Regionalklassen der Kfz-Haftpflicht: Im Norden oft günstiger

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Tarife zu vergleichen, kann sich für Autobesitzer lohnen. Denn die KfZ-Versicherer stehen in einem harten Wettebewerb. Foto: Franziska Gabbert

In Deutschlands Norden fahren Autofahrer günstiger - zumindest gilt das für ihre Einstufung in der Kfz-Haftpflicht. Das zeigt die neue Regionalstatistik der Versicherer, die auf der Schadenbilanz basiert. Besonders teuer sind die Versicherungsprämien in den Großstädten.

Berlin (dpa/tmn) - Viele Autofahrer in Nord- und Ostdeutschland profitieren in der Kfz-Haftpflicht von niedrigen Einstufungen in den Regionalklassen der Versicherer. Das zeigt die neue Regionalstatistik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Darin ergeben sich besonders günstige Einstufungen für Fahrzeugeigentümer in den Bundesländern Brandenburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Die Statistik ist nach GDV-Angaben zwar für die Versicherungsunternehmen unverbindlich. Dennoch bildet sie einen Anhaltspunkt für die Berechnung neuer Tarife. Für die bestehenden Verträge bedeutet das Veränderungen meist zum 1. Januar 2017.

Rund jeder Sechste darf sich freuen: Nach GDV-Angaben werden von den insgesamt 39,6 Millionen Kfz-Haftpflichtversicherten rund 16 Prozent (6,3 Millionen) bei den Regionalklassen herabgestuft, so dass sie von günstigeren Tarifen profitieren. Rund 12 Prozent (4,8 Millionen) müssen dagegen wohl tiefer in die Tasche greifen. Für fast drei Viertel der Autofahrer (fast 72 Prozent) ändert sich laut GDV bei den Einstufungen nichts.

Die Kfz-Regionalklassen 2017 basieren auf den Schadenbilanzen aus insgesamt 415 Kfz-Zulassungsbezirken. Dabei ist nicht entscheidend, wo ein Unfall passiert oder ein anderer Schaden entstanden ist, sondern die Grundlage ist der Wohnsitz des Fahrzeughalters. Die dabei erfassten Schäden bilden die Grundlage für einen Indexwert - bei der Haftpflicht gibt es 12, bei der Vollkasko 9 und bei der Teilkasko 16 verschiedene Klassen. Und die Regionalstatistik zeigt: In den Großstädten und in Teilen Bayerns sind die Klasseneinstufungen aufgrund der dortigen höheren Schadenbilanz oft weitaus schlechter.

Gleich um zwei Regionalstufen höher bei der Haftpflicht geht es für Autofahrer in den Kreisen Cloppenburg und Wolfsburg in Niedersachsen, Gütersloh in Ostwestfalen sowie in den Städten Ansbach und Bamberg in Bayern. Um zwei Stufen niedriger dagegen sind nun unter anderem Dillingen/Donau in Bayern, Hildburghausen und die Stadt Weimar in Thüringen gelistet. Den bundesweit besten Schadenbilanzwert weist Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern auf, den schlechtesten Offenbach in Hessen.

Wie in den Vorjahren ist Schwerin die Landeshauptstadt Deutschlands mit der niedrigsten Regionalklasse (Haftpflichtklasse 1). Erfurt (3), Kiel (5) und Bremen (5) folgen dahinter. Hannover (Haftpflichtklasse 8) und Düsseldorf (11) kommen eine Stufe höher. Am schlechtesten schneiden Großstädte wie Hamburg, Berlin und München (je 12) ab.

Neue Regionalklassen gelten im Jahr 2017 auch für die Voll- und Teilkaskoversicherung. Von den insgesamt 33 Millionen Versicherten werden knapp 2 Millionen in niedrigere Klassen kommen, 2,4 Millionen in höhere. Der Kreis Wesermarsch (Niedersachsen) weist wie im Vorjahr bei der Vollkasko die beste Schadenbilanz auf, der Bezirk Bamberg in Bayern bei der Teilkaskoversicherung. Unverändert das Schlusslicht bei beiden Versicherungen ist der bayrische Landkreis Ostallgäu.

Regionalklassen-Abfrage des GDV

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