Familiendrama in Florida

Mann erschießt Tochter und sechs Enkelkinder

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Ein 51-Jähriger (Polizeifoto) hat laut Polizei im US-Staat Florida seine Tochter und ihre sechs Kinder erschossen, bevor er sich selbst das Leben nahm.

Tallahassee - Schreckliche Familientragödie: Im US-Bundesstaat Florida hat ein Mann in dem kleinen Dorf Bell seine Tochter und ihre sechs Kinder erschossen, bevor er sich selbst das Leben nahm.

Ein 51-jähriger Mann hat am Donnerstag in dem kleinen Dorf Bell im US-Bundestaat Florida ein grausames Blutbad in seiner Familie angerichtet. Wie die Polizei mitteilte, war das jüngste der Kinder drei Monate alt, das älteste zehn Jahre.

Der Sheriff des Bezirks Gilchrist, Robert Schultz, zeigte sich bei einer Pressekonferenz schwer erschüttert. "Ich habe derartiges noch nie gesehen", sagte er. "Dieser Bezirk, diese Gemeinde werden dadurch am Boden zerstört sein. Es ist ein kleiner Bezirk, wir sind eine Familie."

Der 51-jährige Don Spirit hatte am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) den Polizei-Notruf angerufen und damit gedroht, anderen und sich selbst Schaden zuzufügen, sagte Sheriff Robert Schultz bei einer Pressekonferenz. Als die Polizei am Haus Spirits in Bell, einem kleinen Ort im Norden Floridas, eintraf, tötete der Mann sich selbst. Bei einer Durchsuchung des Hauses entdeckten die Beamten die Leichen einer Frau und von sechs Kindern.

Täter 2001 wegen illegalen Waffenbesitzes verurteilt

Spirit sei kein Unbekannter für die Polizei gewesen, sagte Schultz. In der Vergangenheit hätten Beamte wegen „einer Reihe von Anlässen“ zu seinem Haus ausrücken müssen. Im Jahr 2001 hatte Spirit laut einem Bericht des „Orlando Sentinel“ seinen damals acht Jahre alten Sohn bei einem Jagdausflug versehentlich erschossen. Der Vorfall sei als Unfall eingestuft worden. Das Kind sei durch einen Kopfschuss gestorben, es sei auf der Stelle tot gewesen. Die Waffe des Vaters habe sich beim Reinigen des Gewehrlaufs gelöst. Kurz vor Prozessbeginn bekannte er sich schuldig und wurde wegen illegalen Waffenbesitzes zu drei Jahren Haft verurteilt.

Anderen US-Medien zufolge war Spirit in den 1990er Jahren auch wegen Körperverletzung und dem Besitz von Marihuana verurteilt worden.

In den USA gibt es immer wieder Debatten über den privaten Waffenbesitz, der von einer mächtigen Lobby verteidigt wird. Nach einem Massaker an einer Grundschule in der Stadt Newtown im Dezember 2012, bei dem 20 Kinder und sechs Erwachsene getötet wurden, versuchte US-Präsident Barack Obama vergeblich, strengere Waffengesetze einzuführen.

Sheriff hat keine Erklärung

„Wir sind wie eine Familie“, sagte Schultz über die rund 450 Einwohner zählende Gemeinde. „Ich weiß nicht, was ich sagen soll...Für manche Dinge im Leben gibt es eine Erklärung, für manche nicht. Das ist eines der Dinge, die ich nicht erklären kann.“

Er bedauerte die Kinder, die nach dieser Tat in die Schule gehen müssten. „Morgen wird ein harter Tag für viele Kinder“, sagte er. Laut einem Bericht der Zeitung „USA Today“ planen die Schulen in der Gegend eine besondere Betreuung für die Kinder, die Freitag am Unterricht teilnehmen werden. Lokalreportern zufolge wurde das Gebiet um Spirits Haus abgeriegelt. Eine Gefahr für die Gemeinde bestand aber der Polizei zufolge nicht.

Die Hintergründe der Tragödie waren zunächst unklar. Schultz versprach eine lückenlose Aufklärung. Er habe noch nie mit einem solchen Fall zu tun gehabt, gestand er ein. Die Gemeinde werde trotz der Bluttat weiter zusammenhalten. „Wir werden das überstehen“, sagte er.

AFP/dpa

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