Minenbetreiber in Brasilien zahlt

Milliarden-Entschädigung nach Giftschlamm-Katastrophe

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Der Dammbruch verursachte die größte Umweltkatastrophe in der Geschichte Brasiliens.

Brasilia - Knapp vier Monate nach der Giftschlamm-Katastrophe in Brasilien hat das für den Dammbruch in einem Eisenerzbergwerk verantwortliche Unternehmen einer Milliarden-Entschädigung zugestimmt.

Der Minenbetreiber Samarc und die brasilianische Regierung unterzeichneten am Mittwoch (Ortszeit) in der Hauptstadt Brasília einen Entschädigungsplan in Höhe von umgerechnet 5,7 Milliarden Euro. Präsidentin Dilma Rousseff erklärte, die Vereinbarung werde helfen, "eine Tragödie ohnegleichen" aufzuarbeiten.

Der Damm eines Klärbeckens von Samarco mit giftigen Stoffen aus der Bergbauindustrie war am 5. November 2015 nahe der Stadt Mariana im Bundesstaat Minas Gerais gebrochen. Der Giftschlamm begrub das Bergarbeiterdorf Bento Rodrigues unter sich, 19 Menschen kamen ums Leben. Die Giftstoffe gelangten auch in den Fluss Río Doce und später in den Atlantik.

Nach Angaben der brasilianischen Regierung handelt es sich um die größte Umweltkatastrophe in der Geschichte des Landes. Tausende Tiere verendeten, hunderttausende Menschen hatten kein sauberes Trinkwasser mehr, und noch an der Atlantikküste erlitten Tourismus und Fischerei Einbußen. Die brasilianischen Justizbehörden fordern wegen des Todes der 19 Menschen Gefängnisstrafen für sechs Samarco-Mitarbeiter.

Die Entschädigungszahlungen sollen nun über einen Zeitraum von 15 Jahren ausbezahlt werden. Mit 20 Millionen Real (4,7 Milliarden Euro) sollen laut der Vereinbarung die Schäden der Giftschlamm-Katastrophe behoben werden. Mit weiteren 4,4 Milliarden Real (rund eine Milliarde Euro) sollen Investitionen finanziert werden, um irreparable Schäden auszugleichen.

Präsidentin Rousseff machte allerdings deutlich, dass Samarco und seine Mutterkonzerne möglicherweise noch mehr zahlen müssen. Es gebe "keine finanziellen Grenzen", so lange die sozialen, ökonomischen und ökologischen Schäden nicht vollständig behoben seien. "Wir wollen ein neues Leben auf den Ruinen aufbauen", versprach Rousseff.

Der Minenbetreiber Samarco gehört dem brasilianischen Eisenerzriesen Vale und dem australisch-britischen Bergbaukonzern BHP Billiton. BHP-Billiton-Chef Andrew Mackenzie bezeichnete die Vereinbarung mit der brasilianischen Regierung als wichtigen Schritt nach vorne. Das Unternehmen habe sich verpflichtet, die Katastrophenschäden zu beheben und sich an einer "dauerhaften Verbesserung" für den verschmutzten Río Doce zu beteiligen.

afp

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