ESA-Mitarbeiter zu Tränen gerührt

"Rosetta"- Mission: "Es ist nicht vorbei!"

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Andrea Accomazzo (ESA): " Es ist nicht vorbei!

Darmstadt - Einen Tag nach der spektakulären Landung des Mini-Labors "Philae" geht die spannende "Rosetta"-Mission weiter. Alle Informationen des Tages sind hier in unserem Ticker zusammengefasst.

+++ Das nächste Update zur "Rosetta"-Mission soll es laut ESA morgen geben. Wir werden natürlich berichten. 

+++ Zu Tränen gerührt sagt Andrea Accomazzo (ESA) in der Pressekonferent: "Es ist nicht vorbei! Ich hoffe wir werden uns auch die nächsten Tage, Wochen, Monate und sogar Jahre hier treffen, um über die Mission "Rosetta" zu sprechen."

Die Mission beginnt für die Wissenschaftler der "Rosetta"-Mission genau genommen jetzt erst richtig. Die Fülle an Daten, die der Lander "Philae" übersendet, muss ausgewertet werden. Glücklich, aber deutlich gezeichnet von zwei schlaflosen Nächten berichtet das ESA-Team: "Alle Instrumente an Board funktionieren einwandfrei."

+++ Aktuell ist die genaue Position von "Philae" nicht bekannt. Das sei jedoch nicht problematisch, sondern wurde sogar erwartet. Unter anderem liegt das daran, dass die Landeeinheit im Schatten eines Kraters zu stehen scheint. Auf Twitter schreiben sich "Philae" und Muttersonde "Rosetta" gegenseitig Nachrichten: "Rosetta": "Du stehst im Schatten? Unsere Teams arbeitet angestrengt daran, dich zu finden!", darauf "Philae": "Ich bin zuversichtlich, dass unsere Teams mich finden. Ich würde ungern den Kontakt zu dir verlieren."

14.57 Uhr +++ Ein Minilabor nähert sich einem Kometen. Die ESA twittert einen Film, der "Philae" auf Landeanflug zeigt. 

+++ "'Philae' näherte sich mit einer Geschwindigkeit von einem Meter pro Sekunde dem Kometen 'Tschuri'. Beim ersten Kontakt prallte der Lander erst einmal ab und entfernte sich circa einen Kilometer, bevor er sich 'Tschuri' erneut annäherte - um erneut abzuprallen." berichtet Jean-Pierre Bibring, wissenschaftlicher Mitarbeiter der ESA. Zwischen der ersten und der zweiten Berührung der Kometenoberfläche lagen offenbar rund zwei Stunden, zwischen der zweiten und dritten Bodenberührung etwa sieben Minuten.

14.28 Uhr +++ Neuigkeiten von "Philae" via Twitter - das solarbetriebene Minilabor steht im Schatten:

+++ Mit etwas Verspätung begann die Pressekonferenz der ESA zum Thema "Rosetta". Wir übertragen im Livestream (siehe unten).

+++ "Philae" ist nicht auf dem Kometen "Tschuri" verankert - die Harpunen zum Festzurren der Landeeinheit haben nie abgefeuert. So berichtet es die ESA auf ihrem Blog. Alle Geräte an Board des Minilabors funktionieren allerdings nach wie vor einwandfrei und übermitteln, trotz fehlender Verankerung, fleißig Daten.

"Philae" in Schieflage

+++ "Philae" steht auf dem Kometen Tschuri "wahrscheinlich auf einem stark geneigten Abhang". Dies lassen erste Fotos vermuten, die der Roboter von seinem Standort aus gesendet hat, wie Philippe Gaudon vom französischen Raumfahrtzentrum CNES am Donnerstag sagte. "Er scheint von Felsen umgeben" und dadurch "ziemlich blockiert" zu sein, fügte der CNES-Verantwortliche für die Mission hinzu.

