Millionen Tonnen Plastik gelangen jährlich vom Land ins Meer

Sie nennen es Wasser: Philippinische Kinder baden im Müll. Foto: Red Luna/Archiv
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Sie nennen es Wasser: Philippinische Kinder baden im Müll. Foto: Red Luna/Archiv

Athens (dpa) - Tonnenweise Plastikmüll gelangt Jahr für Jahr vom Land ins Meer: Allein 2010 waren es zwischen 4,8 und 12,7 Millionen Tonnen, schätzen Forscher nach einer Untersuchung der Abfallströme in 192 Küstenländern.

Der Grund für die Verschmutzung sei eine unsachgemäße oder nicht vorhandene Behandlung des Abfalls, berichten die Wissenschaftler aus Australien und den USA im Fachblatt "Science". Werde der Plastikverbrauch nicht erheblich reduziert oder die Abfallbeseitigung verbessert, könne der Anteil bis zum Jahr 2025 auf etwa 155 Millionen Tonnen steigen.

Rückstände von Plastik finden sich in allen Meeren, vom Nordpol bis zum Südpol, in Küstennähe und auf offenem Meer. Erhebliche Mengen sammeln sich als gigantische Müllstrudel in großen Strömungswirbeln der Ozeane. Reste finden sich aber auch auf dem Meeresboden und in den Sedimenten. Experten gehen davon aus, dass ein geringer Teil von Schiffen stammt, etwa wenn diese ihren Müll entsorgen oder Fanggeräte wie Netze verlieren. Hauptsächlich werde das Plastik vom Land ins Meer transportiert, über Flüsse oder mit dem Wind zum Beispiel.

Um wie viel Plastik es dabei geht, versuchte nun das Forscherteam um Jenna Jambeck von der University of Georgia in Athens genauer zu beziffern. Insgesamt betrachteten sie 192 Küstenstaaten. Sie ermittelten unter anderem, wie viel Müll dort insgesamt produziert wird, wie hoch der Anteil an Plastikmüll ist und wie viel davon unsachgemäß oder gar nicht behandelt wird, also zum Beispiel in offenen Deponien gesammelt oder schlichtweg in die Umwelt geworfen wird. Anhand dieser Daten ermittelten die Wissenschaftler, wie viel Plastikmüll von Land her in die Meere gelangt.

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