Nach versuchtem Terroranschlag

Bonner Bombe: Anklage erhoben

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Rund 15 Monate nach dem versuchten Bombenanschlag auf dem Bonner Hauptbahnhof hat die Bundesanwaltschaft Anklage gegen vier Männer erhoben.

Karlsruhe - Rund 15 Monate nach dem versuchten Bombenanschlag auf dem Bonner Hauptbahnhof hat die Bundesanwaltschaft Anklage gegen vier Männer erhoben.

Das teilte Generalbundesanwalt Harald Range am Freitag in Karlsruhe mit. Dem 26-jährigen Deutschen Marco G. wird vorgeworfen, für den versuchten Anschlag in Bonn verantwortlich zu sein, wie die Anklagebehörde am Freitag in Karlsruhe mitteilte. Gemeinsam mit den drei Mitbeschuldigten soll er zudem einen Mordanschlag auf den Pro-NRW-Vorsitzenden in Leverkusen geplant haben.

Im Zusammenhang mit dem vereitelten Attentat von Leverkusen vom März 2013 wirft die Bundesanwaltschaft den vier Beschuldigten die Gründung einer "radikal-islamistischen Gruppierung" vor. Ziel dieser inländischen Terrorvereinigung sei gewesen, Schusswaffen- und Sprengstoffattentate auf führende Mitglieder der rechten Partei Pro NRW zu verüben. Pro-NRW-Aktivisten hatten im Landtagswahlkampf 2012 wiederholt vor Moscheen demonstriert und dabei Mohammed-Karikaturen gezeigt.

Die vier Männer waren kurz vor dem geplanten Attentat auf den Pro-NRW-Vorsitzenden Markus Beisicht festgenommen worden. Marco G. soll darüber hinaus am 10. Dezember 2012 den versuchten Sprengstoffanschlag auf dem Bonner Hauptbahnhof verübt haben, indem er in einer Sporttasche einen selbstgebaute Rohrbombe am Bahngleis abstellte. Die Bombe explodierte jedoch nicht, weil sie laut Bundesanwaltschaft entweder falsch konstruiert oder aber die Zündvorrichtung instabil war.

"Im Falle seiner Explosion hätte der Sprengsatz tödliche Wirkung für die Menschen auf dem Bahnsteig entfaltet", erklärte die Bundesanwaltschaft. Die Ermittlungen ergaben demnach keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür, dass drei übrigen Angeschuldigten oder andere Menschen an dem fehlgeschlagenen Bombenattentat unmittelbar beteiligt waren. Der Prozess gegen die vier mutmaßlichen Täter soll vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf stattfinden.

Außerdem geht es in dem Verfahren um den versuchten Anschlag auf den Vorsitzenden der islamfeindlichen Gruppe Pro NRW. Die Anklage vor dem OLG Düsseldorf lautet auf versuchten Mord, ferner um den Versuch, eine Sprengstoffexplosion herbeizuführen.

dpa/AFP

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