Sex-Skandal: Politiker-Rücktritt wegen Hure?

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Schwedens Ex-Arbeitsminister Sven Otto Littorin.

Stockholm - Schwedens Ex-Arbeitsminister Sven Otto Littorin (44) soll sich mit dem Kauf von Sex-Diensten strafbar gemacht haben. Einen entsprechenden Zeitungsbericht dementierte er jetzt.

Der letzte Woche zurückgetretene Politiker aus der konservativen Partei von Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt ließ am Sonntag über seine Anwältin erklären, dass der Artkel der Zeitung “Aftonbladet“ vom Vortag nicht zutreffe. Das Blatt hatte eine 30-jährige Ex-Prostituierte zitiert, die im Jahr 2006 sexuelle Dienste an Littorin verkauft haben will. Der Kauf von Sex ist in Schweden seit 1999 kriminalisiert und wird mit Bußgeldern oder Haft bis zu sechs Monaten bestraft.

Littorin hatte am letzten Mittwoch überraschend seinen Rücktritt erklärt. Er begründete den Schritt mit der Sorge um seine drei Kinder und den anhaltenden Streit um das Sorgerecht mit seiner Ex-Frau. Dabei warf der Politiker Medien rücksichtslosen Umgang mit den Kindern vor und sagte: “Mein Rücktritt hat drei Gründe. Sie heißen Emma, Gustav und Arvid.“

Erst durch eine Veröffentlichung in Schwedens größter Zeitung “Aftonbladet“ wurde bekannt, dass Reporter Littorin am Tag vor seinem Rücktritt mit dem Vorwurf des strafbaren Sex-Kaufes konfrontiert hatten. Ministerpräsident und Parteichef Reinfeldt bestätigte, dass sein Arbeitsminister ihn über die Vorwürfe informiert und diese bestritten habe. Über seine Reaktion sagte er: “Ich muss davon ausgehen, dass das, was er mir sagt, stimmt.“

Reinfeldt steht unmittelbar vor dem Wahlkampf-Start für die Reichstagswahlen am 19. September. Nach jüngsten Umfragen liegt seine bürgerliche Vierparteien-Koalition knapp vor dem sozialdemokratisch geführten Oppositionslager.

dpa

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