Sie hat es nicht geschafft: Leb' wohl, kleine Lola!

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In Trauer vereint: Die Elefantenherde nimmt Abschied von der toten Lola.

München. Münchens süßer Mini-Elefant ist tot. Um 11.25 Uhr am Samstag hat ihr kleines Herz aufgehört zu schlagen - unmittelbar vor der rettenden Operation. So verliefen ihre letzten Momente.

Es sind dramatische Szenen. Erschöpft liegt der drei Monate alte Mini-Elefant in einem Computertomografen (CT) des Universitäts-Klinikums Großhadern. Hier sollten letzte Untersuchungen über die Anatomie des Tierkörpers vor der Herz-OP stattfinden. Denn noch nie wurde ein Elefant von Menschen in einer Klinik operiert.

„Wir haben Gewissheit über Lolas Zustand gebraucht, um das OP-Risiko zu verringern“, sagt Zoo-Direktor Andreas Knieriem. Deswegen wird Lola auch nicht wie zunächst geplant in Hellabrunn operiert. Mehr als 20 Ärzte und Pfleger sind an der großen Rettungsaktion beteiligt. Herzchirurgen, Kardiologen und Anästhesisten der Human- und Tiermedizin - sie alle wollen helfen, dass Lola überlebt. Doch es ist ein Wettkampf um Leben und Tod.

Die Ärzte wissen: Lola kann jeden Moment sterben. Ein gefährliches Blutgerinnsel sitzt im ihrem Herzvorhof. Am Samstagmorgen gegen 7.30 Uhr wird Lolas Elefantenmutter Panang beruhigt, weil sie von Lola getrennt werden muss. Um 8.15 Uhr geht’s im Kleintransporter nach Großhadern. Dort wird Lola um 9.30 Uhr unter Narkose gesetzt. Die Untersuchungen beginnen. Schläuche reichen in weit ihren Hals hinein - zur Beatmung.  „Zunächst war Lolas Kreislauf stabil“, berichtet Knieriem. Mehr als eine Stunde lang begutachten die Experten den kranken Elefant, prüfen die Optionen für die riskante Operation. Dann plötzlich der Schock: Eine Lungenembolie. „Wie aus dem Nichts ist ein Herz-Kreislauf-Versagen eingetreten.“

Jetzt geht es um Sekunden. Die Ärzte versuchen alles, beginnen mit der Reanimation ein. Zwei Ärzte führen - wie bei einem Menschen - sogar eine Druckmassage am Herzen durch. Es ist die letzte Hoffnung für Lola. Doch sie schafft es nicht. Um 11.25 Uhr schließen sich ihren müden Augen - für immer. „Große Teile der Lunge waren verstopft. Lola hatte einen enormen Lebenswillen. Es grenzt an ein Wunder, dass sie mit dieser Krankheit überhaupt so lange durchgehalten hat“, sagt der Zoo-Direktor. Und: „Sie war schwerer krank als wir alle dachten. Wir sind sehr traurig. Unser einziger Trost ist, dass wir alles versucht haben.“

So trauert die Herde um ihr Elefantenbaby

Mehr als 20 Ärzte kämpften am Klinikum Großhadern um das Leben von Lola.

Lolas Tod macht München traurig - am meisten natürlich die Elefantenmutter Panang (22). Am Samstag Nachmittag konnte die Hellbrunner Herde Abschied nehmen von ihrem Elefantenbaby. „Dazu wurde die kleine Lola noch einmal ins Gehege gelegt“, erklärt Tierpark-Chef Andreas Knieriem. Doch wie trennt sich eine Elefanten-Mama von ihrem toten Baby? Bei Elefanten ist es üblich, dass sie verstorbene Mitglieder ihrer Herde noch einmal berühren. In etwa so, wie wenn Menschen sich zum Abschied liebevoll über den Kopf streichen. „Panang hat ihre Lola ganz sanft gerüsselt. Fast zwei Stunden lang. Sie konnte sich in Ruhe verabschieden“, sagt Andreas Knieriem. Zuerst wurde Lola in Panangs Gehege gelegt, später in das der Herde. Dort berüsselten auch die anderen Herdenmitglieder den leblosen Körper und nahmen damit Abschied.

Das sagen die Tierpark-Besucher zu Lolas Tod

Philipp (32) und Anna von Grolman (32) mit Tochter Ina (2) aus Seeshaupt: "Unsere Tochter Ina ist ein großer Elefantenfan und wollte gerne die kleine Lola sehen. Wir sind extra aus Seeshaupt hergefahren und haben am Eingang vom Tierpark erfahren, dass Lola tot ist. Wir sind sehr bestürzt und traurig."

Andrea (20) und Nico (26) mit Tochter Leni aus München: "Wir haben aus der Zeitung von Lolas Tod erfahren und sind sehr traurig. Es ist so schade, dass die geplante Operation nicht geklappt hat. Es wäre eine Riesensensation gewesen, wenn die Ärzte das herzkranke Elefantenbaby hätten retten können."

Verena Hefter (7) aus München: "Meine Mama hat aus dem Fernsehen erfahren, dass der kleine Elefant gestorben ist. Ich habe gewusst, dass er krank ist. Jetzt bin ich ganz schön traurig. Ich habe Lola noch gar nicht gesehen. Gottseidank gibt es noch ein anderes Elefantenbaby, den Ludwig."

Stefan Muck (44) mit Carlotta (2) und Jonas (7) aus München: "Das Schicksal von Lola ist sehr ergreifend. Schon wieder musste ein kleiner Elefant in Hellabrunn sterben. Wir gehen oft in den Zoo, ich hätte meinen Kindern das Elefantenbaby gerne gezeigt."

Andreas Thieme

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