Prozessauftakt in Hildesheim

Erzieherin filmt Missbrauch der eigenen Tochter

Missbrauch Prozess Hildesheim
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Eine Mutter soll den Missbrauch ihrer Tochter gefilmt haben.

Hildesheim - Eine Erzieherin soll jahrelang den Missbrauch ihrer eigenen Tochter gefilmt und fotografiert haben. Seit Montag muss sie sich gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten vor Gericht verantworten.

Im Prozess um schweren sexuellen Missbrauch hat eine 36 Jahre alte Erzieherin aus Niedersachsen zugegeben, jahrelang die Straftaten an ihrer eigenen Tochter fotografiert und gefilmt zu haben. Auch ihr 47 Jahre alter Lebensgefährte, der das Mädchen missbrauchte, gab sämtliche Taten zu. Beide müssen sich seit Montag vor dem Landgericht Hildesheim verantworten. Zum Beginn wurde die Öffentlichkeit vom Verfahren ausgeschlossen, um die Intimsphäre des Opfers zu wahren, das inzwischen 14 Jahre alt ist. Die Straftaten ereigneten sich von 2005 bis 2013.

Der Verteidiger des Angeklagten verlas eine Erklärung, in der der 47-Jährige alle Taten einräumte. Er will sich aber aufgrund von Alkohol nicht daran erinnern können, teilte Gerichtssprecher Stephan Loheit mit. Der Angeklagte hatte gemeinsam mit seinem Verteidiger vor Prozessbeginn die Foto- und Filmaufnahmen angesehen und sich darauf erkannt.

Paar sitzt seit Februar in Untersuchungshaft

Die Mutter des Opfers, die auch als Tagesmutter gearbeitet hat, verlas selbst eine Erklärung im Gerichtssaal. Sie räumte sämtliche Taten ein. Demnach habe sie aus Liebe zu ihrem Lebensgefährten gehandelt und ihre kleine Tochter animiert, willig zu sein und bestimmte Handlungen vorzunehmen. Die 36-Jährige erklärte, dass ihr Freund täglich Alkohol getrunken habe. Außer der heute 14 Jahre alten Tochter hat sie noch zwei weitere Kinder, eines ist 11, das andere 7 Jahre alt. Das jüngste ist ein gemeinsames Kind mit dem Angeklagten. Alle Kinder befinden sich in der Obhut der Jugendbehörden.

Der 47-Jährige gestand außerdem, über Internet-Tauschbörsen kinder- und jugendpornografische Schriften erworben und teilweise auch weiterverbreitet zu haben. Auf seinem PC fanden die Ermittler mehr als 3000 solcher Bild- und Videodateien. Das Paar sitzt seit Februar in Untersuchungshaft.

Gegen den Mann war laut Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Besitz von kinderpornografischen Schriften ermittelt worden. Bei einer Durchsuchung stellte die Polizei dann Datenträger sicher, auf denen der sexuelle Missbrauch des Mädchens zu sehen war.

Das Gericht hat insgesamt sieben Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil soll im Juli gesprochen werden.

dpa

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