Nach tragischem Absturz

MH17: Hinterbliebener stirbt an Trauer um Familie

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Blumen am Wrack der verunglückten Maschine MH17 in Donezk.

Den Haag - Zehn Tage nach dem Absturz von Flug MH17 ist ein Mann aus den Niederlanden gestorben, dessen Familie bei im Flugzeug saß. Ein internationales Aufklärer-Team wird wohl Theorie bleiben. 

Die niederländische Regierung ist gegen eine von vielen ihrer Landsleute geforderte internationale Militärmission zur Bergung aller MH17-Opfer und Wrackteile. Eine solche Mission in die Ostukraine zu entsenden, sei derzeit "unrealistisch", sagte Ministerpräsident Mark Rutte am Sonntag in Den Haag. "Selbst eine militärische Intervention sehr großen Umfangs würde keine Vorteile bringen", fügte er hinzu. Rutte verwies zur Begründung auf die Präsenz schwerbewaffneter Rebellen in der Region sowie die Nähe des Absturzorts zur Grenze zu Russland.

Niederländer stirbt an gebrochenem Herzen

Ein 93-jähriger Niederländer ist an gebrochenem Herzen gestorben, nachdem er seine Tochter, seinen Schwiegersohn und zwei Enkelkinder beim Absturz der malaysischen Passagiermaschine in der Ostukraine verlor. Hendrik Palm aus Roden im Norden der Niederlande sei angesichts "der unbeschreiblichen Trauer" um seine Tochter Erla, Schwiegersohn Rob und die Enkel Merel und Mark gestorben, hieß es in einer am Sonntag in der Regionalzeitung "De Stentor" veröffentlichten Traueranzeige. Der Witwer starb demnach am Dienstag, fünf Tage nach dem Unglück.

Ukrainische Armee will Gegend um Absturzstelle erobern

Unterdessen versuchen ukrainische Truppen nach Kiewer Angaben, die Absturzstelle der malaysischen Boeing im Osten von den prorussischen Separatisten zu erobern. Ein Sprecher des nationalen Sicherheitsrates nannte am Sonntag in Kiew als Ziel, internationalen Experten für ihre Untersuchungen sicheren Zugang zur Unglücksstelle zu verschaffen. In den Tagen vorher hatte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko eine Waffenruhe im Umkreis von 40 Kilometern um die Absturzstelle bei Grabowo zugesagt.

Nach Berichten vor Ort waren am Sonntag Panzer der ukrainischen Armee wie der Separatisten in der Nähe. Granateinschläge waren zu hören, über dem Gebiet standen Rauchwolken. Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) brachen eine Fahrt zur Unglücksstelle ab und kehrten nach Donezk zurück.

Niederlande verzichten auf Schutztruppen in der Ukraine

Die niederländische Regierung hat davon abgesehen, keine bewaffnete Schutztruppe zur Absturzstelle von Flug MH17 in der Ostukraine zu schicken. Das teilte der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte am Sonntag in Den Haag mit.

Malaysia Airlines will neue Luftsicherheitsregeln

Nach dem mutmaßlichen Abschuss einer Passagiermaschine von Malaysia Airlines fordert die Fluggesellschaft eine Überarbeitung der Richtlinien zur Flugroutensicherheit. Der Absturz des Flugs MH17 werde "beispiellose Auswirkungen auf die Luftfahrtindustrie" haben, schrieb der kaufmännische Leiter des Unternehmens, Hugh Dunleavy, in der britischen Tageszeitung "The Telegraph" vom Sonntag. Es dürfe nicht länger in der Verantwortung der Unternehmen liegen, die Sicherheit von Flugrouten einzuschätzen. "Wir sind keine Geheimdienste, sondern Fluggesellschaften", schrieb Dunleavy.

Malaysia Airlines sieht sich dem Vorwurf ausgesetzt, zu einem Zeitpunkt die umkämpfte Ostukraine überflogen zu haben, als einige westliche Fluggesellschaften bereits aus Sicherheitsgründen darauf verzichteten. Das Unternehmen verweist hingegen darauf, dass die Flugroute von MH17 nach den gängigen Regeln als sicher eingestuft worden sei. Sowohl von der ukrainischen als auch von der malaysischen Luftfahrtaufsicht gab es vor dem Absturz keine Sicherheitswarnungen.

Dunleavy forderte, dass die Fluggesellschaften, die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) und der Internationale Luftfahrtverband (IATA) gemeinsam "mehr stringente Maßstäbe" für die Sicherheit von Flugrouten ausarbeiten sollten. Die ICAO berief bereits für Dienstag eine Dringlichkeitssitzung im kanadischen Montréal ein. Dann soll auf Führungsebene über Konsequenzen aus der MH17-Tragödie gesprochen werden.

dpa/AFP

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