Eine Million Menschen ohne Strom

Monstersturm trifft US-Ostküste

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An der US-Ostküste sind nach Medienberichten bereits ze hntausende Menschen ohne Strom. Bäume sind umgestürzt.

New York - Hamsterkäufe, stillgelegte Bahnen, gestrichene Flüge: Der US-Ostküste droht mit „Frankenstorm“ ein Jahrhundertsturm. Die aktuelle Entwicklung lesen Sie im Live-Ticker.

+++22.22 Uhr +++ Hurrikan „Sandy“ nimmt Fahrt auf und steuert schneller als gedacht auf den amerikanischen Nordosten zu. In New York wurde das Zentrum des Sturms laut Gouverneur Andrew Cuomo gegen 23.00 Uhr MEZ erwartet. Entlang der wind- und regengepeitschten Ostküste waren bis dahin bereits mehr als eine Million Menschen ohne Strom. „Sandy“ begann nach Angaben von Meteorologen unterdessen seinen tropischen Charakter zu verlieren und sich wie befürchtet mit einem Wintersturm zu vereinen, der im US-Staat West Virginia bereits zu starkem Schneefall führt. Die Fachleute erwarten, dass das Unwetter dadurch an Intensität einbüßt, aber an Umfang gewinnt.

+++21.14 Uhr +++ Die nach dem Tropensturm „Sandy“ in der Karibik vermissten Franzosen sind wohlauf. Nach Angaben der Rettungskräfte waren die vier Männer und zwei Frauen während des Unwetters nicht wie vermutet in einem Boot unterwegs. Sie kehrten demnach erst am Montag von einem Ausflug auf eine Nachbarinsel nach Martinique zurück. Zu diesem Zeitpunkt war „Sandy“ schon vorbeigezogen.

24/7- Live-Cam mit Blick auf das New Yorker Finanzviertel

+++20.09 Uhr+++ Zum ersten Mal seit 27 Jahren bleibt die Wall Street wegen eines Sturms komplett geschlossen. Nach Montag wird auch an diesem Dienstag kein Handel wegen des Hurrikans „Sandy“ stattfinden. Das erklärt die New York Stock Exchange (Nyse) zu Wochenbeginn nach Beratungen mit anderen Börsen und Marktteilnehmern.

+++19.21 Uhr+++ Stunden vor „Sandy“ haben die New Yorker noch auf den Straßen getanzt: Tausende Fußgänger haben am Montag die wegen des Sturms gesperrten Stadtautobahnen Manhattans erobert. Viele spazierten einfach über die sechsspurigen Schnellstraßen, die sonst von Hunderttausenden Autos verstopft werden. Manche tanzten sogar. „Ich will einfach diese einmalige Gelegenheit nutzen“, sagte eine Mutter mit ihrer kleinen Tochter. „Wir lachen "Sandy" einfach ins Gesicht und tanzen auf den Straßen.“ Allerdings sei sie Realistin: „Wenn der Sturm dann da ist, sind wir wieder drin. Und lachen da.“

Karte Ostkueste der USA mit dem erwarteten Weg des Hurrikans Sandy

+++18.40 Uhr +++ US-Präsident Barack Obama hat die Bevölkerung an der Atlantikküste eindringlich aufgerufen, zum eigenen Schutz vor Hurrikan „Sandy“ strikt den Anweisungen der Behörden zu folgen. „Dies wird ein großer und mächtiger Sturm“, warnte Obama im Weißen Haus. Der Präsident versicherte zugleich, dass alles Mögliche zur Vorbereitung auf den Hurrikan getan worden sei. „Ich bin zuversichtlich, dass wir bereit sind“, sagte Obama. „Wir werden das zusammen überstehen.“ Angesichts des Ausmaßes des Sturmes werde es aber eine Weile dauern, bis sich die Lage wieder normalisieren werde. Obama warnte: „Das wird ein schwieriger Sturm werden.“ Längere Stromausfälle und Verkehrsbehinderungen seien möglich. Zu möglichen Auswirkungen auf die Präsidentenwahl am Dienstag nächster Woche sagte Obama, das bereite ihm keine Sorgen. Die Wahl werde stattfinden. Worum er sich sorge, sei das Wohlbefinden der Bevölkerung.

+++17.44 Uhr+++ Hurrikan „Sandy“ hat die Wahlkampfpläne von US-Präsident Barack Obama und Herausforderer Mitt Romney durchkreuzt. Obama sagte vorsorglich zahlreiche Termine in Florida ab, wo Auftritte mit Ex-Präsident Bill Clinton geplant waren. Auch der Terminplan von Vizepräsident Joe Biden war betroffen. Obama reiste unterdessen zurück nach Washington, um das Krisenmanagement zu überwachen. Auch Romneys Wahlkampfteam sagte als Reaktion auf den Wirbelsturm alle Veranstaltungen am Montag und Dienstag ab. Beide Wahlkampfteams riefen zu Spenden für die von dem Hurrikan betroffenen Menschen auf. 

