192 Menschen vermisst

Nach Erdrutsch: Wetter behindert Rettung

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Ein Erdrutsch in Sri Lanka hat viele Menschen in den Tod gerissen.

Colombo - Regen und eine neun Meter dicke Erdschicht machen es den Helfern in Sri Lanka schwer: Am Tag nach dem Erdrutsch können sie zu den meisten Verschütteten noch nicht vordringen. Neue Gefahr droht.

Nach dem riesigen Erdrutsch in einer Teeanbau-Region im Süden Sri Lankas suchen die Retter immer noch nach rund 150 Vermissten. „Die Hoffnung auf Überlebende schwindet, da die Hütten unter Schlamm begraben sind“, sagte ein Sprecher des Katastrophenmanagementzentrums am Donnerstag. Den ganzen Tag gruben sich die Helfer durch die bis zu neun Meter dicke Schicht aus Erde und Geröll. Doch zu den meisten Häusern konnten sie nicht vordringen. Bislang wurden 16 Leichen gefunden. 147 Menschen werden noch vermisst.

Das Katastrophenmanagementzentrum korrigierte seine vorherigen Angaben von 192 Vermissten, nachdem Einwohner der Region gefunden wurden, die der Gerölllawine entkommen waren.

Am Vortag war ein Hang auf einer Breite von etwa 3,5 Kilometern abgebrochen und abgerutscht. Etwa 150 Wellblechhütten im Dorf Koslanda wurden zerstört. Dort wohnten vor allem Menschen, die auf umliegenden Teeplantagen arbeiten. „Ich hörte ein lautes Geräusch, und dann verwandelte sich die ganze Gegend in einen Matsch-Fluss“, sagte M. Krishnaswaym, der von der angrenzenden Plantage aus alles sehen konnte.

Ausgelöst wurde der Erdrutsch in den Hügeln rund 200 Kilometer östlich der Hauptstadt Colombo durch anhaltende Monsun-Regenfälle. Es regnete auch weiter, während mehr als 500 Soldaten sowie Polizisten und Freiwillige in Gummistiefeln, mit Schaufeln und Baggern nach Überlebenden suchten. „Die Rettungsarbeiten sind schwierig, da in der Gegend weitere Hangabrutsche drohen und das Gebiet schwer zugänglich ist“, sagte Militärsprecher Jayanath Jayaweera.

Auf TV-Bildern war zu sehen wie weiterhin große Mengen Wasser und Schlamm den Hang hinabflossen. Der lokale Journalist Palith Ariyawansa, der vor Ort ist, beschrieb es so: „Die Armee setzt schweres Gerät ein, um die Erde zu bewegen, aber jedes Mal, wenn sie etwas wegschaufelt, rutscht mehr nach.“

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Präsident Mahinda Rajapaksa versprach Entschädigungszahlungen und besuchte die Überlebenden. „Ich habe angeordnet, dass den betroffenen Familien alle notwendige Hilfe geleistet wird“, sagte er. Die Regierung werde sich um die Kinder kümmern, die ihre Eltern in der Tragödie verloren haben.

Nach Angaben des Roten Kreuzes sind etwa 1000 Menschen in zwei Schulen unterbracht, die als Notlager dienen. „Viele haben alles verloren, andere kommen, weil sie weitere Erdrutsche fürchten“, sagte Rote-Kreuz-Sprecher Mahieash Johnnie. Seine Organisation habe einfache Matratzen und Decken verteilt, dazu Kleidung, Windeln und Zahnpasta. Auch hätten die Mitarbeiter 13 Latrinen gebaut. 120 Menschen seien wegen Verletzungen erstversorgt worden.

Schon im Jahr 2011 seien die Teearbeiter und Plantagenbesitzer gewarnt worden, sagte der Minister für Plantagen, Mahinda Samrasinghe. Die Besitzer seien aufgefordert worden, die Gegend zu evakuieren. „Doch sie haben das nicht getan“, sagte Samrasinghe. Die Arbeiter erklären, sie hätten nur Land zur Verfügung gestellt bekommen, das sehr weit von den Plantagen entfernt liege. Das sei keine echte Alternative gewesen - deswegen seien sie geblieben.

dpa

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