In Michigan

Mutmaßlicher Todesschütze war Mitarbeiter des Fahrdienstes Uber

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Bei dem Vorfall kamen bisher sechs Menschen ums Leben, eine Jugendliche schwebt noch in Lebensgefahr.

Kalamazoo - Er fuhr Fahrgäste an ihr Ziel, dann griff er zur Waffe und tötete anscheinend wahllos. Sechs Menschen sterben. Die große Frage bleibt: warum?

Der Amokschütze von Michigan soll unmittelbar vor seiner Tat, bei der sechs Menschen starben, als Chauffeur beim Fahrdienst Uber unterwegs gewesen sein. Das berichtete der Sender CNN unter Berufung auf die Polizei. Die genauen Abläufe, die zu dem Amoklauf des 46-Jährigen führten, waren am Montag noch ungeklärt. Uber sprach in einem Statement von einem „verheerenden Verbrechen“. Der Mann sei bei einer Sicherheitsüberprüfung nicht auffällig geworden.

Zwei Opfer kämpften nach den Schüssen aus der Nacht zum Sonntag (Ortszeit) noch um ihr Leben, darunter eine 14-Jährige. Zunächst hatte es geheißen, das Mädchen sei seinen Verletzungen erlegen und die Zahl der Todesopfer damit auf sieben gestiegen. Der Teenager hatte jedoch Lebenszeichen gezeigt, die Ärzte hofften, das Leben der 14-Jährigen mit Hilfe einer Organspende retten zu können. „Sie befindet sich in einem extrem kritischen Zustand“, sagte Polizeisprecher Dale Hinz.

Der dringend verdächtige 46-Jährige wurde nach der Tat in der Nacht zum Sonntag festgenommen. Er erschien am Montagnachmittag (Ortszeit) erstmals vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft unterbreitete ihm die Anklage wegen Mordes in sechs Fällen sowie versuchten Mordes in zwei Fällen und unerlaubten Umgangs mit einer Schusswaffe in acht Fällen. In Michigan gibt es keine Todesstrafe. Dem Mann droht lebenslange Haft.

"Grundlose und wahllose Gewalttaten"

Der Polizei zufolge war der Mann mit einem Auto unterwegs gewesen, hielt an drei Orten und schoss mit einer halbautomatischen Waffe. Über den Hintergrund des Amoklaufs herrschte Unklarheit: „Es waren völlig grundlose und wahllose Gewalttaten. Wir versuchen immer noch, ein Motiv zu finden“, zitierten Medien den Leiter der Abteilung für öffentliche Sicherheit in der Stadt Kalamazoo, Jeff Hadley.

Ein Fahrgast berichtete dem Sender CNN, der Mann habe, während er ihn chauffierte, einen Anruf erhalten. Daraufhin sei er wie wild über Stoppschilder gerast. „Das ist der schlimmste Alptraum, wenn du jemanden hast, der einfach herumfährt und Menschen wahllos tötet“, sagte Paul Matyas von der zuständigen Sheriffabteilung dem Sender WOOD-TV.

Nach Angaben verschiedener Behördenvertreter begann die Serie der Gewalttaten am Samstagabend gegen 18.00 Uhr Ortszeit auf dem Parkplatz eines Wohnkomplexes in Kalamazoo. Hier wurde eine Mutter von drei Kindern beschossen und lebensgefährlich verletzt. Etwa vier Stunden später eröffnete der Schütze auf dem Gelände eines Autohandels das Feuer und tötete zwei Menschen, nach Medienberichten einen Vater und Sohn, die sich anscheinend gerade ein Fahrzeug anschauten.

Auf fünf weitere Menschen schoss der Mann wenig später vor einem Restaurant, darunter auf die 14-Jährige. Vier Menschen waren auf der Stelle tot. Die Opfer saßen dem Sender CNN zufolge in zwei Autos, als sie von den Kugeln getroffen wurden.

Der mutmaßliche Täter wurde schließlich am frühen Sonntagmorgen an einer Straßenkreuzung in seinem Fahrzeug gestellt und leistete keinen Widerstand, wie die „Kalamazoo Gazette“ unter Berufung auf die Polizei berichtete.

dpa

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