+++16.57 Uhr +++ Der Wirbelsturm „Sandy“ hat sich am Montag unaufhaltsam auf die Küste der USA zubewegt und sollte im Laufe des Abends (Ortszeit) südlich von New York an Land treffen. Nach Einschätzung des Hurrikanzentrums in Florida sollte das Auge des Sturms im südlichen New Jersey, gute 100 Kilometer südlich des „Big Apple“, die Küste erreichen. Der Sturm bewegt sich mit etwa 30 Kilometern in der Stunde voran. Die Winde in seinem Wirbel erreichen aber 150 Kilometer in der Stunde.

+++16.10 Uhr +++ Nach einer dramatischen Rettungsaktion sind zwei Besatzungsmitglieder des Filmschiffs „Bounty“ vermisst worden, das wegen Hurrikan „Sandy“ in Seenot geraten war. Die US-Küstenwache teilte am Montag mit, dass 14 der 16 Männer und Frauen mit Hubschraubern von zwei Rettungsbooten aufgenommen worden seien. Die Hubschrauberbesatzungen retteten die Menschen demnach bei fast sechs Meter hohen Wellen. Dennoch wurden auch Stunden nach der Aktion noch zwei Menschen vermisst.

+++ 15.41 Uhr +++ In der Karibik sind nach dem Vorbeizug von Hurrikan „Sandy“ auch mehrere Europäer als vermisst gemeldet worden. Nach Angaben des Transportministeriums in Paris handelt es sich um sechs bis sieben Franzosen, die mit einem Boot zwischen den Inseln Martinique und Dominica unterwegs waren. Es werde zu Wasser und zu Luft nach den Vermissten gesucht, hieß es am Montag. In der Karibik starben wegen „Sandy“ Dutzende Menschen.

+++ 15.36 Uhr +++ Vor „Sandy“ werden sogar die nicht gerade für ihre Großzügigkeit bekannten New Yorker Banken weich: Die Chase Manhattan Bank hat die Verspätungszinsen für ihre Kunden ausgesetzt - damit die während des Riesensturms bloß nicht vor die Tür müssen. In den USA zahlt man statt per Überweisung in der Regel noch mit Schecks, die verschickt oder zur Bank gebracht werden. „Wir wollen Ihnen helfen, den Sturm so gut es geht zu überstehen“, hieß es am Montag in einer Mitteilung an alle Kunden. Deshalb könnten Ausstände bis zum Mittwoch ignoriert werden. „Bis zum Donnerstagabend bringen Sie ihr Konto bitte wieder in Ordnung.“

Livestream der Pressekonferenz zu Hurrikan "Sandy"

+++ 14.33 Uhr +++ Offenbar aus Sorge vor Nachfrageausfällen wegen des Hurrikans „Sandy“ geht der Ölpreis leicht zurück. Ein Barrel (159 Liter) Nordsee-Öl der Sorte Brent fiel am Montag im Preis um einen halben Dollar auf 109 Dollar. Die in den USA hauptsächlich gehandelte Sorte WTI wurde 75 US-Cent billiger und lag bei 85,50 Dollar. „Wir werden in den USA einiges an schlechtem Wetter wegen Hurrikan 'Sandy' bekommen, und das ist nicht gut für die Nachfrage“, erklärte der Analyst Carl Larry von Oil Outlooks and Opinions.

+++ 14.12 Uhr +++ Stunden, bevor Hurrikan „Sandy“ an der US-Ostküste eintreffen sollte, glich das Zentrum von Washington einer Geisterstadt. Regierungsgebäude und Schulen blieben am Montagmorgen geschlossen. Busse und Bahnen fuhren nicht. Die meisten Geschäfte machten gar nicht erst auf. Die Behörden riefen alle Bewohner auf, ab 14 Uhr Ortszeit möglichst nicht mehr die Häuser zu verlassen. Am späteren Nachmittag sollte der Hurrikan mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern und mit starkem Regen und Schneefall über die dicht besiedelte Ostküste hinwegfegen.

Ein Video des US-Senders ABCWorldNews zur Lage vor Ort

+++ 11.58 Uhr +++ Am Münchner Flughafen sind am Montag im Zusammenhang mit dem Hurrikan „Sandy“ sechs Flüge an die Ostküste der USA gestrichen worden. Die Maschinen sollten in Richtung New York Boston, Washington und Philadelphia abheben, sagte ein Flughafen-Sprecher. Fluggästen riet der Sprecher, sich bei ihren Fluggesellschaften zu informieren, um Einzelheiten über ihre Flüge zu erfahren.

+++ 11.49 Uhr +++ Rund 200 Kilometer vor der Küste von North Carolina geriet ein Großsegler in Seenot, wie die Küstenwache mitteilte. Das Schiff, ein durch den Film „Meuterei auf der Bounty“ bekannter Nachbau des Segelschiffs, nehme Wasser auf und habe keinen Antrieb mehr. 17 Menschen seien an Bord.

