Trauer um Tote

MH17: Suche nach Absturzopfern ausgesetzt

Flugabstürze
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Die Menschen trauern um die Opfer der beiden Flugabstürze der Malaysia Airlines.

Moskau - Die Suche nach den Opfern des abgestürzten Flugzeugs im Osten der Ukraine wird wegen der anhaltenden Kämpfe in der Region ausgesetzt. In Australien gedachte man der Toten von Flug MH17.

"Es macht keinen Sinn, unter diesen Umständen mit der Rückführung (der Opfer) weiterzumachen", sagte der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte am Mittwoch. Die Situation in der Region verschlechtere sich täglich. Laut dem Außenministerium soll die Arbeit fortgesetzt werden, sobald die Situation sich gebessert hat.

Unter den gegebenen Umständen hätten die Experten getan, was sie konnten, sagte Rutte. "Die Spannungen steigen und die Experten können in bestimmten wichtigen Zonen ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen." Eine "große Menge" persönlicher Gegenstände sei eingesammelt worden. Diese sollten am Donnerstag in die Niederlande geflogen werden, sagte Rutte. Bisher wurden 228 der 298 Opfer in die Niederlande gebracht, nicht aber Gepäckstücke oder andere persönliche Gegenstände.

Seit Freitag ist ein Team von Experten aus Australien und den Niederlanden an der Absturzstelle, um die menschlichen Überreste von dutzenden Todesopfern zu bergen. Am Montag stießen auch Malaysier dazu. Doch gibt es in der Nähe der Absturzstelle heftige Kämpfe zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten. Die ukrainischen Streitkräfte bereiten sich derzeit auf die Einnahme der beiden Rebellenhochburgen Donezk und Lugansk vor.

Der niederländische Außenminister Frans Timmermans schrieb auf seiner Facebook-Seite, die Mission werde unterbrochen, doch werde die Arbeit fortgesetzt, "sobald die Situation dies erlaubt". Er dankte den Anwohnern, die bei der Bergungsarbeit geholfen hätten. Der Leiter der Mission, Pieter Aalbersberg, erklärte, "unser Team ist enttäuscht, seine Arbeit nicht zu Ende bringen zu können". Ein Teil des Teams werde im Osten der Ukraine bleiben, aber in Gebieten unter Kontrolle Kiews.

Das niederländische Untersuchungsbüro für Sicherheit (OVV) teilte derweil mit, der vorläufige Untersuchungsbericht zur Absturzursache der malaysischen Passagiermaschine werde erst in einigen Wochen fertig. "Wir schaffen es nicht in 30 Tagen", sagte die Sprecherin der Behörde, Sara Vernooij, mit Bezug auf die offizielle Frist zur Erstellung eines vorläufigen Untersuchungsberichts nach einem Absturz. "Die Verzögerung ist der momentan sehr schwierigen Lage in der Ukraine geschuldet", sagte Vernooij.

Die Boeing der Malaysia Airlines war vor drei Wochen mit 298 Menschen an Bord auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur mutmaßlich nach dem Beschuss mit einer Rakete abgestürzt. Vernooij sagte, die Ermittler seien bisher noch nicht an der Absturzstelle gewesen. Die Untersuchungen würden deshalb noch "einige Wochen" dauern. Weil die mit Abstand meisten Todesopfer aus den Niederlanden stammen, leitet die Regierung in Den Haag die Ermittlungen zur Absturzursache.

Australien gedenkt der MH17-Opfer

Unterdessen gedachten die Menschen in Australien am Donnerstag der Opfer von Flug MH17 mit Flaggen auf Halbmast, landesweitem Läuten der Kirchenglocken und einem Gottesdienst in Melbourne. "Heute ist ein nationaler Trauertag und wir erinnern uns an die 298 unschuldigen Menschen, die ums Leben gekommen sind", sagte Premierminister Tony Abbott vor dem Gedenkgottesdienst in der St. Patricks-Kathedrale. Unter den Opfern, die am 17. Juli bei der Tragödie in der Ostukraine getötet wurden, waren 38 Australier.

Viele der Angehörigen und zahlreiche Vertreter aus Politik und Gesellschaft nahmen an der Messe in Melbourne teil. Am Vortag war die Suche nach den letzten Opfern an der Absturzstelle wegen der zunehmenden Kämpfe zwischen Separatisten und ukrainischen Regierungstruppen eingestellt worden. Bislang sind 228 Särge mit sterblichen Überresten in den Niederlanden eingetroffen. Das Land hat die meisten Opfer zu beklagen.

Australiens früherer Verteidigungsminister Angus Houston, der die Rückführung der australischen Opfer organisiert, sagte, die Bergungsteams vor Ort hätten einen Großteil ihrer Aufgabe erfüllt. "Wenn sich die Sicherheitsbedingungen verbessern, werden wir eine abschließende Untersuchung durchführen", erklärte er am Donnerstag. Diese solle sicherstellen, das alle identifizierbaren Überreste geborgen worden seien.

Die Maschine der Malaysia Airlines war vor drei Wochen auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur abgestürzt. Kiew und die prorussischen Aufständischen werfen sich gegenseitig vor, die Passagiermaschine mit einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen zu haben.

AFP

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