Neue Spinnengattung steht wohl auf Beißen beim Liebesakt

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Eine neu entdeckte Riesenkrabbenspinne aus dem südlichen Afrika Foto: Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung/Kunz

Borstenbüschel an den Fußspitzen und Bissspuren am Vorderkörper: Ein deutscher Forscher hat eine ungewöhnliche Spinnengattung entdeckt.

Berlin (dpa) - Auf Bisse beim Liebesspiel scheint eine neu entdeckte Spinnengattung zu stehen. Peter Jäger vom Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt hat die bislang unbekannte Gattung aus der Familie der Riesenkrabbenspinnen ausfindig gemacht, wie das Institut mitteilte.

Die weiblichen Spinnen haben paarweise Bissspuren an ihren Vorderkörpern. "Gut möglich, dass die Verletzungen bei der Paarung entstanden", sagte Jäger. Die männlichen Spinnen haben hingegen keine Spuren. Warum sie wohl bei der Paarung gegenüber den Weibchen etwas rabiater vorgehen, weiß Jäger nicht.

Die neu entdeckten Riesenkrabbenspinnen leben in der südafrikanischen Wüste. Die Tiere sind nachtaktiv und halten sich hauptsächlich in Röhren im Sand auf. Da es sehr schwierig ist, die Tiere dort aufzuspüren, griff Jäger auf Sammlungen des Instituts in Deutschland und Namibia zurück. Dort entdeckte er die Achtbeiner - molekular-genetische Untersuchungen haben den Angaben zufolge die Zugehörigkeit zur neuen Gattung bestätigt. Er nannte sie May bruno. Innerhalb der neuen Gattung machte Jäger zusätzlich vier neue Arten ausfindig, wie er im Fachjournal "African Invertebrates" berichtete.

Auffällig an den Tieren sind außerdem Borstenbüschel an den Fußspitzen, die den Tieren wohl helfen, auf der Sandoberfläche nicht einzusinken. Die Beinspannweite der Spinnen liegt zwischen acht und zehn Zentimetern. Vor einigen Jahren entdeckten Jäger und seine Kollegen in Laos eine Riesenkrabbenspinne ohne Augen.

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