USA bereiten sich auf Jahrundertsturm vor

Monstersturm "Sandy": US-Ostküste im Ausnahmezustand

+++ 11.03 Uhr +++ Der drohende Jahrhundertsturm hat auch Auswirkungen auf die Wirtschaft: Der US-Pharmakonzern Pfizer hat die Bekanntgabe seiner Zahlen für das dritte Quartal wegen des anrückenden Hurrikans  verschoben. Wie der weltgrößte Pharmahersteller am Sonntagabend (Ortszeit) in New York mitteilte, verschieben sich die Vorlage der Quartalsbilanz sowie eine Telefonkonferenz für Analysten vom 30. Oktober auf den 1. November.

+++ 09.34 Uhr +++ Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt sind am Montag wegen des Hurrikans „Sandy“ bereits zwölf Flüge in die USA gestrichen worden. Betroffen seien Passagiere mehrerer Airlines, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport. Die meisten der Maschinen sollten in Richtung New York abheben, abgesagt wurden auch Flüge nach Boston, Washington und Philadelphia. Fluggästen riet der Sprecher, sich bei ihren Fluggesellschaften zu informieren. Allein die Lufthansa strich bundesweit für Montag und Dienstag insgesamt 13 Flüge an die US-Ostküste.

+++ 09.13 Uhr +++ Wegen der besonderen Nachrichtenlage um Hurrikan „Sandy“ setzen zwei der renommiertesten Zeitungen der Welt ihre Bezahlschranken im Internet aus. Sowohl die „New York Times“ als auch das Wirtschaftsblatt „Wall Street Journal“ kündigten an, in den kommenden Tagen darauf zu verzichten, Lesern von Texten über „Sandy“ nach einigen kostenlosen Artikeln eine Web-Anmeldung und Geld abzuverlangen. Die Unterbrechung der sogenannten Paywall gilt sowohl für die Webseiten „nytimes.com“ und „WSJ.com“ als auch für die Apps, also die mobilen Anwendungen der Medienangebote.

+++ 07.26 Uhr +++ Die Wall Street bleibt wegen Sturmgefahr geschlossen. An allen US-Aktienmärkten fällt zum Wochenauftakt wegen des Hurrikans „Sandy“ der Handel aus. Dies ordnete in der Nacht zu Montag die US-Wertpapieraufsichtsbehörde SEC in New York an. Ob an diesem Dienstag wieder gehandelt wird, war bis zuletzt noch unklar. Das letzte Mal stand die amerikanische Finanzwelt nach den Terroranschlägen vom 11. September 2011 derart still.

+++ 05.04 Uhr +++ Neuesten Informationen zufolge wird der Supersturm irgendwo zwischen Washington und Boston auf Land treffen.

+++ 04.43 Uhr +++ Ümit Sahin, türkischer Obsthändler in Manhattan, hat wegen des nahenden Hurrikans „Sandy“ das Geschäft des Jahres gemacht. „Ich habe fast nichts mehr. Ein paar Paprika, die letzten Erdbeeren - das war's“, sagte Sahin am Sonntag (Ortszeit). „Es ist das erste Mal in diesem Jahr, dass ich ausverkauft bin.“ Eigentlich sorgt ein ausgeklügeltes Nachschubsystem dafür, dass den New Yorker Straßenhändlern nie das Obst ausgeht. „Aber jetzt vor "Sandy" kaufen die Leute alles, was sie kriegen können.“

+++ 04.33 Uhr +++ Experten befürchten, dass New York von einer 3,3 Meter hohen massiven Welle getroffen werden könnte, die Teile Manhattans unter Wasser setzen würde.

Hurrikan "Sandy" hinterlässt Spur der Verwüstung

Hurrikan "Sandy" hinterlässt Spur der Verwüstung

+++ 04.00 Uhr +++ In New York, Philadelphia, Washington, Baltimore und Boston sollten am Montag die Schulen geschlossen bleiben. Notunterkünfte wurden geöffnet. Die New Yorker U-Bahn stellte am Sonntag den Verkehr ein, normalerweise betriebsame Bahnhöfe wie die Central Station waren verwaist. Auch in Washington und Philadelphia war der U-Bahn-Verkehr stillgelegt.

+++ 03.16 Uhr +++ Die Menschen in den vom Supersturm betroffenen Bundesstaaten deckten sich mit Vorräten ein. Wasserflaschen, Lebensmittel in Dosen, Taschenlampen und Batterien waren vielerorts ausverkauft.

+++ 02.00 Uhr +++ Angesichts des aufziehenden Hurrikans „Sandy“ hat US-Präsident Barack Obama den Notstand für die US-Hauptstadt Washington ausgerufen. Zuvor hatte er auch die Metropole New York sowie die Bundesstaaten Maryland und Massachusetts zu Notstandsregionen erklärt.

+++ 00:30 Uhr +++Wegen „Sandy“ wurden für Montag nochmals rund 4.000 Flüge abgesagt, wie der Internetdienst Flightaware berichtete.

+++ 00.11 Uhr +++ Sitzungspause für Diplomaten aus aller Welt: Wegen des nahenden Hurrikans „Sandy“ bleibt das Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York am Montag zu. In einer Mitteilung der Organisation vom Sonntag hieß es, alle Termine seien gestrichen worden. Sollte es das Wetter erfordern, werde die Schließung auch auf den Dienstag ausgedehnt.

dpa/dapd

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