Schock in Glasgow

Müllauto überfährt Fußgänger: Mehrere Tote

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Das Unglück ereignete sich am Montag mitten im vorweihnachtlichen Einkaufstrubel in der Innenstadt von Glasgow.

Glasgow - Es geschah mitten im vorweihnachtlichen Einkaufstrubel: Ein Müllauto rast durch Glasgow und erfasst Passanten. Mehrere Menschen sterben. Der Fahrer hatte vermutlich eine Herzattacke erlitten.

Ein Mülllaster ist am Montag mitten im vorweihnachtlichen Einkaufstrubel im schottischen Glasgow in eine Gruppe Fußgänger gerast und hat mehrere Menschen in den Tod gerissen. Medien berichteten bald von sechs Toten; die Polizei bestätigte die Zahl wenig später. Nach Augenzeugenberichten soll es darüber hinaus mehrere Verletzte gegeben haben.

Die Berichte der Augenzeugen klingen nach einem Alptraum. Einer erklärte im Nachrichtensender BBC News: „Der Lastwagen gab plötzlich Gas, rumpelte über die Bordsteinkante auf den Bürgersteig und alles mit, was im Wege war.“ Menschen sollen wie Kegel auf einer Kegelbahn umgeworfen worden sein. Ein Taxi, das der Müllwagen rammte, wurde in den Eingang eines naheliegenden Bahnhofes geschoben. Ein anderer Passant erklärte: „Die Leute liegen hier und kämpfen um ihr Leben.“

Nach Polizeiangaben ist der Lastwagen noch rund 300 Meter weitergefahren, nachdem er erstmals einen Fußgänger erfasst hatte. Die Polizei richtete eine Notrufnummer für Angehörige ein.

Angst vor einem Anschlag

Minuten nach den schrecklichen Ereignissen gab es erste Gerüchte. War es ein Anschlag? Lenkte den Müllwagen gar ein Selbstmordattentäter? Die Polizei konnte solchen Theorien allerdings schnell den Wind aus den Segeln nehmen. „Wir haben keinen Grund, an etwas Boshaftes zu glauben“, sagte ein Sprecher.

Der Sender Five Live berichtete unter Berufung auf Anwohner, der Fahrer des Müllfahrzeuges habe eine Herzattacke erlitten. Nach BBC-Informationen soll der Fahrer über dem Lenkrad zusammengebrochen sein, als der Lastwagen gegen eine Wand neben einem Hotel am Glasgower St.-George-Square prallte. Nach Polizeiangaben hat er überlebt und wurde am Abend im Krankenhaus behandelt.

Der britische Premierminister David Cameron sprach den Hinterbliebenen der Todesopfer umgehend sein Mitgefühl aus. „Meine Gedanken sind bei den Betroffenen und bei den Rettungskräften“, teilte er über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Es ist das zweite schwerwiegende Unglück in Glasgow innerhalb eines guten Jahres. Vor knapp 13 Monaten war über der Stadt ein Polizeihubschrauber abgestürzt und in eine gut besuchte Musikkneipe gekracht. Zehn Menschen kamen dabei ums Leben, darunter die drei Crewmitglieder.

dpa

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