Kollegen traten in Streik

Nach Attacke auf Zugführer: Verkehrschaos in Paris

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Zahlreiche Bedienstete der RER-Linie A sind am Donnerstag in Paris in Streik getreten. Die Folge: Überfüllte Züge und lange Wartezeiten.

Paris - Der gewalttätige Angriff auf einen Zugführer hat am Donnerstag in Paris zu einem riesigen Chaos im Nahverkehr geführt. Kollegen des Opfers traten aus Solidarität in Streik.

Auf der am stärksten frequentierten Nahverkehrslinie Europas, der RER-Linie A in der französischen Hauptstadt, ging nichts mehr: Die Bediensteten traten aus Protest gegen die Attacke auf ihren Kollegen in Streik, die meisten Züge fielen aus. Zwar wurden teils Ersatzbusse eingerichtet, aber zahllose Passagiere kamen nicht zu ihrem Arbeitsplatz.

Auf der Linie A der Nahverkehrsbahn RER, die den Westen der französischen Hauptstadt über das Geschäftsviertel La Défense mit den östlichen Vorstädten von Paris und Disneyland verbindet, werden zu Stoßzeiten bis zu 2600 Passagiere alle zwei Minuten transportiert. Täglich nutzen mehr als eine Million Menschen die Verbindung. Anfang 2013 machte die Linie ein Viertel des gesamten Passagieraufkommens im Großraum Paris aus.

Nach Attacke: RER-Züge völlig überfüllt

Auslöser des Spontan-Streiks der Mitarbeiter der Verkehrsgesellschaft RATP war der gewalttätige Angriff auf einen Zugführer am Mittwochabend gegen 20.45 Uhr in Torcy östlich von Paris. Ein Passagier hatte die Hand in die Tür eines RER-Zuges eingeklemmt. Der Zugführer stieg aus, um das Alarmsystem wieder in Gang zu bringen, und erhielt daraufhin einen Kopfstoß von dem Mann, der sich die Hand eingeklemmt hatte, wie die Polizei mitteilte. Der Zugführer musste mit einer gebrochenen Nase ins Krankenhaus.

Der Verkehr auf der Linie A war am Mittag weiter unterbrochen, die anderen RER-Linien im Großraum Paris fuhren normal. Die Metro-Linie 1, die in der Innenstadt parallel zur RER-Linie A fährt, wurde verstärkt.

Die wenigen RER-Züge der Linie A, die noch fuhren, waren völlig überfüllt. Am Bahnhof Saint-Lazare drängten sich die Menschen in den Gängen: "Die Leute gingen nicht weiter, weil es zu voll war. Um zur Metro-Linie 3 zu kommen, habe ich eine Viertelstunde gebraucht, normalerweise sind das drei Minuten", berichtete der 26-jährige Pierre.

AFP

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