Anwalt eingeschaltet

Rock am Ring: Besucher fordern Geld zurück

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Rock am Ring versinkt im Schlamm: Wegen andauernder Unwetter musste das Festival in der Eifel abgebrochen werden.

Mayen - Unwetter haben zum Abbruch des Musikfestivals „Rock am Ring“ geführt. Mehrere Besucher verlangen nun einen Teil des Ticketpreises zurück. Die Versicherung des Veranstalters hält sich bedeckt.

Update vom 14. Oktober 2016: Die Veranstalter der Zwillingsfestivals haben die ersten Headliner und Bands für 2017 bekanntgegeben. Das ist das bisherige Line-Up für "Rock am Ring" und "Rock im Park" 2017.

Mehrere Besucher des Musikfestivals „Rock am Ring“ wollen wegen des wetterbedingten Abbruchs Geld zurück. Bislang hätten sich 21 Betroffene der Forderung angeschlossen, sagte der Anwalt Andreas Tryba, der die Festivalbesucher nach eigenen Angaben vertritt, am Donnerstag. „Die Chance auf eine Teilrückerstattung des Ticketpreises ist sehr groß.“ Zuvor hatte die Rhein-Zeitung über die Forderungen berichtet.

Tryba zufolge wollte seine Kanzlei noch am Donnerstag ein Schreiben an „Rock am Ring“-Macher Marek Lieberberg schicken. Ziel sei eine außergerichtliche Einigung. „Es ist keiner daran interessiert, dass man das vor Gericht bringt.“ Man warte nun auf eine Reaktion von Lieberberg und dessen Versicherung.

Versicherer des Festivals ist das Düsseldorfer Ergo, wie eine Sprecherin des Unternehmens bestätigte. Zum weiteren Umgang mit den Forderungen der Besucher machte sie keine Angaben.

In der Regel sichern sich Veranstalter von Großevents dem Karlsruher Anwalt Thomas Waetke zufolge mit einer Ausfallversicherung ab. Bei einer Absage - etwa wegen Unwettern - gebe es dann den möglicherweise entgangenen Gewinn zurück. Welche Schäden genau abgedeckt seien, hänge aber stark vom Vertrag ab.

Bei dem Musikfestival in der Eifel waren am vergangenen Wochenende mehr als 70 Besucher durch Blitzeinschläge verletzt worden. Am Sonntag wurde die Veranstaltung wegen weiterer drohender Unwetter abgebrochen. Die Gemeinde Mendig entzog Lieberberg die Genehmigung zur Fortsetzung des Festivals mit rund 90.000 Besuchern. Seither streiten Veranstalter und Behörden über die Entscheidung.

Bilder: Schlammfestspiele bei "Rock am Ring"

Offen war zunächst, wie viel Geld die Besucher zurückbekommen könnten. „Wir setzen 50 Prozent des Ticketpreises an“, sagte Tryba. Schließlich seien am Sonntag zwei Haupt-Acts ausgefallen, hinzu komme die Unterbrechung am Samstag.

Über eine Teilerstattung des Ticketpreises hinaus dürfte es mit Schadenersatz - zum Beispiel für zerstörte Zelte - aber schwer werden, erklärte Tryba. „Dafür müsste man ein Verschulden des Veranstalters nachweisen und zudem die Höhe des entstandenen Schadens genau belegen können.“

dpa

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