+++ Und auch im Kontrollzentrum in Darmstadt läuft alles nach Plan. So berichtet es die ESA auf ihrem Blog. Dass "Philae" und "Rosetta" zwischenzeitlich den Kontakt zueinander verlieren, ist nicht ungewöhnlich. Denn die beiden Schwebekörper im All müssen in einer bestimmten Position zueinander stehen um ein eine Verbindung herstellen zu können. So kam es kurz nach der Landung am Mittwoch Morgen, Mittwoch Abend um 20.00 Uhr sowie Donnerstag Morgen um 10.58 Uhr zu Unterbrechungen im Kontakt. Die ESA rechnet mit etwa zwei Kommunikationszeitfenster pro Tag - das nächste Signal zwischen wird für Donnerstag 20.27 Uhr erwartet und soll diesmal bis Freitag 0.47 Uhr dauern.

11.18 Uhr +++ Die ersten Bilder der Zusammenkunft von Landeeinheit "Philae" mit Kometen „67P/Tschurjumow-Gerassimenko“ sind eingetroffen. Sie beweisen: "Philae" ist tatsächlich auf der Oberfläche des Kometen angekommen.

10.36 Uhr +++ Neuigkeiten aus dem All: Landeeinheit "Philae" twittert sie sei, statt wie vermutet zwei- tatsächlich dreimal gelandet. Bedingt durch die geringe Anziehungskraft auf dem Kometen "Tschuri" ist der Lander zunächst zweimal von der Oberfläche abgeprallt, um dann letzten Endes aufzusetzen - Ein hüpfendes Minilabor!

+++ Eine offizielle Pressekonferenz mit Neuigkeiten vom All ist für Donnerstag 14.00 Uhr  angesetzt. Wir übertragen den Livestream (siehe unten).

+++ Auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) berichtet über Twitter, dass alle Instrumente an Board von "Philae" funktionieren und der Lander fleißig Informationen schickt.

+++ Die Kontrolleure haben am Donnerstagmorgen wieder Kontakt zu dem Landegerät „Philae“ bekommen. Auch die Position des Roboter-Gerätes scheint trotz der Probleme bei der Landung recht stabil zu sein. Das teilte die Europäische Weltraumorganisation Esa in Darmstadt mit.

Google-Doodle zur Weltraum-Mission

+++ Auch auf Google dreht sich alles um die historische Weltraum-Mission. Auf der Startseite der Suchmaschine finden die User ein sogenanntes Google-Doodle zu "Philae".

Erstmals in der Geschichte der Raumfahrt war am Mittwoch die Landung auf einem Kometen gelungen. Beim Aufsetzen des Roboter-Gerätes hatte es aber Probleme gegeben. Zwei Harpunen zum Verankern von „Philae“ auf „Tschuri“ wurden nicht ausgelöst, eine Düse zum Aufdrücken des Labors auf dem Kometen funktionierte nicht. 

Bilder der Kometenlandung 

"Rosetta"-Mission: "Philae" landet auf Komet "Tschuri"

Das Problem mit der Anziehungskraft

Die Funktionsfähigkeit der Harpunen an Board von "Philae" sind für das Gelingen der Weltraummission extrem wichtig. Der Grund: Die Anziehungskraft auf "Tschuri" ist sehr gering. Das Minilabor "Philae" wiegt auf der Erde zwar rund 100 Kilo, auf dem Kometen aber nur ein Gramm. Die Gravitationswirkung, die die Landeeinheit an den Kometen zieht, ist daher etwa so groß wie die, mit der ein Blatt Papier von der Erde angezogen wird. "Wir landen nicht nur - wir müssen uns auch festhalten", erklärt Mark McCaughrean, leitender wissenschaftlicher Berater der "Rosetta"-Mission.

Die geringe Anziehungskraft auf „67P/Tschurjumow-Gerassimenko“ bedingte auch, dass der Lander nach dem ersten Kontakt mit dem Kometen, bedingt durch den Aufprall, erneut abhob, dann aber wieder auf den Kometen zurückkehrte. Stephan Ulamec, „Philae“-Projektleiter beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln scherzte: „Wir sind also zweimal gelandet“.

"Rosetta"-Sonde: Kometenlandung im All

"Rosetta"-Sonde: Kometenlandung im All

Die letzte ESA-Pressekonferenz

joh/dpa

 +++ Hier landet ein Minilabor auf einem Kometen. Die ESA twittert einen

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