Pfingsten beginnt mit Unwettern im Süden - so wird das Wetter in der Region

Picknick, Party, Pfingstausflüge? Das Wetter vereitelt die Freizeitpläne vieler Menschen. Im Süden begann das lange Wochenende gar mit heftigen Unwettern und Hochwasser.

Starker Regen und heftige Gewitter haben zum Auftakt des Pfingstwochenendes in Süddeutschland etliche Schäden angerichtet. Die Wasserstände der Flüsse stiegen infolge der Niederschläge deutlich an. In Mannheim und im Rhein-Neckar-Kreis verzeichneten Polizei und Feuerwehr zahlreiche Notrufe wegen überfluteter Straßen.

In Hessen hatten heftiger Regen und Gewitter schon am Freitag zu Flugausfällen, Überschwemmungen und Evakuierungen geführt. Am Frankfurter Flughafen fielen rund 60 Flüge aus, andere Verbindungen verspäteten sich oder wurden umgeleitet. Eine Einkaufsgalerie wurde evakuiert. "Ursache ist der immense Niederschlag", teilte die Polizei auf Twitter mit.

Verkehrte Welt: An Pfingsten so kalt wie an Weihnachten

In den meisten Regionen Deutschlands liegen die Höchsttemperaturen über das verlängerte Wochenende bei nur 10 bis 13 Grad, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) erklärte. Auf den Gipfeln der Mittelgebirge und in den Alpen sollte es sogar schneien. Schuld ist polare Kaltluft, die über die Nordsee direkt nach Deutschland strömt und vier Tage lang kühles und regnerisches Wetter bringt.

In Stadt und Kreis Kassel bleiben die Temperaturen in der kommenden Woche deutlich unter 20 Grad, lediglich am Mittwoch kann es mit maximal 18 Grad etwas wärmer werden. Das Wetter ist unbeständig und meist wolkig.

In Schwalmstadt, Homberg und Melsungen schwanken die Temperaturen in der kommenden Woche von 12 Grad am Montag bis 18 Grad am Samstag, auch hier bleibt es wechselhaft, die Sonne zeigt sich nur selten. Ähnlich sieht es auch in Rotenburg aus.

In Frankenberg schwanken die Temperaturen im Lauf der Woche zwischen 13 und 16 Grade, gegen Ende der Woche gibt es laut Vorhersage immer mal wieder Schauer. Ähnlich sieht es auch in Witzenhausen aus, tendenziell ist es dort 1 bis 2 Grad wärmer.

Auch in Südniedersachsen lässt der Sommer noch auf sich warten. Das Wetter in Göttingen ist wechselhaft, am Montag ist es meist wolkig, maximal fünf Sonnenstunden erwarten uns, am Donnerstag lässt sich die Sonne maximal 2,5 Stunden blicken. Dafür wird es am Mittwoch bei maximal 19 Grad und sechs Sonnenstunden etwas milder. In Northeim  beginnt die Woche am Pfingstmontag mit 13 Grad und bewölktem Himmel, maximal 18 Grad werden im Lauf der Woche erreicht. In Hann. Münden klettern die Temperaturen von Montag mit 13 Grad auf maximal 18 Grad am Samstag.

"Es ist normal, dass Mitte Mai noch einmal ein Schwall Kaltluft kommt", sagt Meteorologin Maria Hafenrichter vom DWD. Nicht ohne Grund gebe es dazu eine alte Bauernregel: Die Eisheiligen. Am Pfingstsamstag ist es Bonifazius, am Sonntag die Kalte Sophie. "Die Kälte ist vergleichbar mit der zu Weihnachten vergangenes Jahr. Sowohl die Maximal- als auch die Minimaltemperaturen sind sehr ähnlich", sagte Hafenrichter. Zur Kälte kommen in den nächsten Tagen zahlreiche Regenfälle.

Kälte im Mai: Die Eisheiligen

Die Eisheiligen bezeichnen einen Kälteeinbruch im Mai, traditionell zwischen dem 11. und 15. Mai. In dieser Zeit können Polarlufteinflüsse in Mitteleuropa noch letzte Kälteeinbrüche mit Frost bringen. Die Bezeichnung Eisheilige geht auf den kirchlichen Heiligenkalender und die Kirchenfeste zurück, die das ländliche Leben lange prägten.

Namensgeber sind Bischöfe und Märtyrer aus dem 4. und 5. Jahrhundert: Mamertus (11. Mai), Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai), Bonifatius (14. Mai) und Sophia (15. Mai), auch "kalte Sophie" genannt. In einigen Regionen wird allerdings Mamertus nicht als Eisheiliger gezählt, in anderen fehlt Sophia.

Der Wetterexperte Jörg Kachelmann schrieb am Mittwoch allerdings bei Twitter: "Es gibt jetzt keine Eisheiligen." Dazu verwies er auf einen Text, demzufolge eine Kalenderreform von 1582 berücksichtigt werden müsse. Die Eisheiligen hätten sich dadurch um elf Tage nach hinten verschieben müssen.

Einst waren die Eisheiligen gefürchtet, denn die Kälte fiel in eine besonders frostempfindliche Vegetationsperiode und konnte junge Pflanzen schädigen. Wetteraufzeichnungen deuten an, dass die Kaltlufteinbrüche der zweiten Maidekade im 19. und 20. Jahrhundert häufiger und intensiver waren als in der Gegenwart. Meteorologen werten das als mögliches Indiz für die Klimaerwärmung. (sib/dpa)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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