Vorräte bald aufgebraucht

Präsident von Vanuatu warnt vor Lebensmittelknappheit

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Präsident Lonsdale (2.v.l.) fürchtet nach der Katastrophe eine Verknappung der Lebensmittel.

Port Vila - Die Regierung des von Zyklon "Pam" verwüsteten Pazifikstaats Vanuatu hat vor Engpässen bei der Lebensmittelversorgung gewarnt.

Die Felder seien verwüstet, erklärte das Büro von Präsident Baldwin Lonsdale am Dienstag. Noch ließen sich die Überreste verwerten, doch schon in einer Woche könnte es knapp werden. Mehr als drei Tage nach Durchzug von "Pam" erreichten Hilfsorganisationen die ersten abgelegenen Inseln. Mindestens elf Todesopfer wurden gezählt.

Nach den Worten von Regierungschef Joe Natuman wird es mindestens eine Woche dauern, bis die Behörden ein klareres Bild vom Ausmaß der Katastrophe haben. Nach wie vor waren die Telefonverbindungen zu den meisten der 80 Inseln unterbrochen, sie ließen sich zudem meist nur per Boot erreichen. Zumindest trafen erste Helferteams inzwischen auf der rund 200 Kilometer von der Hauptstadt Port Vila entfernten Insel Tanna ein, auf der die schwersten Verwüstungen vermutet wurden.

Insel Tanna wurde am Schwersten getroffen

Die Zerstörungen seien noch größer als in der Hauptstadt, berichtete der Leiter des australischen CARE-Ablegers, Tom Perry. Das Krankenhaus von Tanna arbeite zwar noch, habe aber kein Dach mehr. Nach Angaben der australischen Außenministerin Julie Bishop wurden nicht nur die meisten Häuser der 30.000 Einwohner zählenden Insel zerstört, sondern auch ganze Palmen-Plantagen sowie unzählige Bäume: "Der Anblick ist niederschmetternd." Insgesamt seien die Zerstörungen auf den südlichen Inseln "erheblich", sagte Bishop unter Berufung auf mehrere Aufklärungsflüge des australischen Militärs. Doch gerade diese Inseln sind am schwierigsten zu erreichen.

Zwar scheint die Zahl der Todesopfer nicht zuletzt auch wegen frühzeitiger Warnungen niedriger zu sein als zunächst befürchtet. Doch Bewohner, Behörden und Hilfsorganisationen stehen in den kommenden Tagen und Wochen vor riesigen Herausforderungen: Nach wie vor gibt es kaum sauberes Wasser, kaum Strom, kaum ein Haus, das noch bewohnbar wäre. Die Menschen, von denen viele den Schock der Sturmnacht noch nicht überwunden haben, behelfen sich, so gut sie können. Die Hilfsbereitschaft ist groß.

UN-Bericht spricht von elf Toten

In einem am Dienstag veröffentlichten Bericht gaben die Vereinten Nationen die Zahl der Todesopfer mit elf an, darunter fünf auf Tanna. Sie beriefen sich dabei auf nationale Angaben. Zuvor war von bis zu 24 Toten die Rede gewesen. Weiter hieß es in dem Bericht, kommerzielle Flüge nach Port Vila seien wieder aufgenommen worden.

Sale Chilia aus dem zwei Kilometer südlich von Port Vila gelegenen Dorf Mele ist wie ihre Nachbarn in großer Sorge, wovon sie sich in der nächsten Zeit ernähren soll. "Wir haben keine Vorräte mehr, uns bleiben nur noch ein paar Reste", sagte sie.

Der Zyklon "Pam" hatte Vanuatu in der Nacht zum Samstag getroffen, die Sturmböen erreichten Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 320 Kilometern pro Stunde. Präsident Lonsdale machte den Klimawandel mit für die Katastrophe verantwortlich.

Zyklon wütet im Südpazifik - Bilder der Verwüstung

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AFP

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