Mehrere Festnahmen

Razzia: Polizei geht gegen Dschihadisten vor

Toulouse - Die französische Polizei ist am Montagmorgen gegen eine Extremistengruppe vorgegangen, die Kämpfer für Syrien rekrutiert haben soll. Rund ein Dutzend Verdächtige wurden festgenommen.

Die französische Polizei hat ein mutmaßliches Islamisten-Netzwerk ausgehoben, das Dschihadisten heimlich nach Syrien gebracht haben soll. Bei Razzien wurden am Montagmorgen in mehreren französischen Regionen rund ein Dutzend Verdächtige festgenommen, wie Polizeivertreter sagten. Festnahmen gab es demnach unter anderem in der südfranzösischen Stadt Toulouse, in der nordfranzösischen Normandie und im Großraum Paris.

Die Ermittler griffen, unterstützt von Spezialeinheiten, an rund einem Dutzend Orten zu. Genauere Angaben zu den Festgenommenen wurden zunächst nicht gemacht. Einige von ihnen sollen aber deutlich unter 30 Jahren alt sein. Die Gruppe brachte demnach vermutlich bereits Kämpfer nach Syrien, weitere Reisen waren offenbar geplant. Die Gruppe sei sehr vorsichtig und diskret gewesen, hieß es. Die Ermittlungen liefen bereits seit Monaten.

Wie andere europäische Länder auch ist Frankreich seit Monaten mit einer steigenden Zahl von Dschihadisten konfrontiert, die zum Kampf nach Syrien und in den Irak reisen. Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve sagte unlängst, die Zahl der Ausreisen mutmaßlicher Dschihadisten sei seit Januar um mehr als 80 Prozent angestiegen.

Offiziellen Schätzungen zufolge befinden sich derzeit 400 Menschen aus Frankreich in Syrien oder im Irak. 200 weitere haben demnach die Absicht, in die Bürgerkriegsregion zu reisen, 200 befinden sich auf dem Hin- oder Rückweg, 120 sind bereits zurückgekommen und 50 wurden getötet. Die Sicherheitsbehörden befürchten, dass Syrien-Rückkehrer in Europa Anschläge verüben könnten.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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