Irrtum vor Gran Canaria

Fehlalarm: "Abgestürzter" Jet nur ein Schiff

Jet abgestürzt
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Dieses Foto eines Twitter-Nutzers zeigt den angeblich abgestürzten Jet, der sich als Schiff entpuppte.

Gran Canaria - Verwirrung um einen Passagier-Jet: Ein Flugzeug soll bei Gran Canaria ins Meer gestürzt sein, hieß es. Die Behörden dementieren - und der Jet entpuppte sich als etwas anderes.

Eine optische Täuschung vor der Küste von Gran Canaria hat einen falschen Alarm wegen eines angeblichen Flugzeugabsturzes verursacht. Wie der staatliche Rettungsdienst der Kanareninsel am Donnerstag mitteilte, waren zwei Schiffe vor der Küste irrtümlicherweise für ein im Meer treibendes Flugzeug gehalten worden.

Die Zentrale der Luftverkehrskontrolle habe dem Rettungsdienst bestätigt, dass eine Passagiermaschine vor der Küste der Ferieninsel in den Atlantik gestürzt sei. Daraufhin sei Alarm ausgelöst worden, der sich jedoch bald als falsch herausstellte.

Schlepper und Spezial-Schiff mit Kran-Aufbau

Die Besatzungen zweier Hubschrauber, die zur vermeintlichen Unglücksstelle losgeflogen waren, stellten nach Angaben der Behörden wenig später fest, dass es sich bei dem angeblichen Flugzeug um einen Schlepper und ein Spezialschiff mit einem Kran-Aufbau handelte. Die Schiffe, die in der Nähe des Flughafens vor der Küste manövrierten, sahen aus der Ferne wie ein Flugzeug aus.

Die Flughafenbehörde AENA wies darauf hin, dass bei Gran Canaria kein Flugzeug ins Meer gestürzt sei. Gleich darauf zog auch der Rettungsdienst seinen Alarm zurück. Der Flughafen von Gran Canaria liegt an der Ostküste der Insel unmittelbar am Meer.

Einige Augenzeugen, die den Rettungsdienst alarmiert hatten, waren sich bei ihrer - falschen - Beobachtung so sicher, dass sie sogar glaubten ausgemacht zu haben, um was für einen Flugzeugtyp es sich bei der vermeintlichen Maschine gehandelt haben soll.

Behörden weisen Schuld von sich

 Der Rettungsdienst der Kanaren, der den Alarm ausgelöst hatte, betonte am Freitag, der Flughafen habe auf telefonische Anfrage mehrfach bestätigt, dass ein Flugzeug im Meer treibe. „Der Flughafen gilt als eine absolut zuverlässige Quelle“, sagte der Direktor des Rettungsdiensts, Luis Santacreu. „Es wäre eine Schande, wenn man an einer solchen Quelle Zweifel hegen müsste.“ Spanische Medien verbreiteten den Mitschnitt der Telefongespräche. Danach sagte ein Fluglotse dem Rettungsdienst: „Ich bestätige: Eine Boeing 737 treibt auf dem Wasser. Mobilisieren sie alle verfügbaren Mittel.“

Demgegenüber betonte die Flughafenbehörde AENA, der auch die Lotsen unterstellt sind, es seien alle Bestimmungen des Krisen-Protokolls eingehalten worden. Ein Lotsenverband wiederum hielt dem Rettungsdienst vor, den Alarm vorschnell über Twitter veröffentlicht zu haben.

dpa

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