Platz für zehn in einem Nadelöhr: Winzige Schnecken entdeckt

+
Die möglicherweise kleinste Landschnecke der Welt, Angustopila dominikae, im Nadelöhr einer Nähnadel. Foto: Dr. Barna Páll-Gergely and Nikolett Szpisjak

Klein, kleiner, am kleinsten: In China kriechen Landschnecken herum, deren Gehäuse mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind.

Matsumoto (dpa) - Gleich sieben neue Arten winziger Landschnecken haben Wissenschaftler in China gefunden. Von einer der beiden kleinsten Arten würden fast zehn Exemplare in ein Nadelöhr passen.

Ihre Schale misst in der Höhe gerade einmal 0,86 Millimeter, berichten die Forscher aus Japan, Ungarn und der Schweiz im Fachblatt "ZooKeys". Die Mikro-Schnecken gehören zu den kleinsten bisher bekannten Landschnecken.

Die Wissenschaftler um Barna Páll-Gergely von der Shinshu Universität in Matsumoto (Japan) entdeckten die Winzlinge beim Durchsieben von Bodenproben aus der Guangxi Provinz in Südchina. Lebende Exemplare fanden sie nicht, nur die Schneckenhäuser. Mit feinen Bürsten reinigten sie diese vorsichtig und untersuchten sie dann unter einem Mikroskop. Sie zählten die Windungen der Häuser und vermaßen die Schalen.

Die Vertreter der größten neu entdeckten Art - Krobylos sinensis - maßen demnach zwischen 2,2 und 2,7 Millimetern. Die beiden kleinsten Arten nannten die Forscher Angustopila dominikae und Angustopila subelevata. Von der ersten Art fanden sie nur ein Exemplar. Dessen Schale war 0,86 Millimeter hoch. Im Durchschnitt nur einen Hundertstel Millimeter mehr maßen die Häuser der acht Exemplare von Angustopila subelevata. Sie kamen auf eine Größe von 0,87 Millimetern.

Lege man die Höhe der Schalen als Maßstab zugrunde, gehörten die beiden Arten zu den kleinsten bekannten Landschnecken, schreiben die Forscher. Berechne man das Volumen der Häuser, gebe es allerdings noch kleinere Arten. Die kleinsten Schnecken überhaupt seien im Meer zu finden. Die marine Art Ammonicera minortalis etwa messe nur 0,32 bis 0,46 Millimeter.

"Die Untersuchung von Landschnecken mit winzigen Schalen ist wichtig, um die Artenvielfalt und die Naturgeschichte einzuschätzen und um eine Grundlage zu schaffen, die Entwicklung von Zwergwuchs bei wirbellosen Tieren zu untersuchen", schreiben die Wissenschaftler.

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.