Unfall mit einem Toten

Angeklagte im Mordprozess um Autorennen schweigen

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Die gesperrte Tauentzienstraße in Berlin nach dem tödlichen Autorennen von Anfang Februar. Foto: Britta Pedersen

Berlin - Der Mordprozess um ein tödliches Autorennen in der Berliner Innenstadt ist unter großem Medienandrang gestartet. Die Verteidiger der beiden Angeklagten erklärten, ihre Mandanten würden derzeit schweigen.

Der Vorwurf des Mordes sei rechtlich nicht haltbar. Die Männer im Alter von 24 und 27 Jahren müssen sich vor dem Landgericht Berlin verantworten.

Mit 160 Kilometern pro Stunde soll einer der beiden Sportwagenfahrer einen Jeep gerammt haben. Der Wagen wurde bei dem Unfall in der Nacht zum 1. Februar in der Nähe des Kurfürstendamms 70 Meter weit geschleudert. Der 69 Jahre alte Fahrer des Geländewagens starb noch in seinem Auto.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sich die Angeklagten - beide bereits mehrfach wegen Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr aufgefallen - zu einem illegalen Rennen verabredet hatten. Sie wirft beiden Fahrern vor, rücksichtslos Gas gegeben zu haben, um das illegale Rennen zu gewinnen und sich so Selbstbestätigung zu holen. Die tödlichen Folgen hätten sie billigend in Kauf genommen. Nach Zeugenaussagen ignorierten die Fahrer mehrere rote Ampeln.

Mit der Anklage wegen Mordes demonstriert die Staatsanwaltschaft Härte. In anderen Fällen von illegalen Autorennen gab es oft Anklagen und Urteile wegen fahrlässiger Tötung. Die Begründung in diesem Fall: Die Männer hätten gemeingefährliche Mittel eingesetzt und aus niedrigen Beweggründen gehandelt, um das Rennen zu gewinnen. Der Fall hat die Debatte über härtere Strafen gegen Teilnehmer illegaler Rennen angekurbelt. Bislang werden sie nur als Ordnungswidrigkeit und nicht als Straftat eingestuft.

51 Zeugen sind in der Anklageschrift aufgelistet. Für den Mordprozess sind bislang elf Tage bis Mitte November vorgesehen.

dpa

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