine "äußerst gefährlich" geworden sei. "Viele unschuldige Menschen haben ihr Leben verloren, zahlreiche weitere wurden zur Flucht aus der Region gezwungen", erklärten die Minister.

Malaysia Airlines-Flugzeug abgestürzt - Bilder

Malaysia Airlines-Flug MH17 abgestürzt - Bilder

Alle Nachrichten und aktuellen Informationen vom Freitag können Sie in unserem News-Ticker zum MH17-Absturz von gestern nachlesen.

AFP/dpa/pie

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