Angeklagter plädiert auf Notwehr

Erschossener Gastschüler: Hauptverfahren im Januar

Diren
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Ein Transparent mit der Aufschrift "R.I.P Diren 21.9.96 - 27.4.14" hängt am Zaun des Fußballvereins SC Teutonia 1910 in Hamburg, davor brennen Kerzen.

Missoula - Der Gastschüler Diren (17) aus Hamburg war Ende April in den USA erschossen worden. Rund zwei Monate später läuft nun in Montana der Prozess an. Das Hauptverfahren startet jedoch erst im Januar.

Im Prozess um den gewaltsamen Tod des Hamburger Gastschülers Diren wollen die Verteidiger des Angeklagten Dutzende Zeugen vor Gericht aufbieten. Die Anwälte des 29-Jährigen beabsichtigen, 68 Menschen in den Zeugenstand rufen. Sie sollen darüber aussagen, unter welchen Umständen es Ende April zu den tödlichen Schüssen auf den Teenager aus Hamburg-Altona kam. Der Angeklagte plädiert auf Notwehr.

Allein von der Polizei in Missoula sollen Gerichtsdokumenten zufolge 21 Beamte als Zeugen geladen werden. Auch ein Schusswaffen-Experte, ein Psychologe und ein „Experte für kulturelle Unterschiede“ sollen vor Gericht aussagen. Der 17-jährige Diren war mitten in der Nacht in die dunkle Garage des Angeklagten eingedrungen - nach Aussagen eines Freundes war er dort wohl auf der Suche nach Alkohol.

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Das Hauptverfahren gegen den Todesschützen soll aber erst am 5. Januar in Missoula im US-Bundesstaat Montana beginnen. Dies entschied das Gericht bei einer Anhörung am Mittwoch. Falls bereits im Dezember ein großer Verhandlungsraum frei sein sollte, könne der Prozess auch vorher anlaufen, berichteten die TV-Sender ABC und Fox. Nach wie vor sind die genauen Umstände unklar, wie es Ende April zu den tödlichen Schüssen auf den Teenager aus Hamburg-Altona kam. Der Angeklagte plädiert auf Notwehr.

Eine Schlüsselfrage des Verfahrens dürfte die sogenannte Castle Doctrine werden, laut der sich Bürger Montanas wie in rund der Hälfte der 50 US-Staaten notfalls mit Waffengewalt verteidigen dürfen. Dieser Grundsatz rechtfertigt den Einsatz tödlicher Gewalt gegen Eindringlinge in Haus und Garten in den meisten Fällen, der Schütze muss sich aber ernsthaft bedroht fühlen.

dpa

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