In Deutschland angekommen

Raumfahrer Gerst zurück aus dem All

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166 Tage war Alexander Gerst auf der Internationalen Raumstation ISS. Am Montagmorgen landete der deutsche Astronaut in Kasachstan.

Arkalyk/Köln - Fast ein halbes Jahr hat der deutsche Astronaut Alexander Gerst auf der Internationalen Raumstation ISS geforscht. Seit dem frühen Montagmorgen hat ihn die Erde wieder: Der Geophysiker landete mit zwei Kollegen in Zentralasien. Am Abend kam er dann in Köln an.

Nach fast 166 Tagen im Weltall ist der deutsche Astronaut Alexander Gerst zur Erde zurückgekehrt. Die Sojus-Kapsel mit Gerst und dem Russen Maxim Surajew sowie dem US-Amerikaner Reid Wiseman setzte am Montag gegen 4.58 Uhr MEZ (9.58 Uhr Ortszeit) in der früheren Sowjetrepublik Kasachstan in Zentralasien auf. Bei bewölktem Himmel und frostigen Temperaturen landete das rund drei Tonnen schwere Raumschiff von Fallschirmen gebremst in der Steppe.

14 Stunden nach seiner Rückkehr aus dem All landete der deutsche Raumfahrer am Montagabend mit einem deutschen Flugzeug auf dem Airport Köln/Bonn, wie ein AFP-Reporter vor Ort berichtete. Gerst präsentierte sich nach seiner Landung auf dem militärischen Teil des Kölner Flughafens bestens gelaunt. "Ich freue mich sehr, wieder hier zu sein", sagte der 38-Jährige. Gesundheitlich gehe es ihm gut nach der Rückkehr aus dem All. "Man fühlt sich schon ein wenig schwerer als sonst", sagte der deutsche Astronaut. "Ich bin selbst erstaunt, wie gut das alles geht."

Auf seinem Flug nach Deutschland begleitet wurde Gerst unter anderem vom ESA-Direktor für bemannte Raumfahrt, Thomas Reiter, und vom Vorstandsvorsitzenden des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Johann-Dietrich Wörner. Gerst ist der erste deutsche Astronaut, der nach seinem Raumflug unmittelbar nach Deutschland zurückgekehrt ist. In Köln wird nun ein Ärzteteam der ESA untersuchen, wie sich sein Organismus nach fast sechs Monaten im All wieder an die Schwerkraft der Erde anpasst.

„Danke an alle für die Unterstützung“

Das russische Staatsfernsehen zeigte, wie Helfer die Rückkehrer aus der engen Sojus trugen. Gerst schützte seinen kahlgeschorenen Kopf mit einer weißen Schirmmütze und reckte lächelnd die rechte Faust nach oben. Bei seiner ersten Reise in den Kosmos habe er sich gut gefühlt, sagte Gerst in Russisch. „Danke an alle für die Unterstützung“, meinte der 38-jährige Geophysiker. Surajew lobte die „tolle Zusammenarbeit“ zwischen Russland, den USA und Deutschland. „Jeder sollte vom Beispiel der ISS-Raumfahrer lernen“, sagte er.

„Die Crew fühlt sich normal“, sagte ein Mitglied der Rettungskräfte. Ärzte untersuchten die Männer. Die Landung gilt auch deswegen als extrem anstrengend für die Raumfahrer, weil ihre Körper nach monatelangem Aufenthalt in der Schwerelosigkeit geschwächt sind.

Nach der Ankunft etwa 82 Kilometer nördlich der Stadt Arkalyk mussten die Heimkehrer die erste Zeit auf Klappsesseln verbringen. „Ihr Orientierungssinn ist noch gestört“, sagte ein Arzt. In Decken gehüllt, winkte das Trio in die Kameras. Dann trugen Helfer die Männer in ein Zelt. Gerst sollte noch am Montag nach Köln fliegen.

ISS-Team gelandet: Bilder aus Kasachstan

Raumfahrer Gerst auf der Erde gelandet

Seit Ende Mai hatten Gerst, Surajew und Wiseman auf der Internationalen Raumstation ISS rund 400 Kilometer über der Erde geforscht. Rund dreieinhalb Stunden vor der Landung hatte die Sojus-Kapsel vom Außenposten der Menschheit abgedockt.

Damit übernahm gleichzeitig der US-Amerikaner Barry Wilmore den Chefposten auf der ISS. Außer ihm arbeiten nun noch Jelana Serowa und Alexander Samokutjajew aus Russland auf der Raumstation.

Der nächste bemannte Sojus-Start vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ist für den 24. November geplant. Nach dem Aus für die US-Space-Shuttles ist Russland das einzige Land, das bemannte Flüge zur ISS organisiert.

dpa

Astronaut Gerst: Die besten Bilder seines Weltraum-Trips

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