Tag der Trinkhalle

Das Ruhrgebiet kann nicht ohne seine Büdchen sein

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Kioskbesitzer Andreas Kontny in Mülheim an der Ruhr.

Mülheim an der Ruhr - Das Ruhrgebiet ohne seine Trinkhallen? Kaum vorstellbar! Deshalb feierte der Pott seine Büdchen - mit Kulturprogramm und viel Musik.

Kioskbesitzerin Jessica Kowalke in ihrem Kiosk "bei Mampf Fred" in Essen.

Mit dem „1. Tag der Trinkhallen“ hat das Ruhrgebiet am Samstag eine Institution gefeiert. Rund 50 der typischen Revier-Kioske beteiligten sich an dem Festtag für die Büdchenkultur mit eher Trinkhallen-untypischem Programm. Vor den Kiosken gab es Konzerte, Kleinkunst-Darbietungen und Literaturlesungen. An anderen Buden quer durch das Revier warteten Büdchen-Inhaber mit Poetry Slams, DJs oder Karaoke für alle auf.

Tag der Trinkhalle im Ruhrgebiet.

„Der Mythos Bude lebt, das hat heute jeder gespürt“, teilte Axel Biermann, Chef des Veranstalters Ruhr Tourismus, nach dem Fest mit. Zahlreiche Menschen seien bei idealem Wetter von Bude zu Bude geschlendert, hätten hier und da verweilt und mit den Trinkhalleninhabern oder den beteiligten Künstlern geplauscht, hieß es in der Mitteilung vom Sonntag weiter. Damit sei die Idee, das Büdchen als Ort des Austausches und der Begegnung zu würdigen, aufgegangen. Viele Besucher seien auch mit dem Fahrrad von Trinkhalle zu Trinkhalle gefahren.

Die Büdchen kamen in Ballungsräumen während der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts in Mode. Unternehmer versuchten die Arbeiter dort mit Mineralwasser zu versorgen, um den Alkoholkonsum einzudämmen. Historisch gehen die Büdchen wohl auf orientalische Wasserverteilstellen zurück.

50 Trinkhallen in 22 Revierstädten hatten die Veranstalter aus den Bewerbern für das offizielle Programm ausgesucht. Mehr als 100 weitere Büdchenbesitzer stellten zusätzlich ihr eigenes Programm auf die Beine.

dpa

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