Gehören sie zum verschollenen Flugzeug?

MH370: Schiffe bergen Objekte aus dem Ozean

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Das neue Gebiet ist näher an der Küste, Flugzeuge können länger nach Wrackteilen von Flug MH370 suchen. Der Erfolg bleibt aber auch am Samstag zunächst aus. Schiffe zum Bergen sind schon im Anmarsch.

Perth - Erstmals seit Verschwinden des Malaysia-Airlines-Flugzeugs vor drei Wochen haben Schiffe im Indischen Ozean Material geborgen, das zur Maschine gehören könnte.

Das berichtete die australische Seesicherheitsbehörde (Amsa) am Samstag. Sie betonte aber: „Bislang sind keine Objekte geborgen worden, die eindeutig Flug MH370 zugeordnet wurden.“ Die Besatzungen mehrerer Suchflugzeuge hätten erneut aus der Luft Treibgut gesehen, das auch zu der Maschine gehören könnte. Das Material muss untersucht werden, die Schiffe sind aber drei Tagereisen vom nächsten Hafen an der australischen Westküste entfernt.

Interpol kritisiert malaysische Behörden

Unterdessen kritisierte die Polizeibehörde Interpol im Zusammenhang mit der verschwundenen Maschine die malaysischen Behörden. Es dauere nur "wenige Sekunden", um mit Hilfe von Interpol-Daten herauszufinden, ob Passagiere mit gestohlenen Pässen unterwegs seien, teilte Interpol am Freitag mit. Vor dem "tragischen Verschwinden" von Flug MH370 habe die Einwanderungsbehörde des Landes überhaupt nicht mit den Daten von Interpol gearbeitet. Andere Länder täten dies millionenfach im Jahr.

An Bord der vom Radar verschwundenen Maschine hatten zwei Passagiere mit gestohlenen Pässen gesessen. Daher gab es Spekulationen über einen möglichen Terroranschlag auf die Maschine. Später stellte sich jedoch heraus, dass die Männer offenbar in EU-Ländern Asyl beantragen wollten und die Pässe von Schleusern bekamen. Die internationale Behörde Interpol machte die malaysischen Behörden für dieses Versäumnis verantwortlich.

Am Mittwoch hatte der malaysische Innenminister Zahid Hamidi im Parlament gesagt, es dauere zu lange, die Daten jedes Mal abzugleichen. Das führe zu Verzögerungen am Flughafen. Diese Kritik wies Interpol nun zurück.

Suche nach Flug MH370 in neuem Gebiet gestartet

Drei Wochen nach dem Verschwinden von Flug MH370 ist die Suche nach der malaysischen Maschine in einem neuen Gebiet gestartet worden. Das chinesische Schiff "Haixun 01" begann am Samstag bei Morgengrauen mit der Fahndung nach mutmaßlichen Trümmerteilen, die am Vortag gesichtet worden waren, wie die Behörden mitteilten. Eine chinesische Iljuschin war das erste von acht Flugzeugen, das von einem Luftwaffenstützpunkt nahe der australischen Stadt Perth zur Suche startete.

Die australischen Behörden hatten das Suchgebiet am Freitag rund 1100 Kilometer in Richtung Nordosten verlegt. Nach Angaben der für die Koordinierung der Suche zuständigen australischen Seesicherheitsbehörde (AMSA) flog die Boeing 777 vermutlich schneller als bislang angenommen, verbrauchte deswegen mehr Treibstoff und stürzte früher in den Indischen Ozean als bislang berechnet. Das neue Suchgebiet umfasst rund 319.000 Quadratkilometer - das entspricht in etwa der Größe Norwegens - und liegt etwa 1850 Kilometer westlich von Perth.

Flug MH370: Chronologie einer Suche

Flug MH370: Chronologie einer Suche

Die Zeit läuft ab: Die Black Box mit dem Flugdatenschreiber und dem Stimmenrekorder kann nur noch bis etwa 8. April Signale senden. Die darin enthaltenen Daten sind aber wichtig, um das Rätsel um die seit dem 8. März verschollene Maschine der Malaysia Airlines zu lösen.

Malaysias Verkehrsminister Hishammuddin Hussein versprach den Familien der Vermissten am Samstag, es werde auch weiterhin nach "möglichen Überlebenden" gesucht. "Egal wie gering die Chancen, wir werden beten, hoffen und weitersuchen", sagte er bei einem Kondolenzbesuch bei Angehörigen in Kuala Lumpur.

239 Menschen waren an Bord von Flug MH370. Rund zwei Drittel von ihnen sind Chinesen, und deren Familien verdächtigen die malaysischen Behörden immer unverhohlener, wichtige Informationen zurückzuhalten. In einem Schreiben an den chinesischen Sondergesandten in Kuala Lumpur forderten sie die chinesische Regierung auf, eigene Ermittlungen einzuleiten. Das Verhalten der malaysischen Behörden bezeichneten sie als "unverantwortlich" und "unmenschlich".

afp

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